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Krokusse und Schneeglöckchen im Schnee – Symbolfoto zur Bauernregel Februar über Winterende und Frühlingsbeginn in Österreich.
Bauernregel Februar: Der Jahrhundertkalender verspricht einen frühen Frühling, warnt aber auch vor erneutem Winter.
Bauernregel Februar: Der Jahrhundertkalender verspricht einen frühen Frühling, warnt aber auch vor erneutem Winter.
dall.e / weekend.at

Bauernregel Februar: Kommt jetzt der Winter zurück?

27.02.2026 um 08:17, Anna Kirschbaum
min read
Alte Bauernregeln verraten, ob der Februar Frühling oder Frost bringt. Was die Bauernregel Februar 2026 wirklich bedeutet und ob wir noch einmal zittern müssen.

Der Februar 2026 zeigt sich vielerorts ungewohnt mild. Nach frostigen Wochen steigen die Temperaturen auf bis zu 20 Grad – ein Hauch von Frühling liegt in der Luft. Laut Bauernregel Februar ist das kein gutes Zeichen: Ist es so früh so warm, könnte der Winter schon bald ein eisiges Comeback starten.

Bauernregel Februar: Kein früher Frühling

Glaubt man den alten Überlieferungen, ist der frühe Sonnenschein trügerisch. „Ist’s im Februar zu warm, friert man zu Ostern bis in den Darm“, so die Wetterweisheit. Auf die milden Temperaturen im Februar könnte damit eine erneute Kältewelle folgen. Andere Bauernregeln deuten dafür aber keineswegs auf eine Rückkehr des Frosts hin – im Gegenteil.

Bauernregel zu Mariä Lichtmess

Eine zentrale Rolle im Februar-Bauernkalender spielt Mariä Lichtmess. Wetter und Sonnenschein am 2. Februar sollen Aufschluss über den weiteren Verlauf des Winters geben. „Gibt’s an Lichtmess Sonnenschein, wird’s ein später Frühling sein“, heißt es in der Volksweisheit. Ist der Himmel trüb, kündigt das dagegen baldige Wärme an. Auch „Lichtmess im Klee, Ostern im Schnee“ warnt davor, frühes Grün mit echtem Frühling zu verwechseln.

Und hier kommt die gute Nachricht für alle Sonnen- und Frühlingshungrigen: Der 2. Februar hat sich in Österreich düster und kalt gezeigt. Laut Bauernkalender steht damit definitiv weiterhin mildes Wetter ins Haus.

Walburga kündigt den Frühling an

Das bestätigt auch der zweite wichtige Stichtag im Bauernkalender. Für den Walburga-Tag gilt die Regel: „St. Burgel geht dem Winter an die Gurgel“. 2026 passt das gut: Der 25. Februar war in Österreich ein sonniger Tag mit Tagestemperaturen im teils zweistelligen Bereich.

Winter 2026 im Zeichen der Extreme

Und gut wär’s: Österreich hat 2026 einen ungewöhnlich eisigen Winter mit Kälterekorden von -29 Grad (Liebenau, Oberösterreich) gebracht. Der Monatsdurchschnitt lag nicht nur unter dem langjährigen Mittel, es war der kälteste Winter seit neun Jahren.

Auch im Februar hat der Winter noch einmal voll zugeschlagen: Ein Adriatief hat massive Schneemengen bis nach Wien geschaufelt. Nur eine Woche später zeigt sich das Wetter jetzt ungewöhnlich mild und läutet bereits den Frühlingsbeginn ein.

Moderne Meteorologie & Blockadelage

Während die eine Bauernregel vor einem Wintercomeback warnt, versprechen andere also den baldigen Frühling. Aber was gilt?

Moderne Meteorologen räumen den Bauernregeln im Februar eine gewisse Relevanz ein. Auch sie warnen, dass die milde Phase nur vorübergehend sein könnte. Hinter den Sprüchen steckt Erfahrung mit wiederkehrenden Mustern: Auf eine längere Wärmeperiode folgt oft eine sogenannte Blockadelage.

Dabei lösen warme Luftmassen aus dem Süden stabile Hochdrucklagen aus. Wenn diese sich verschieben, entsteht Raum für Kaltluft aus dem Norden oder Osten. Die Blockadelage lenkt die kalte Polarluft dann nach Mitteleuropa. Die milden Temperaturen könnten also nur ein kurzer Vorgeschmack auf den Frühling sein.

Was uns maximal die Laune verdirbt, ist für Natur und Landwirtschaft ein größeres Problem: Treiben Knospen zu früh, drohen bei erneutem Kälteeinbruch Frostschäden im März oder April.

Welche Bauernregel Februar 2026 letztlich recht behält, lässt sich aus den heutigen Wetterprognosen noch nicht herauslesen.

FAQ – Bauernregel Februar

Was bedeutet die „Bauernregel Februar“?
Der Begriff fasst mehrere traditionelle Sprüche zusammen, die das Wetter im Februar deuten. Typisch ist die Warnung, dass ungewöhnliche Wärme im Februar oft ein Zeichen für ein spätes Winter‑ oder Frostereignis sein kann.
Welche Sprüche sind am bekanntesten?
Bekannte Formulierungen sind etwa: „Ist’s im Februar zu warm, friert man zu Ostern bis in den Darm“, „Lichtmess im Klee, Ostern im Schnee“ oder „Gibt’s an Lichtmess Sonnenschein, wird’s ein später Frühling sein.“
Wie zuverlässig sind diese Bauernregeln?
Bauernregeln beruhen auf jahrhundertelanger Beobachtung und liefern oft plausible Hinweise auf Großwetterlagen. Wissenschaftlich exakt und experimentell beweisbar sind sie aber nicht. Für kurzfristige Prognosen bleiben moderne meteorologische Modelle aussagekräftiger.
Welche Anzeichen deuten konkret auf eine Winterrückkehr hin?
Typische Signale sind: plötzliche, ungewöhnliche Wärme im Februar; frühes Austreiben von Knospen; klarer Himmel an Mariä Lichtmess (2. Februar); stabile Hochdrucklagen, gefolgt von Blockaden über Skandinavien, die Polarluft nach Mitteleuropa lenken.
Was ist eine Blockadelage und warum ist sie wichtig?
Eine Blockadelage ist eine stabile Druckkonstellation (meist ein Hoch), die die vorherrschende West‑Ost‑Zirkulation unterbricht. Dadurch kann sehr kalte Polarluft aus Norden oder Osten nach Mitteleuropa gelangen und Temperaturrückgänge oder Schneefälle auslösen.
Sollte ich wegen einer möglichen Rückkehr des Winters Obstbäume oder Pflanzen schützen?
Ja. Wenn empfindliche Fruchtknospen bereits ausgetrieben haben, empfiehlt sich Frostschutz: Abdecken junger Pflanzen, Beregnung (wo sinnvoll) oder das Vorhalten mobiler Frostschutzsysteme. Regionale Landwirtschaftsämter geben konkrete Handlungsempfehlungen.
Welche Rolle spielen Mariä Lichtmess und Walburga im Bauernkalender?
Mariä Lichtmess (2. Februar) und der Walburga‑Tag (25. Februar) galten traditionell als Lostage: Beobachtungen an diesen Terminen wurden genutzt, um den weiteren Verlauf des Winters abzuschätzen. Viele Bauernregeln beziehen sich genau auf diese Tage.

Quellen und weiterführende Informationen

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