Ab nächstem Jahr: ÖBB suchen neuen Chef
Bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) werden die Weichen für eine personelle und strukturelle Neuausrichtung gestellt: Der Konzern schreibt die Stelle des Vorstandsvorsitzenden (CEO) neu aus, da die Funktionsperiode des langjährigen Spitzenmanagers Andreas Matthä Mitte 2027 endet. Um die geplante Konzernreform voranzutreiben, wird das Führungsgremium der ÖBB-Holding zudem um die Position einer beziehungsweise eines Chief Operating Officer (COO) erweitert.
Nachfolge für Andreas Matthä nach elf Jahren an der ÖBB-Spitze
Die Ära von Andreas Matthä an der Spitze Österreichs größter Mobilitätsdienstleisterin neigt sich dem Ende zu: Nach elf Jahren im Amt endet seine Funktionsperiode als CEO am 30. Juni 2027. Um eine geordnete und lückenlose Übergabe an der Konzernspitze sicherzustellen, startet die formelle Jobausschreibung für die Nachfolge am 12. September 2026.
Das Anforderungsprofil für die künftige Leitung des Schienenkonzerns ist anspruchsvoll. Der Aufsichtsrat sucht nach Führungspersönlichkeiten mit mehrjähriger Führungspraxis in einem Mobilitätsunternehmen sowie ausgeprägter wirtschaftlicher Kompetenz. Da die ÖBB mittlerweile in 18 Ländern aktiv sind, wird zudem internationale Expertise vorausgesetzt.
Neuer COO-Posten für Bahn-Produktion und Digitalisierung
Im Zuge der laufenden Strukturreform erweitert der Konzern die Führungsebene der Holding. Künftig wird das Vorstandsteam neben dem CEO und der Finanzvorständin (CFO Manuela Waldner, deren Vertrag bis Juni 2028 läuft) um eine operative Vorstandsfunktion (COO) ergänzt. Die Ausschreibung für diesen neuen Posten erfolgt zeitgleich mit der CEO-Suche.
Die Aufgaben des neuen Vorstandsmitglieds umfassen die operative Gesamtsteuerung des Konzerns:
- Bahn-Produktion: Ganzheitliche Neuausrichtung und Steuerung aller Prozesse vom Fahrplan bis zur Zugbereitstellung.
- Konzern-IT & Technologie: Verantwortung für das konzernale IT-Management, Betriebs-Technologie (OT) und Datenmanagement.
- Transformation: Strategische Weiterentwicklung in den Bereichen Digitalisierung und Informationssicherheit.
ÖBB-Strukturreform und Zeitplan bis zur Entscheidung
Aufsichtsratspräsidentin Brigitte Ederer begründet die Erweiterung des Vorstands mit den drängenden Zukunftsaufgaben des Mobilitätssektors. Die Stärkung der Holding-Funktion sei essenziell, um auf die Herausforderungen der kommenden Jahre zu reagieren: „Die ÖBB stehen vor großen Herausforderungen wie steigende Fahrgastzahlen, Netzbelastung oder dem großenThema der Künstlichen Intelligenz. Strukturell begegnen wir diesen Themen mit der ÖBB Strukturreform, mit der wir die Funktion der Holding im Konzern stärken wollen.“
Der Zeitplan für die Besetzung der beiden Spitzenpositionen steht fest: Interessierte Personen können ihre Bewerbungen bis zum 12. Oktober 2026 einreichen. Die finale Auswahl der Kandidatinnen und Kandidaten durch den Aufsichtsrat soll bis Ende des Jahres 2026 abgeschlossen sein, um dem neuen Führungsteam eine gemeinsame Einarbeitungsphase mit Andreas Matthä zu ermöglichen.