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Nahaufnahme von vereistem Klee im Sonnenschein – Symbol für die Bauernregel zu Mariä Lichtmess, die besagt: „Lichtmess im Klee, Ostern im Schnee.“
Nach der Bauernregel zu Mariä Lichtmess („Lichtmess im Klee, Ostern im Schnee“) deutet mildes Wetter Anfang Februar auf einen langen Winter hin.
Nach der Bauernregel zu Mariä Lichtmess („Lichtmess im Klee, Ostern im Schnee“) deutet mildes Wetter Anfang Februar auf einen langen Winter hin.
dall.e / weekend.at

Bauernregel zu Mariä Lichtmess: So wird der Frühling

02.02.2026 um 13:41, Anna Kirschbaum
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Am 2. Februar ist Mariä Lichtmess. Alte Bauernregeln verraten, ob der strenge Winter noch länger bleibt oder der Frühling bald beginnt.

Mariä Lichtmess: Ursprung und Bedeutung

Am 2. Februar feiern Christen Mariä Lichtmess, das Fest der „Darstellung des Herrn“. 40 Tage nach der Geburt Jesu wird er im Tempel in Jerusalem Gott geweiht. Die Propheten Simeon und Hanna erkennen ihn als das „Licht der Völker“, so die biblische Überlieferung. Seit dem Mittelalter werden an diesem Tag Kerzen für das kommende Jahr gesegnet. Im Volksglauben galten sie als Schutz gegen Gewitter und Unheil.

Mariä Lichtmess: Wendepunkt im Bauernkalender

Das Datum markiert nicht nur das Ende der Weihnachtszeit, sondern auch einen wichtigen Tag im bäuerlichen Kalender. In der Landwirtschaft galt der 2. Februar als Wendepunkt: Für viele Dienstboten endete an diesem Tag das Arbeitsjahr. Sie erhielten ihren Lohn und konnten sich entscheiden, ob sie bei ihrem Bauern blieben oder den Hof wechselten. Zugleich galt Lichtmess als Beginn der neuen Arbeitssaison – und als Tag, an dem sich das Wetter im kommenden Frühling ankündigen sollte.

Vorbote auf den Frühling im bäuerlichen Kalender

Mariä Lichtmess war über Jahrhunderte ein entscheidender Lostag. Das Wetter an diesem Tag sollte anzeigen, wie lange der Winter noch andauert und wann der Frühling beginnt.

So heißt es etwa: „Gibt’s an Lichtmess Sonnenschein, wird’s ein später Frühling sein.“ Sonnenschein Anfang Februar bedeutete meist Hochdruckwetter mit frostigen Nächten – also ein Hinweis darauf, dass der Winter noch anhält. Ein klarer Himmel war kein Grund zur Freude, sondern ein Zeichen für eine längere Kälteperiode.

In eine ähnliche Richtung weist die Regel „Lichtmess im Klee, Ostern im Schnee.“ Von frühem Grün sollte man sich nicht täuschen lassen: Ein zu milder, sonniger Februar konnte Spätfröste und Schäden an den Feldern bedeuten.

Hoffnungsvoller klingt „Auf Lichtmess lasst es Winter sein, kommt der Frühling bald herein.“ Bleibt es an Lichtmess kalt und verschneit, gilt das als Zeichen, dass der Winter seinen Höhepunkt erreicht hat und bald weicht.

Jänner-Bilanz und Bedeutung laut Bauernregel

Der Jänner 2026 hat seinem Ruf als Wintermonat alle Ehre gemacht: Mit Tiefstwerten von bis zu minus 18,1 Grad in Bad Mitterndorf war es in der Steiermark so kalt wie seit neun Jahren nicht mehr. Laut Geosphere Austria lag die Durchschnittstemperatur um 1,3 Grad unter dem langjährigen Mittel. Besonders frostig war es im Südosten des Landes, während höhere Regionen etwas milder blieben.

Nach der Bauernregel zu Mariä Lichtmess ist diese ausgeprägte Kälte jedoch ein gutes Zeichen. Denn ein „echter“ Winter zu Lichtmess deutet laut Überlieferung darauf hin, dass der Frühling bald beginnt. In der Volksweisheit heißt es: „Auf Lichtmess lasst es Winter sein, kommt der Frühling bald herein.“ Die Logik dahinter: Hat der Winter Anfang Februar seinen Höhepunkt erreicht, wird er sich rasch abschwächen. Ein trüber, kalter Lichtmess-Tag gilt somit als Vorbote eines frühen Frühlings.

Ob die Regel in diesem Jahr tatsächlich zutrifft, wird sich erst zeigen. Doch nach einem der kältesten Jänner seit 2017 stehen die Chancen laut bäuerlicher Erfahrung gut, dass die Natur bald in den Frühjahrsmodus umschaltet.

Murmeltiertag in den USA

Am gleichen Datum gibt es überigens auch jenseits des Atlantiks eine ähnliche Tradition: den Murmeltiertag. In Punxsutawney, Pennsylvania, entscheidet das Murmeltier „Phil“, ob der Winter bleibt oder der Frühling kommt. Sieht das Tier seinen Schatten, steht noch sechs Wochen Winter bevor. Bleibt der Himmel trüb, darf man auf baldige Wärme hoffen.

Die Wurzeln dieser US-Tradition reichen auf denselben europäischen Glauben zurück: die Beobachtung des Sonnenlichts an Lichtmess als Zeichen für den Verlauf des Winters.

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