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KanawatTH / iStock / Getty Images Plus, INFORMATICS

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt

09.04.2026 um 00:00, Jürgen Philipp
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ERP im Umbruch. Internationalisierung, Übernahmen und auslaufender Support
alter IT-Systeme bringen die Unternehmenslandschaft unter Druck.

CHEFINFO: Viele Unternehmen stoßen mit ihren bestehenden ERP-Systemen an technologische Grenzen oder verlieren den Support. Ist das ein guter Zeitpunkt für eine Neueinführung?
Otto Kitzmüller: Absolut. ­Viele ERP-Systeme sind technologisch auf dem Stand der 1990er  Jahre und nicht mehr zukunftsfähig. Wenn ohnehin ein Wechsel notwendig wird, ist das der ideale Moment, um Prozesse grundsätzlich zu hinterfragen: Welche Strukturen brauche ich künftig, und welches System unterstützt mich nachhaltig? In vielen Fällen ist eine Neuimplementierung daher sinnvoller als das Weiterpflegen veralteter Lösungen. Integrierte Systeme wie SAP spielen hier ihre Stärke aus, da sie zentrale Bereiche wie Produktion, Einkauf, Vertrieb, Finanzen und ­Logistik durchgängig abbilden. Zudem ist SAP branchenunabhängig einsetzbar. Zudem ist SAP grundsätzlich branchenübergreifend einsetzbar – von der Industrie über den Handel bis hin zu Dienstleistern. Entsprechend arbeiten wir in der INFORMATICS Consulting & Development branchenunabhängig. Gleichzeitig haben wir für besonders regulierte oder spezialisierte Bereiche eigene Kompetenzfelder aufgebaut: etwa mit INFORMATICS Healthcare für klinische Prozesse und mit unserer Münchner Einheit INFORMATICS Life Sciences für Pharma- und Lebensmittelunternehmen.

SAP gilt als komplex und ­teuer. Ist das ein Klischee bzw. rechnet es sich auch für den Mittelstand?
SAP ist nicht per se teuer. ­Kosten entstehen vor allem durch ­starkes Customizing. Entgegen vieler Vorurteile ist SAP längst im Mittelstand angekommen – bereits ab etwa 20 Usern kann ein Einstieg sinnvoll sein. SAP Cloud ERP ist sehr kosteneffizient und besonders für kleine und ­mittlere Unternehmen attraktiv. Voraussetzung ist die ­Bereitschaft, Prozesse am Standard auszurichten, was ­Implementierungen deutlich beschleunigt. Für komplexere Organisationen bietet die SAP Cloud ERP Private Edition maximale Anpassbarkeit, vergleichbar mit klassischen On-Premises-Systemen. Unsere Aufgabe als Partner ist es, die ­richtige Balance zwischen Standardisierung und Individualität zu finden. Wichtig ist auch das Thema „Datensouveränität“: Bei allen Cloud-Varianten bleiben die Daten in Europa, in der Sovereign Cloud kann sogar das konkrete EU-Land gewählt werden.

Otto Kitzmüller CEO INFORMATICS

Der Mittelstand steht vor zahlreichen Herausforderungen: Wachstum, Internationalisierung, steigenderegulatorische Anforderungen und Unternehmensübergaben. Welche Rolle spielt dabei eine saubere Unternehmens-IT, etwa ein ERP-System?
In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten wollen Unternehmen wissen, wo sie stehen und welche Szenarien realistisch sind. Gerade bei Unternehmensübernahmen oder Generationenwechseln sind Transparenz und Steuerbarkeit entscheidend. Da SAP sehr kennzahlengetrieben ist, ermöglicht es eine präzise operative und strategische Unternehmenssteuerung. Dazu wächst es mit dem Unternehmen mit. Es ist voll skalierbar. Während kleinere Systeme schnell an Grenzen stoßen, entwickelt sich SAP mit dem Unternehmen weiter. Besonders Unterneh-men mit mehreren Standorten oder internationalen Aktivitäten profitieren von der integrierten Prozess- und Datenlandschaft. 

Welche Rolle spielt KI im ERP-Umfeld?
KI wird ERP-Systeme nicht ersetzen, sie aber massiv verändern. Voraussetzung dafür sind saubere Stammdaten sowie durchgängige automatisierte Prozesse. Viele Unternehmen sind zw­ar digitalisiert, aber noch nicht automatisiert. Erst dann kann KI ­echten Mehrwert liefern, etwa bei Prognosen, Produktionsplanung oder Forecasts. SAP investiert stark in die Forschung an der unternehmenseigenen KI namens „Joule“. Auch wir beschäftigen uns intensiv mit KI-Anwendungsfällen im industriellen Umfeld – immer mit dem Fokus auf konkreten Nutzen für den Kunden. 

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