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Junge Frau leichtbekleidet im Kleiderschrank vor Ringlicht
Selbstbestimmt schnelles Geld verdienen? Kann funktionieren, muss aber nicht.
Selbstbestimmt schnelles Geld verdienen? Kann funktionieren, muss aber nicht.
KI generiert/ Chat GPT Image/ Andrea Schröder

Big Business OnlyFans: Erotik, Stars und Illusionen

20.09.2026 um 12:39, Andrea Schröder
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Jede und jeder kann ganz einfach dabei sein, ob als Fan oder Creator: Was kostet OnlyFans, was bekommen Fans für ihr Abo und wie viel verdient man tatsächlich?

Drei Staffeln lang rettete Erika Eleniak als Shauni McClain in „Baywatch“ Badegäste. Heute verkauft die 56-Jährige Einblicke in ihr Leben auf OnlyFans. Besonders gefragt: ihre nackten Füße. Eleniak kündigt vor allem Barfuß-Aufnahmen am Strand an – und zeigt damit, wie speziell die Wünsche zahlender Fans sein können. Das Erfolgsrezept von OnlyFans: exklusive Inhalte nach individuellen Vorlieben, gepaart mit dem Gefühl persönlichen Kontakts zu den „Creatorn“.

Wie funktioniert OnlyFans?

OnlyFans wurde 2016 in Großbritannien gegründet. Das Prinzip ist einfach: Creator stellen Fotos, Videos oder andere Inhalte hinter eine Bezahlschranke. Fans bezahlen für den Zugang – meist über ein monatliches Abo. Inzwischen zählt die Plattform weltweit rund 377 Millionen registrierte Nutzer und 4,6 Millionen Creator. Von den Einnahmen der Anbieter:innen behält OnlyFans 20 Prozent.

Erotische und freizügige Inhalte haben die Plattform groß gemacht, vorgeschrieben sind sie jedoch nicht. Auch Musiker, Künstler und andere Content-Produzenten nutzen OnlyFans. Wie ungewöhnlich die angebotenen Inhalte sein können, zeigt etwa die „Harry Potter“-Darstellerin Jessie Cave: Sie setzt auf Hair-Content für Fans mit einem Faible für lange Haare.

Porträt im Blümchenkleid
Wer auf lange Haare steht, ist bei Jessie Cave richtig.

Was kostet OnlyFans?

Abos gibt es bereits ab rund fünf Euro pro Monat. Damit erhalten Fans Zugang zum Content eines Creators. Das Monatsabo ist allerdings häufig nur der Einstieg: Weitere Fotos und Videos können einzeln kostenpflichtig freigeschaltet werden, manche auch ohne bestehendes Abo. Einige Creator erstellen gegen Aufpreis individuelle Fotos oder Botschaften, auch Trinkgelder sind möglich.

Ein wichtiger Bestandteil des Geschäfts sind außerdem private Nachrichten. Fans können mit ihrem Lieblings-Creator chatten – oder mit dessen Agentur. Wer ein OnlyFans-Abo abschließt, hat also keineswegs automatisch Zugriff auf sämtliche Inhalte.

Wie viel verdienen Creator auf OnlyFans?

Eine Million US-Dollar in nur 24 Stunden wie Bella Thorne oder fünfstellige Tagesumsätze wie Jessie Cave: Spektakuläre Erfolgsgeschichten nähren die Vorstellung, mit OnlyFans lasse sich leicht sehr viel Geld verdienen.

Die Realität sieht anders aus. Auch die Finanzbildung des Fonds Soziales Wien (FSW), die Jugendliche im Umgang mit Geld schult, begegnet Vorstellungen vom vermeintlich schnellen Geld – neben Krypto und Online-Glücksspiel auch durch Plattformen wie OnlyFans. Gerade junge Frauen sind mit Erzählungen konfrontiert, wonach sich Attraktivität und Erotik einfach und selbstbestimmt monetarisieren ließen.

Tatsächlich erzielt laut FSW nur ein kleiner Teil der Creator hohe Einnahmen. Dem stehen großer Zeitaufwand, Konkurrenzdruck und permanente Selbstvermarktung gegenüber. Wer mit OnlyFans dauerhaft Geld verdienen möchte, muss nicht nur laufend neue Inhalte produzieren, sondern meist auch auf anderen sozialen Netzwerken Reichweite aufbauen und die eigene Community betreuen.

Screenshot von OnlyFas Account
Sie soll die Top-Verdienerin weltweit sein: US-Star Erica Mena

Welche Stars sind auf OnlyFans?

OnlyFans ist längst auch bei Prominenten angekommen. „Baywatch“-Star Carmen Electra etwa ist schon seit 2022 auf der Plattform aktiv. Sie veröffentlicht dort Inhalte nach ihren eigenen Vorstellungen, zeigt sich nach eigener Aussage aber nie nackt und erfüllt auch Wünsche treuer Fans.

Wrestling- und Hollywood-Star John Cena nutzte OnlyFans wiederum gar nicht als klassische Einnahmequelle: Sein kurzer Auftritt als Filmfigur „Ricky Stanicky“ war ein PR-Gag für den gleichnamigen Film.

Porträt  vor Mikrofon
Er weiß, wie PR geht: John Cena ("Fast and Furious") nutzte OnlyFans als Werbeplattform

In Deutschland hat sich OnlyFans für viele bekannte LeistungssportlerInnen zu einer etablierten Sponsoring- und Finanzierungsquelle entwickelt. Da teurer Spitzensport oft nicht allein durch Verbände getragen werden kann, nutzen Athletinnen und Athleten die Plattform, um exklusive Trainings- und Fitnessinhalte, aber auch ästhetische Aufnahmen (meist ohne vollständige Nacktheit) zu zeigen. So sichern sich Top-Athleten wie die Bob-Olympiasiegerin Lisa Buckwitz, der Olympia-Anschieber Georg Fleischhauer sowie der Wasserspringer Timo Barthel über die Plattform wichtige zusätzliche Einnahmen

Porträt in Rennkleidung
Die deutsche Bobfahrerin Lisa Buckwitz spricht in einer ZDF-Doku offen über OnlyFans

Wer schreibt wirklich mit den Fans?

Mit der Hoffnung auf hohe Verdienste machen inzwischen auch spezialisierte OnlyFans-Agenturen Geschäfte. Sie übernehmen etwa Marketing und Account-Betreuung, teilweise sogar die privaten Chats mit Fans. Hinter einer vermeintlich persönlichen Nachricht des Idols kann damit in Wahrheit ein bezahlter „Chatter“ stecken.

Agenturen suchen zudem über Instagram und TikTok nach neuen Gesichtern. Eine ehemalige Recruiterin berichtete dem britischen „Guardian“, Profile systematisch nach potenziellen OnlyFans-Models durchsucht zu haben. Recherchen dokumentieren auch aggressive Anwerbemethoden und Fälle, in denen junge Frauen unter Druck gesetzt wurden, sich nackter zu zeigen.

Hand mit Smartphone mit OnlyFans Logo
Wenige Klicks, und schon ist ein Fan-Account auf OnlyFans erstellt

Welche Risiken birgt OnlyFans?

Wer auf OnlyFans Geld verdienen will, sollte nicht nur mögliche Einnahmen im Blick haben. Die FSW Finanzbildung warnt vor Risiken für die Privatsphäre, der dauerhaften Verfügbarkeit einmal veröffentlichter Inhalte, Datenmissbrauch und Erpressung. Was einmal im Netz ist, lässt sich kaum zurückholen. Hinzu kommen rechtliche und steuerliche Fragen.

Für Fans kann die Plattform dagegen zur Kostenfalle werden. Als Ursache einer Überschuldung spielt OnlyFans in der FSW Schuldenberatung derzeit zwar eine untergeordnete Rolle. Problematisch können jedoch laufende Ausgaben und Abonnements werden, die sich summieren. Aus Scham würden Ausgaben für Erotikplattformen in Beratungen mitunter erst spät offengelegt. OnlyFans kann für einige tatsächlich zur Goldgrube werden. Die spektakulären Erfolgsgeschichten erzählen allerdings nur einen Teil der Wahrheit.

Tier auf Felsen liegend
Murmeltiercontent auf OnlyFans? Yes!

OnlyFans kann auch anders

Dass OnlyFans nicht ausschließlich für erotische Inhalte genutzt wird, zeigt ein besonders kurioses Beispiel aus den USA. Forschende nutzen unter dem Namen „OnlyMarms“ die Plattform, um Geld für eine Langzeitstudie über Gelbbauchmurmeltiere zu sammeln. Hintergrund sind Kürzungen bei Forschungsgeldern. Statt freizügiger Fotos bekommen Fans dort Einblicke in das Leben der Tiere.

Das Beispiel bringt das Geschäftsmodell auf den Punkt: OnlyFans verkauft im Kern nicht Erotik, sondern exklusiven Zugang zu Inhalten. Ob Hollywood-Star, Hair-Content oder Murmeltier – bezahlt wird für Content, den Fans anderswo nicht bekommen.

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