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Außenansicht einer Wiener Billa-Filiale
Billa und die Tafel Österreich spenden abgepacktes Frischfleisch an karitative Organisationen wie das Wiener „Häferl“.
Billa und die Tafel Österreich spenden abgepacktes Frischfleisch an karitative Organisationen wie das Wiener „Häferl“.
Skorobogadko / Shutterstock.com

Handels-Knall: Billa schenkt jetzt Lebensmittel her

02.09.2026 um 14:15, Marcel Toifl
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Billa und die Tafel Österreich starten eine Spendenaktion: Welches Fleisch im Rahmen der Schenkung an bedürftige Sozialeinrichtungen geht.

Lebensmittel sind kostbar – doch gerade die Weitergabe von frischem Fleisch stellt den Handel und soziale Einrichtungen vor enorme hygienische und rechtliche Herausforderungen. In Kooperation mit der Tafel Österreich und der Lebensmittelbehörde hat der Handelsriese Billa ein Pionierprojekt ins Leben gerufen, um eine hochwertige Spende von Fleischprodukten an karitative Organisationen zu ermöglichen. Seit Dienstag wird das Projekt schrittweise auf insgesamt 40 Wiener Filialen ausgeweitet.

Welche Lebensmittel werden konkret verschenkt?

Im Zentrum der Spendenaktion steht frisches Qualitätsfleisch, das kurz vor dem Ablauf des Verbrauchsdatums steht. Um höchste Standards bei der Lebensmittelsicherheit zu garantieren, unterliegt die Auswahl der verschenkten Waren klaren Vorgaben:

  • Erlaubte Fleischsorten: Weitergegeben werden Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch.
  • Verpackungsstandard: Es handelt sich ausschließlich um Artikel aus dem Selbstbedienungsbereich (SB), die unter industriellen, sterilen Bedingungen abgepackt wurden.
  • Ausgenommene Produkte: Besonders sensible Waren wie Faschiertes (Hackfleisch) oder Innereien sind aus Sicherheitsgründen strikt von der Weitergabe ausgeschlossen.
  • Sonderregelung für Geflügel: Geflügelfleisch wird nur abgegeben, wenn die aufnehmende Organisation garantiert, dass es noch am Tag des Verbrauchsdatums vollständig durcherhitzt oder verkocht wird.

Gespendet werden die Waren am Tag ihres Verbrauchsdatums. Die Abholung erfolgt durch geschulte Mitarbeiter der Tafel Österreich oder der karitativen Organisationen in Kühlwägen oder speziellen Kühlboxen, um eine geschlossene Kühlkette sicherzustellen.

Ausweitung auf 40 Märkte und strenge Hygieneauflagen

Nach einem erfolgreichen Testbetrieb seit April 2025, bei dem fünf Billa- und drei Billa-Plus-Märkte im Wiener Stadtgebiet mehr als zwei Tonnen Frischfleisch retteten, wurde die Initiative nun für drei Monate auf 30 Billa- und 10-Billa-Plus-Standorte in Wien ausgerollt.

„Fleisch hat eine besondere Wertigkeit, gleichzeitig gelten im Fleischbereich besonders strenge gesetzliche Vorgaben und Hygienevorschriften. Lebensmittelsicherheit hat für uns oberste Priorität – auch bei der Weitergabe von Fleisch“, betont Robert Nagele, Vorstand bei Billa in einer Aussendung. „Der seit April 2025 laufende Testbetrieb hat bereits gezeigt, welches Potenzial in dem Projekt steckt. Schon in dieser Phase konnten mehr als zwei Tonnen Fleisch an karitative Einrichtungen weitergegeben werden. Mit der Ausrollung von bisher acht auf nun 40 Märkte erhalten noch mehr karitative Einrichtungen hochwertige Fleischprodukte.“

Auch bei der Tafel Österreich sieht man in der Kooperation einen zentralen Meilenstein. Alexandra Gruber, Geschäftsführerin der Tafel Österreich, erklärt: „Während der Bedarf an kostenfreier Lebensmittelhilfe stark gestiegen ist, werden durch optimierte Prozesse im Handel weniger Lebensmittel überschüssig. Das ist grundsätzlich positiv, stellt uns aber vor neue Herausforderungen. Die karitative Lebensmittelweitergabe muss sich daher weiterentwickeln und wir setzen alles daran, neue Warenquellen zu erschließen. Mit Billa als starkem Partner haben wir uns an das komplexe Thema Fleischrettung herangewagt und ein echtes Pionierprojekt auf den Weg gebracht. Damit können wir noch mehr hochwertige Lebensmittel vor dem Verlust bewahren und Menschen in schwierigen Lebenslagen unterstützen.“

Hilfe für Armutsbetroffene im Wiener „Häferl“

Ein wichtiger Empfänger der Fleischspenden ist das „Häferl“, eine Einrichtung der Stadtdiakonie Wien im 6. Wiener Gemeindebezirk. Das „Wirtshaus für Alle“ bietet wohnungslosen und armutsbetroffenen Menschen an jedem Öffnungstag ein kostenloses, dreigängiges Menü. Dank der regelmäßigen Fleischlieferungen konnte dort ein zweiter fester Fleischtag pro Woche eingeführt werden.

„Für Menschen, die wenig Geld haben, sind viele Lebensmittel zum Luxus geworden. Hohe Inflation und die zunehmende Vermögensungleichheit verschärfen diese Situation zusehends“, erläutert Wilhelm Raber, Geschäftsführer der Stadtdiakonie Wien. „Wir finden: Armut darf nicht bedeuten, dass Menschen auf eine ausgewogene und vielfältige Ernährung verzichten müssen. Mit unseren Angeboten decken wir nicht nur den Grundbedarf, sondern möchten auch Lebensfreude stiften und gelegentlich etwas Luxus bieten. Dazu gehört auch, Fleischgerichte anzubieten.“

Die hohe Nachfrage unterstreicht auch Tobias Riener, Leiter des „Häferls“: „Fleisch ist ein besonders kostbares Lebensmittel, das von unseren Besuchern sehr geschätzt wird. An Tagen, an denen ein Fleischgericht am Menüplan steht, servieren wir bis zu einem Viertel mehr Portionen – teilweise weit über 400 Teller. Wir sind dankbar, Teil des Projekts zu sein, das uns bereits in der Testphase mehr Flexibilität in der Menügestaltung gebracht und vielen hungrigen Menschen eine große Freude bereitet hat.“

Weitere Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung

Die Weitergabe von Frischfleisch ergänzt ein umfassendes Programm, mit dem Billa der Lebensmittelverschwendung entgegenwirkt. Neben einer vorausschauenden Warenbestellung arbeitet beinahe jeder Markt in Österreich mit mindestens einer karitativen Organisation zusammen. Allein im Jahr 2025 spendeten Billa und Billa Plus über 23 Millionen Mahlzeiten-Äquivalente.

Zusätzlich setzt der Handelskonzern auf den Verkauf von Obst- und Gemüse- sowie Gebäck-„Rettersackerln“ und vermarktet unter der Eigenmarke „Wunderlinge“ optisch nicht perfekte Produkte. Obst und Gemüse mit kleinen Mängeln werden marktintern zu Smoothies oder Salatbowls verarbeitet, während ablaufende Artikel vergünstigt angeboten werden. Nicht mehr verkaufbare Backwaren werden schließlich in Zusammenarbeit mit Partnern zu hochwertigem Tierfutter verarbeitet.

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