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ESC-Flaggen beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien. Nach dem Voting-Skandal um Vlad Turcanu und die moldauische Jury sorgt der ESC europaweit für Diskussionen.
Vlad Turcanu trat nach dem Voting-Skandal beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien als Generaldirektor des moldauischen Staatssenders TRM zurück. Die umstrittene Jurywertung löste heftige Proteste aus.
Vlad Turcanu trat nach dem Voting-Skandal beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien als Generaldirektor des moldauischen Staatssenders TRM zurück. Die umstrittene Jurywertung löste heftige Proteste aus.
APA-Images / dpa / Jens Büttner

Nach Voting-Eklat beim ESC: TV-Chef tritt zurück

19.05.2026 um 13:38, Jovana Borojevic
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Vlad Turcanu zieht nach dem ESC-Voting-Skandal in Moldau die Konsequenzen und tritt als Generaldirektor des Staatssenders TRM zurück.

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Der Eurovision Song Contest 2026 ist zwar vorbei, in Moldau sorgt das Finale in Wien aber weiterhin für heftige Diskussionen. Nach massiver Kritik an der Jurywertung zog Vlad Turcanu, Generaldirektor des moldauischen Staatssenders TRM, nun die Konsequenzen und erklärte seinen Rücktritt. Der Fall entwickelt sich zu einer politischen und gesellschaftlichen Debatte. 

Voting-Skandal bringt Vlad Turcanu unter Druck

Auslöser des Eklats war die auffällige Diskrepanz zwischen Publikum und Jury. Die Zuschauer in Moldau vergaben die Höchstwertung von zwölf Punkten an Rumänien und zehn Punkte an die Ukraine. Die moldauische Jury entschied jedoch völlig anders: Rumänien erhielt lediglich drei Punkte, die Ukraine ging komplett leer aus. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Viele Menschen empfanden die Jurywertung als Affront gegen die beiden Nachbarländer. Besonders Rumänien steht Moldau kulturell und sprachlich sehr nahe. Gleichzeitig spielt auch die geopolitische Lage des Landes eine wichtige Rolle. Moldau befindet sich seit Jahren zwischen europäischer Orientierung und russischem Einfluss. 

Massive Kritik und Proteste im Netz

Nach der Punktevergabe brach in sozialen Medien eine Welle der Empörung los. Zahlreiche ESC-Fans kritisierten die Jury scharf und forderten Konsequenzen. Der öffentliche Druck wurde schließlich so groß, dass TRM-Chef Vlad Turcanu seinen Rücktritt bekannt gab. Bei einer Pressekonferenz erklärte Vlad Turcanu, die Entscheidung sei ausschließlich von der Jury getroffen worden. Trotzdem übernehme er als Leiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks die Verantwortung für den Vorfall. 

ESC-Star Satoshi ruft zur Versöhnung auf

Dabei hätte Moldau eigentlich Grund zum Feiern gehabt. ESC-Vertreter Satoshi erreichte mit seinem Song „Viva Moldova“ einen starken vierten Platz. Vor allem beim Publikum kam der Auftritt hervorragend an. Insgesamt erhielt der Sänger 183 Punkte von den Zuschauern, aber lediglich 43 Punkte von den Jurys. Angesichts der aufgeheizten Stimmung meldete sich Satoshi selbst zu Wort und rief zu mehr Ruhe auf. „Unsere Länder waren und werden Freunde sein“, erklärte der Sänger und appellierte an die Fans, die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen. 

Alexandra Capitanescu verteidigt Moldau

Auch Rumäniens ESC-Star Alexandra Capitanescu reagierte auf die Diskussionen. Die Sängerin kritisierte die Schuldzuweisungen gegenüber ganz Moldau und warnte vor übertriebenen Reaktionen. Es sei „nicht normal“, ein gesamtes Land für die Entscheidung von nur wenigen Jury-Mitgliedern verantwortlich zu machen, betonte die Drittplatzierte des diesjährigen Bewerbs. 

Die Platzierungen beim ESC 2026

Den Sieg beim ESC 2026 holte sich Bulgarien mit Sängerin Dara. Israel belegte den zweiten Platz, Rumänien landete auf Rang drei. Moldau erreichte dank Publikumsliebling Satoshi den starken vierten Platz, auch wenn der Erfolg nun vom Voting-Skandal um Vlad Turcanu überschattet wird.

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