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Eine verschneite Fahrbahn, mit einem Verkehrsschild davor.
In Oberösterreich wurden fast minus 28 Grad gemessen.
In Oberösterreich wurden fast minus 28 Grad gemessen.
iStock.com/FotografieLink

Minus 27,9 Grad: Österreich friert weiter

08.01.2026 um 11:35, Yunus Emre Kurt
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Eiskälte hält Österreich fest im Griff: In Oberösterreich, Bezirk Freistadt, wurden in der Nacht die tiefsten Temperaturen des Landes gemessen.

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Der Winter zeigt sich derzeit von seiner härtesten Seite. In der Nacht auf Donnerstag wurden in Österreich die bislang niedrigsten Temperaturen dieses Winters gemessen. Besonders bitterkalt war es in Liebenau-Gugu im Bezirk Freistadt in Oberösterreich. Dort sank das Thermometer auf minus 27,9 Grad, der tiefste Wert im gesamten Bundesgebiet.

Die Ortschaft liegt auf rund 845 Metern Seehöhe und entwickelte sich damit klar zum Kältepol Österreichs. Die Geosphere Austria bestätigte die Messwerte und warnte gleichzeitig vor anhaltend hoher Kältebelastung in den kommenden Tagen.

Weitere Regionen stark betroffen

Auch andere Regionen meldeten extreme Tiefstwerte. In Schwarzau im Freiwald in Niederösterreich wurden in der Nacht minus 25,9 Grad registriert. Den dritten Platz im bundesweiten Kälteranking belegte der Brunnenkogel in Tirol mit minus 22,8 Grad auf über 3.400 Metern Seehöhe.

Selbst hochalpine Messstationen lagen teils hinter Tallagen zurück. So zeigte das Thermometer auf dem Sonnblick in Salzburg auf 3.109 Metern Seehöhe minus 21,8 Grad an. In Zell am See wurden bei 754 Metern Seehöhe minus 19,7 Grad gemessen.

Auch Oberösterreich und Salzburg waren abseits der Spitzenwerte stark betroffen: In Pabneukirchen im Bezirk Perg sank die Temperatur auf minus 19,6 Grad, während Radstadt in Salzburg minus 19,2 Grad verzeichnete.

Warum es so kalt ist

Die derzeitige Wetterlage begünstigt starke nächtliche Abkühlung. Klare Nächte, kaum Wind und eine trockene Luftmasse sorgen dafür, dass die gespeicherte Wärme rasch in den Weltraum abstrahlt. Besonders in höher gelegenen Becken und Senken kann sich die Kaltluft sammeln.

Warnung vor gesundheitlicher Belastung

Die Geosphere Austria warnt landesweit vor erhöhter Kältebelastung. Bereits kurze Aufenthalte im Freien können bei diesen Temperaturen zu Unterkühlungen oder Erfrierungen führen, insbesondere an Händen, Füßen, Ohren und im Gesicht. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder sowie Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Experten empfehlen, Aufenthalte im Freien möglichst kurz zu halten und auf ausreichenden Kälteschutz zu achten.

So kommen Sie sicher durch Kälte und Eis

Experten raten dringend zu Vorsichtsmaßnahmen. Warme Kleidung ist essenziell, insbesondere Mütze, Schal, Handschuhe und feste Winterschuhe. Über Kopf, Hände und Füße verliert der Körper besonders viel Wärme.

Aufenthalte im Freien sollten möglichst kurz gehalten werden, da bereits ab minus fünf Grad das Risiko für Unterkühlungen und Erfrierungen steigt. Wer länger draußen sein muss, sollte auf mehrere Kleidungsschichten setzen und regelmäßig Pausen in warmen Räumen einlegen.

Auch in den eigenen vier Wänden ist Vorsicht geboten: Heizen ja, aber regelmäßig stoßlüften. Zusätzliche Heizgeräte sollten nur kontrolliert eingesetzt werden. Warme, alkoholfreie Getränke und regelmäßige Mahlzeiten helfen dem Körper, die Temperatur zu halten. Alkohol hingegen erhöht das Risiko der Auskühlung.

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