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Fahne zum Eurovision Song Contest 2027 in Burgas. Irland boykottiert den ESC erneut und wird den Wettbewerb nicht übertragen.
Der Eurovision Song Contest 2027 findet in Burgas statt. Der siebenfache ESC-Sieger Irland hat seine Teilnahme abgesagt und wird die Show auch nicht übertragen.
Der Eurovision Song Contest 2027 findet in Burgas statt. Der siebenfache ESC-Sieger Irland hat seine Teilnahme abgesagt und wird die Show auch nicht übertragen.
APA-Images / AP / Valentina Petrova

Wegen Israel: Siebenfacher ESC-Sieger boykottiert Eurovision 2027

17.09.2026 um 16:12, Jovana Borojevic
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Irland boykottiert den Eurovision Song Contest 2027 und verweigert auch die Übertragung. Hintergrund sind Israels Teilnahme und die Lage in Gaza.

Irland zieht erneut die Reißleine! Das Land wird beim Eurovision Song Contest 2027 nicht teilnehmen. Der öffentlich-rechtliche Sender RTÉ wird außerdem die Übertragung verweigern. Es ist bereits der zweite ESC-Boykott in Folge. Hintergrund sind Israels Teilnahme sowie die Situation im Gazastreifen.

Der Rückzug trifft den Wettbewerb auch aus historischer Sicht: Irland hat den Eurovision Song Contest bereits siebenmal gewonnen. Die Siege gelangen 1970, 1980, 1987, 1992, 1993, 1994 und 1996. Besonders spektakulär: Von 1992 bis 1994 triumphierte Irland dreimal in Folge.

Irland boykottiert Eurovision 2027

Für die irischen ESC-Fans steht damit fest: Irland wird beim Eurovision Song Contest 2027 in Bulgarien fehlen. RTÉ schickt keinen Act zum Wettbewerb und wird den ESC auch nicht im eigenen Land übertragen. Der Sender bestätigte am Donnerstag, dass seine Haltung zur Teilnahme unverändert geblieben sei.

Damit fehlt eines der erfolgreichsten Länder der Eurovision-Geschichte erneut auf der großen Bühne. Der ESC 2027 findet in Burgas in Bulgarien statt, nachdem DARA beim diesjährigen Wettbewerb in Wien mit „Bangaranga“ den ersten bulgarischen Sieg geholt hatte.

Genozid in Gaza als Hintergrund

Hinter dem neuerlichen ESC-Boykott Irlands steht die Situation im Gazastreifen. Die unabhängige UN-Untersuchungskommission für die besetzten palästinensischen Gebiete kam 2025 zu dem Schluss, dass in Gaza Genozid begangen wird und somit eine genozidale Absicht vorliege. Der Internationale Gerichtshof hat über die Genozidklage gegen Israel bislang nicht abschließend in der Sache entschieden. Israel hingegen weist die Einordnung seines Vorgehens als Genozid zurück.

RTÉ selbst begründet seine Entscheidung mit dem anhaltenden Verlust von Menschenleben und der humanitären Krise in Gaza. Eine Teilnahme Irlands sei unter diesen Umständen aus Sicht des Senders nicht zu rechtfertigen. RTÉ zeigt sich zudem „zutiefst besorgt“ darüber, dass internationalen Journalisten weiterhin kein unabhängiger Zugang zum Gazastreifen gewährt werde.

Irland ist mit seinem Rückzug nicht allein. Auch der niederländische Sender AVROTROS hat bereits angekündigt, beim Eurovision Song Contest 2027 nicht anzutreten. Der Sender argumentiert, der Wettbewerb könne nicht mehr als neutral betrachtet werden, solange ein teilnehmendes Land in einen großen militärischen Konflikt verwickelt sei.

Irland boykottierte bereits den ESC 2026 in Wien

Schon beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien fehlte Irland. Nachdem die European Broadcasting Union die Teilnahme des israelischen Senders KAN bestätigt hatte, zog RTÉ die Konsequenzen: kein irischer Beitrag und keine Übertragung des Wettbewerbs.

Irland war damals nicht allein. Auch Spanien, die Niederlande, Island und Slowenien boykottierten den ESC 2026 wegen Israels Teilnahme. Damit blieben dem Wettbewerb in Wien gleich fünf Länder fern.

Eurovision-Chef reagiert auf Irlands Boykott

Die Eurovision-Verantwortlichen reagieren mit Bedauern auf den neuerlichen Rückzug. Eurovision-Direktor Martin Green erklärte, man bedaure die Entscheidung von RTÉ, respektiere sie jedoch vollständig. Die einzelnen Rundfunkanstalten würden jedes Jahr selbst über ihre Teilnahme am nächsten Wettbewerb entscheiden.

Die Tür für Irland bleibt damit offen. Die Verantwortlichen wollen mit RTÉ weiterhin im Gespräch bleiben und hoffen auf eine Rückkehr Irlands zum Eurovision Song Contest in der Zukunft.

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