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Darstellung von El Niño mit ungewöhnlich warmem Oberflächenwasser im tropischen Pazifik zwischen Australien und Südamerika.
El Niño entsteht im tropischen Pazifik: Ungewöhnlich warmes Oberflächenwasser breitet sich entlang des Äquators aus und kann Wetter und Niederschläge weltweit beeinflussen.
El Niño entsteht im tropischen Pazifik: Ungewöhnlich warmes Oberflächenwasser breitet sich entlang des Äquators aus und kann Wetter und Niederschläge weltweit beeinflussen.
KI-generiert / dall.e / Stefanie Hermann

El Niño: Was hinter dem mächtigen Wetterphänomen steckt

03.09.2026 um 16:32, Stefanie Hermann
min read
Dürre, Starkregen und ungewöhnliche Wärme: El Niño verändert das Wetter weltweit. So entsteht das Phänomen und das bedeutet es für Österreich.

El Niño kann das Wetter in weiten Teilen der Erde durcheinanderbringen. Das natürliche Klimaphänomen entsteht im tropischen Pazifik und kann Niederschläge, Temperaturen und sogar Stürme beeinflussen. Während manche Regionen mit extremer Trockenheit kämpfen, drohen andernorts heftige Regenfälle und Überschwemmungen. Doch was ist El Niño eigentlich und wie entsteht das Phänomen?

El Niño auf einen Blick

  • Natürliches Klimaphänomen im tropischen Pazifik
  • Das Oberflächenwasser im zentralen und östlichen Pazifik wird ungewöhnlich warm
  • Die Passatwinde schwächen sich ab oder verändern ihre Richtung
  • Warmes Oberflächenwasser kann sich dadurch weiter nach Osten ausbreiten
  • El Niño kann Niederschläge und Temperaturen weltweit beeinflussen
  • Ein El-Niño-Ereignis hält üblicherweise mehrere Monate an

Was ist El Niño?

El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen im tropischen Pazifik. Es gehört zu einem größeren Klimakreislauf, der als El Niño-Southern Oscillation, kurz ENSO, bezeichnet wird. Vereinfacht gesagt erwärmt sich bei einem El Niño das Oberflächenwasser im zentralen und östlichen tropischen Pazifik ungewöhnlich stark.

Die Erwärmung bleibt nicht auf das Meer beschränkt. Der Pazifik ist riesig und steht in ständigem Austausch mit der Atmosphäre. Verändert sich dort die Wassertemperatur großflächig, können sich auch Luftdruck, Winde und Niederschlagsgebiete verschieben. Deshalb kann El Niño das Wetter Tausende Kilometer entfernt beeinflussen.

Warum heißt El Niño eigentlich El Niño?

Der Name El Niño kommt aus dem Spanischen und bedeutet übersetzt „der Junge“ beziehungsweise „das Christkind“. Geprägt haben den Begriff Fischer an der Westküste Südamerikas, insbesondere in Peru und Ecuador. Ihnen ist aufgefallen, dass sich das Meerwasser vor der Küste in manchen Jahren rund um die Weihnachtszeit ungewöhnlich stark erwärmt, was starke Einflüsse auf den Fischfang hat. Deshalb bezeichneten sie die warme Meeresströmung als „El Niño“, in Anlehnung an das Christuskind. Später hat sich der Name auch international für das großräumige Klimaphänomen im tropischen Pazifik durchgesetzt.

So entsteht El Niño im Pazifik

Unter normalen Bedingungen wehen im tropischen Pazifik die sogenannten Passatwinde von Osten nach Westen. Sie schieben warmes Oberflächenwasser in Richtung des westlichen Pazifiks. Vor der Küste Südamerikas steigt gleichzeitig kühleres, nährstoffreiches Wasser aus tieferen Meeresschichten auf.

Bei El Niño schwächen sich die Passatwinde ab oder verändern ihre Richtung. Das warme Wasser kann sich dadurch wieder weiter nach Osten ausbreiten. Vor der südamerikanischen Küste wird das Meer ungewöhnlich warm und der Aufstieg des kalten Tiefenwassers verändert sich.

Hält dieser Zustand über mehrere Monate an, beeinflusst die enorme warme Wasserfläche schließlich auch die Atmosphäre. Großräumige Luftströmungen und Niederschlagsmuster verschieben sich.

Infografik zur Entstehung von El Niño mit Passatwinden, warmem Pazifikwasser und möglichen Folgen wie Dürre, Starkregen und Überschwemmungen.
Schwächere Passatwinde lassen warmes Oberflächenwasser im Pazifik nach Osten wandern. Dadurch verändert El Niño Niederschläge und Temperaturen weltweit.

Warum El Niño das Wetter verändert

Meer und Atmosphäre bilden ein miteinander verbundenes System. Warmes Meerwasser gibt Wärme und Feuchtigkeit an die Luft ab. Verändert sich die Temperatur einer riesigen Meeresregion wie des tropischen Pazifiks, kann sich deshalb auch die Zirkulation in der Atmosphäre verändern.

Die Folgen fallen regional sehr unterschiedlich aus. Manche Gebiete bekommen weniger Regen und erleben lange Trockenperioden. In anderen Regionen steigt dagegen die Wahrscheinlichkeit für starke Niederschläge und Überschwemmungen. Auch ungewöhnlich hohe Temperaturen können auftreten.

Ein starkes El Niño bedeutet allerdings nicht automatisch, dass eine bestimmte Region ein bestimmtes Wetter bekommt. Die tatsächliche Entwicklung hängt immer auch von anderen Wetter- und Klimafaktoren ab.

Welche Folgen kann El Niño haben?

Zu den typischen Auswirkungen eines starken El Niño gehören Dürren, Starkregen, Überschwemmungen und ungewöhnlich hohe Temperaturen. Besonders empfindlich reagieren Regionen, deren Landwirtschaft stark von regelmäßigen Regenzeiten abhängig ist.

Trockenheit kann Ernten gefährden, die Trinkwasserversorgung belasten und Waldbrände begünstigen. Übermäßiger Regen kann wiederum Überschwemmungen, Erdrutsche und Schäden an Straßen oder Gebäuden verursachen.

Damit können die Auswirkungen weit über das Wetter hinausgehen. Ernteausfälle beeinflussen Lebensmittelpreise und Lieferketten, Wassermangel kann die Energieproduktion aus Wasserkraft einschränken und Naturkatastrophen können ganze Regionen wirtschaftlich belasten.

El Niño und Klimawandel sind nicht dasselbe

El Niño wird nicht durch den menschengemachten Klimawandel verursacht. Das Wetterphänomen ist Teil eines natürlichen Klimakreislaufs und hat bereits lange vor der heutigen globalen Erwärmung stattgefunden.

Trotzdem können beide Entwicklungen zusammenspielen. Eine wärmere Atmosphäre kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen, wodurch starke Niederschläge intensiver ausfallen können. Gleichzeitig können höhere Grundtemperaturen Böden bei ausbleibendem Regen schneller austrocknen.

El Niño findet heute also in einer bereits deutlich wärmeren Welt statt. Dadurch können sich einzelne Auswirkungen zusätzlich verschärfen.

El Niño, La Niña und Normalzustand: der Unterschied

El Niño: Das Oberflächenwasser im zentralen und östlichen tropischen Pazifik ist ungewöhnlich warm.

La Niña: Sie bezeichnet die entgegengesetzte Phase des Klimazyklus, bei der das Wasser in dieser Region ungewöhnlich kühl ist.

Normalzustand: Passatwinde schieben warmes Oberflächenwasser in Richtung Westpazifik. Vor Südamerika steigt gleichzeitig kühleres Tiefenwasser auf.

Was bedeutet El Niño für Österreich?

Für Österreich und Mitteleuropa ist der Zusammenhang deutlich komplizierter als in vielen Regionen rund um den Pazifik. Aus einem starken El Niño lässt sich keine konkrete Wetterprognose für Österreich ableiten.

Ein besonders starkes Ereignis bedeutet daher nicht automatisch einen heißen Sommer, einen milden Winter oder außergewöhnlich viel Niederschlag in Österreich. Dafür spielen in Europa zahlreiche andere Faktoren und großräumige Wetterlagen eine entscheidende Rolle.

El Niño kann zwar die weltweite atmosphärische Zirkulation beeinflussen, seine konkreten Auswirkungen unterscheiden sich aber von Ereignis zu Ereignis. Für Prognosen in Österreich bleiben deshalb die aktuellen Wettermodelle entscheidend.

Wie lange dauert El Niño?

Ein El-Niño-Ereignis hält üblicherweise mehrere Monate an. Während dieser Zeit können sich Stärke und Auswirkungen verändern. Auch nachdem sich die ungewöhnlich hohen Wassertemperaturen im Pazifik wieder abschwächen, können Folgen für das globale Klima noch einige Zeit spürbar bleiben.

El Niño ist damit kein einzelnes Wetterereignis wie ein Sturm oder ein Gewitter. Es handelt sich um eine großräumige Veränderung des Zusammenspiels zwischen Ozean und Atmosphäre, die das weltweite Wetter über einen längeren Zeitraum beeinflussen kann.

FAQ: Die wichtigsten Fragen zu El Niño

Was ist El Niño einfach erklärt?

El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen im tropischen Pazifik. Dabei erwärmt sich das Oberflächenwasser im zentralen und östlichen Pazifik ungewöhnlich stark. Dadurch können sich Luftströmungen und Niederschlagsmuster verändern.

Warum heißt El Niño so?

El Niño kommt aus dem Spanischen und bedeutet „der Junge“ beziehungsweise „das Christkind“. Fischer an der Westküste Südamerikas verwendeten den Namen für ungewöhnlich warmes Meerwasser, das rund um die Weihnachtszeit auftrat.

Wie lange dauert El Niño?

Ein El-Niño-Ereignis hält üblicherweise mehrere Monate an. Stärke und Auswirkungen können sich während dieser Zeit verändern.

Welche Folgen kann El Niño haben?

Je nach Region kann El Niño Dürren, Starkregen, Überschwemmungen und ungewöhnlich hohe Temperaturen begünstigen. Welche Auswirkungen tatsächlich auftreten, hängt auch von anderen Wetter- und Klimafaktoren ab.

Ist El Niño eine Folge des Klimawandels?

Nein. El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen und wird nicht durch den menschengemachten Klimawandel verursacht. Die globale Erwärmung kann jedoch mit den Auswirkungen eines El-Niño-Ereignisses zusammenspielen.

Welche Auswirkungen hat El Niño auf Österreich?

Für Österreich und Mitteleuropa lassen sich aus einem El-Niño-Ereignis keine konkreten Wetterprognosen ableiten. Ob ein Sommer heiß oder ein Winter mild wird, hängt von zahlreichen weiteren Faktoren und Wetterlagen ab.

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