El Niño wird immer stärker: So verändert sich jetzt das Wetter
- El Niño könnte außergewöhnlich stark werden
- Was sich durch El Niño verändert
- Trockenheit hier, Starkregen dort
- El Niño garantiert keinen Regen
- El Niño ist kein Produkt des Klimawandels
- Auswirkungen für Europa unklar
El Niño nimmt 2026 deutlich an Stärke zu. Wetterdienste auf mehreren Kontinenten rechnen damit, dass es sich zu einem der stärksten Klimaphänomene seit Beginn der Aufzeichnungen entwickeln könnte. Die Auswirkungen zeigen sich allerdings regional völlig unterschiedlich. Während in manchen Gebieten Trockenheit droht, können andernorts Starkregen und ungewöhnliche Wärme auftreten.
El Niño 2026: Das Wichtigste im Überblick
- Prognose: Die NOAA beziffert die Wahrscheinlichkeit für die prognostizierte Entwicklung mittlerweile mit 90 Prozent.
- Stärke: El Niño 2026 könnte zu den stärksten Ereignissen seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen im Jahr 1950 zählen.
- Wetter: Ein starkes El Niño kann Niederschläge, Temperaturen und großräumige Wettermuster beeinflussen.
- Regionale Unterschiede: Je nach Region können Trockenheit, ungewöhnliche Wärme oder starke Niederschläge auftreten.
- Österreich: Für Österreich und Mitteleuropa lässt sich aus den ausgewerteten Prognosen derzeit noch keine konkrete Wetterentwicklung ableiten.
El Niño könnte außergewöhnlich stark werden
Die US-Wetterbehörde NOAA hat ihre Einschätzung zuletzt deutlich nach oben geschraubt. Die Wahrscheinlichkeit für die prognostizierte Entwicklung liegt mittlerweile bei 90 Prozent, nach 81 Prozent einen Monat zuvor.
Meteorologe David Biggar von NBC Los Angeles warnt, dass dieses El Niño zu den stärksten seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen im Jahr 1950 gehören könnte. Gleichzeitig betont er einen entscheidenden Punkt: Ein besonders starkes El Niño bedeutet nicht automatisch, dass überall die klassischen Wetterfolgen auftreten.
Auch Prognosen aus anderen Teilen der Welt weisen in dieselbe Richtung. In Vietnam rechnen Meteorologen damit, dass El Niño bis Ende 2026 stark bis sehr stark bleibt. In Peru geht die ENFEN-Kommission beim globalen El Niño zwischen Oktober 2026 und Februar 2027 ebenfalls von einer am wahrscheinlichsten starken bis sehr starken Ausprägung aus.
Was sich durch El Niño verändert
Bei El Niño erwärmt sich das Wasser im tropischen Pazifik vor der Küste Südamerikas ungewöhnlich stark. Dadurch verändern sich großräumige Luftströmungen und damit Wettermuster in verschiedenen Teilen der Erde.
Die Folgen können erheblich sein, folgen aber keinem einfachen Schema. Während eines El Niño nimmt beispielsweise die Hurrikanaktivität im Pazifik häufig zu und im Atlantik ab. Gleichzeitig können sich Niederschlagsgebiete verschieben und außergewöhnlich warme oder trockene Perioden entstehen.
Trockenheit hier, Starkregen dort
Wie unterschiedlich die Auswirkungen ausfallen können, zeigt bereits der Blick auf die aktuellen Prognosen. Vietnam erwartet weniger Taifune und tropische Tiefdruckgebiete als im langjährigen Durchschnitt. Gleichzeitig droht ausgerechnet während der wichtigen Regenzeit im Oktober und November in Zentralvietnam Niederschlagsmangel.
Im zentralen Hochland und im Süden könnte die Regenzeit früher enden. Dadurch steigt laut den dortigen Prognosen auch das Risiko, dass Salzwasser früher und stärker in betroffene Gebiete eindringt. Für den Winter wird zudem mit schwächeren Kaltlufteinbrüchen und weniger intensiven Kälteperioden gerechnet.
In Peru bereiten sich die Behörden unterdessen auf mögliche schwere Auswirkungen vor. Das küstennahe El Niño könnte bis zum Sommer eine Stärke zwischen „stark und außergewöhnlich“ erreichen. Auswirkungen auf Landwirtschaft, Fischerei und Fischmehlindustrie werden bereits beobachtet.
El Niño garantiert keinen Regen
Wie schwer Prognosen für einzelne Regionen sind, zeigt ein Blick nach Kalifornien. Selbst ein extrem starkes El Niño garantiert dort keinen regenreichen Winter.
Das sehr starke Ereignis 2015/2016 gehörte zu den intensivsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Trotzdem entwickelte sich das betreffende Jahr in Los Angeles zu einem der trockensten. Ein anderes El-Niño-Ereignis brachte dagegen mehr als das Doppelte der durchschnittlichen Niederschlagsmenge.
El Niño ist kein Produkt des Klimawandels
Auch beim Zusammenhang mit dem Klimawandel ist eine Unterscheidung wichtig. El Niño ist ein natürlich auftretendes Klimaphänomen und wird nicht durch den menschengemachten Klimawandel verursacht.
Der Klimawandel kann allerdings beeinflussen, wie häufig oder intensiv solche Ereignisse auftreten und welche Folgen sie haben. Wie sich das Zusammenspiel beim aktuellen El Niño konkret entwickelt, ist aktuell noch unklar.
Auswirkungen für Europa unklar
Ebenfalls unklar ist aktuell noch, wie sich die Änderungen hierzulande bemerkbar machen werden. Für Österreich und Mitteleuropa liefern die ausgewerteten Prognosen zudem noch keine belastbare konkrete Aussage darüber, welche Wetterveränderungen das aktuelle El Niño in den kommenden Monaten bringen wird.
FAQ: El Niño 2026 und die Folgen für das Wetter
Was ist El Niño?
El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen. Dabei erwärmt sich das Wasser im tropischen Pazifik vor der Küste Südamerikas ungewöhnlich stark. Dadurch können sich großräumige Luftströmungen und Wettermuster verändern.
Wie stark wird El Niño 2026?
Die aktuellen Prognosen deuten auf ein starkes bis sehr starkes El Niño hin. Laut Meteorologe David Biggar könnte das Ereignis zu den stärksten seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen im Jahr 1950 zählen.
Welche Auswirkungen hat El Niño auf das Wetter?
Die Auswirkungen unterscheiden sich je nach Region. El Niño kann Niederschlagsgebiete und Temperaturen beeinflussen. Dadurch können in manchen Regionen Trockenheit und ungewöhnliche Wärme auftreten, während andernorts starke Niederschläge möglich sind.
Bringt ein starkes El Niño automatisch mehr Regen?
Nein. Ein starkes El Niño garantiert keinen besonders regenreichen Winter. Frühere Ereignisse zeigen, dass selbst sehr starke El-Niño-Phasen regional sowohl mit Trockenheit als auch mit überdurchschnittlichen Niederschlägen einhergehen können.
Welche Folgen hat El Niño 2026 für Österreich?
Für Österreich und Mitteleuropa lässt sich aus den ausgewerteten Prognosen derzeit noch keine belastbare konkrete Wetterentwicklung ableiten. Welche Auswirkungen El Niño hierzulande in den kommenden Monaten hat, bleibt daher offen.
Wird El Niño durch den Klimawandel verursacht?
Nein. El Niño ist ein natürlich auftretendes Klimaphänomen. Der Klimawandel verursacht El Niño nicht, kann aber dessen Intensität, Häufigkeit und Auswirkungen beeinflussen.