Schwere Unwetter in Italien: Frau ertrinkt im eigenen Auto
- Unwetter treffen Norditalien mit voller Wucht
- Dramatische Rettung endet tödlich
- Probleme mit der Stromversorgung in Triest
- Tornado und Hochwasser treffen weitere Regionen
- Schwere Schäden in der Toskana
- Glasscherbe wird Frau zum Verhängnis
- Wetterumschwung nach langer Hitzeperiode
- Unwetter ziehen weiter nach Süden
Norditalien kämpft mit den Folgen heftiger Unwetter. Starkregen, Sturmböen und Tornados haben in mehreren Regionen Straßen unter Wasser gesetzt, Bäume entwurzelt und Gebäude beschädigt. Eine 83-jährige Frau ist in dem friaulischen Badeort Latisana in ihrem Auto ertrunken. Der Wagen war in einer überfluteten Unterführung eingeschlossen worden.
Dramatische Rettung endet tödlich
Ein Carabiniere, der nach einem Notruf am Ort eintraf, sprang ins Wasser und konnte die Frau aus dem Fahrzeug bergen. Sie starb dennoch. Der Polizist wurde vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Die Feuerwehr war mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. Das Gebiet zwischen Latisana und dem Küstenort Lignano wurde nach heftigen Regenfällen und Gewittern in der Nacht und in der Früh von Überschwemmungen und erheblichen Verkehrsproblemen getroffen.
Probleme mit der Stromversorgung in Triest
Auch der Bahnverkehr in der Region Friaul-Julisch Venetien war stark beeinträchtigt. Nach Angaben des italienischen Bahninfrastrukturbetreibers RFI kam es unter anderem in Triest zu Problemen mit der Stromversorgung. In Portogruaro und Monfalcone wurden Störungen an Weichen und Signalanlagen gemeldet. Die Züge hatten Verspätungen von bis zu einer Stunde. Zwischen Triest und Portogruaro wurden teilweise Ersatzbusse eingesetzt. Techniker arbeiteten an der Wiederherstellung der Bahnanlagen.
Tornado und Hochwasser treffen weitere Regionen
In Mailand fielen innerhalb von 24 Stunden in den nördlichen Stadtgebieten sowie im Umland örtlich fast 100 Millimeter Regen. Der Fluss Lambro stieg stark an, in Teilen der Stadt wurden mobile Hochwasserschutzwände eingesetzt. Im Raum Brescia deckte ein Tornado Dächer ab und riss Blechteile fort. In Ligurien trat der Fluss Lavagna an mehreren Stellen über die Ufer. Anrainerinnen und Anrainer wurden aufgefordert, sich in höher gelegene Stockwerke zu begeben.
Schwere Schäden in der Toskana
Besonders schwere Schäden wurden auch aus der Toskana gemeldet. In Viareggio zog ein Tornado über die Küstenregion und beschädigte Badeanstalten, Werften und Wohnhäuser. Die plötzlich auftretenden Sturmböen rissen Sonnenschirme, Markisen und Liegen mit sich. Auch in anderen Teilen der Versilia-Region stürzten Bäume um. In Carrara wurden innerhalb weniger Minuten rund 100 Millimeter Regen registriert.
Glasscherbe wird Frau zum Verhängnis
Bei einem Unwetter in der Toskana ist eine etwa 80 Jahre alte Frau ums Leben gekommen. Die Frau starb am Donnerstagnachmittag in Sinalunga in der Provinz Siena, nachdem eine Windhose über das Gebiet hinweggezogen war. Die Frau wollte laut Medien ein Fenster schließen, als der starke Wind die Scheiben zerbarsten ließ. Dabei soll eine Glasscherbe die große Rosenvene am Bein verletzt haben. Die Frau verlor in ihrem Haus so viel Blut, dass sie daran starb. Die Rettungskräfte konnten die Frau nach ihrem Eintreffen nicht mehr retten.
Wetterumschwung nach langer Hitzeperiode
Der Wetterumschwung folgt auf eine außergewöhnlich lange Hitzeperiode. Eine atlantische Störung bringt kühlere Luft nach Italien und sorgt für einen deutlichen Temperatursturz, gleichzeitig können die großen Temperaturunterschiede die Entstehung kräftiger Gewitter begünstigen. Im Norden sanken die Temperaturen deutlich. Im Süden hält sich die Hitze zunächst noch mit Höchstwerten von bis zu 35 bis 36 Grad.
Unwetter ziehen weiter nach Süden
Nach Einschätzung der Wetterdienste soll sich die Störung bis Freitag und Samstag weiter nach Süden verlagern. Damit dürfte auch in Mittel- und Süditalien die ungewöhnliche Hitze zunächst beendet werden. In Rom wurden bereits heftige Niederschläge gemeldet, die in der Hauptstadt für chaotische Verkehrszustände sorgten.