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Daniel Bindeus | Credit: Daniel Bindeus
Daniel Bindeus, Architekt
Daniel Bindeus, Architekt
Daniel Bindeus
Promotion

Formensprache als präzise Antwort

16.03.2026 um 15:35, Online Promotion
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Architektur muss funktionieren. Wirtschaftlich, nachhaltig und im Alltag. Der Linzer Architekt über seinen Zugang zum Bauen zwischen Anspruch und Umsetzbarkeit.

Wie schaffen Sie es, eine gewisse architektonische Handschrift zu bewahren und gleichzeitig das stets straffe Budget, das Thema „Nachhaltigkeit“ und vor allem die Alltagstauglichkeit in Einklang zu bringen? 

Das Budget ist natürlich der zentrale Aspekt, insbesondere, um am Ende ein fertiges Objekt zu realisieren, welches auch dem ursprünglichen Entwurf bestmöglich entspricht. Bauprojekte durchleben ja eine lange Entwicklung von der Entwurfsphase, teilweise mit Durchlaufen diverser Gestaltungsgremien, über die Genehmigungsphase bis zur Auftragsvergabe und Bauphase. 

Im Zuge dieser Reise variieren teilweise die Prioritäten hinsichtlich gestalterischer Details. Die Kunst liegt also darin, von Beginn an eine letztlich auch zu den jeweils wirtschaftlich möglichen Kosten umsetzbare Architektur zu schaffen und in gewissen Phasen darauf zu achten, dass entscheidende Punkte bis zur Fertigstellung an Bord bleiben. Jedes Bauvorhaben muss in erster Linie alltagstauglich sein, sprich den jeweiligen Nutzern ein bestmögliches Umfeld bieten – egal, ob Büro-, Geschäfts- oder Wohnnutzung und darüber hinaus. Die architektonische Gestaltung muss dies unterstützen und keinesfalls gegenteilig agieren.

Das Linzer Stadthaus "THE MOZART" | Credit: B3D Visual Communication
Das Linzer Stadthaus „THE MOZART“ mit Geschäftsflächen, Büros und Wohnen

Verändert der Fokus auf Bestand und Suffizienz Ihren gestalterischen Zugang? 

Hier muss man zwischen Um- und Zubauten von Bestandsobjekten und Reconstructing- Modellen unterscheiden, bei denen auf bebauten Grundstücken neue Gebäude entstehen. Dabei nutzt man die vorhandene Infrastruktur erschlossener Bauplätze und errichtet zeitgemäße Neubauten. 

Historisch wertvolle Bausubstanz ist erhaltenswert, ihre adäquate Weiterentwicklung eine spannende Aufgabe. Gebäude ab den 1970er Jahren lassen sich aufgrund ihrer klaren Strukturen meist gut transformieren, bauphysikalische Schwächen wie etwa Schallbrücken müssen jedoch behoben werden – bekannt aus modernisierten Hotelprojekten.

Projekt „Palais Walther“ | Credit: Wolfgang Lehner
Projekt „Palais Walther“ mit Geschäftsflächen und Wohnen in der Linzer Innenstadt

Trends kommen und gehen. Welche Entwicklungen verändern Ihre Arbeit derzeit spürbar und welche bleiben langfristig? 

Die Balance zwischen Nachhaltigkeit und Leistbarkeit wird auch in Zukunft entscheidend sein angesichts der aktuell herausfordernden Wirtschaftslage. Zudem werden sämtliche für das Stadtklima relevante Maßnahmen wie Begrünungen einen noch höheren Stellenwert erhalten. Unsere Arbeit wird seit Jahren täglich komplexer, da immer mehr Akteure mit unterschiedlichen, teils konträren Schwerpunkten in den Prozess integriert werden müssen – ebenso wie eine wachsende Zahl an Fachplanern.

Gebäude in der Kollegiumgasse | Credit: Wolfgang Lehner
Geschäftsflächen und Wohnen in der Linzer Kollegiumgasse

Was wünschen sich Bauherren von Ihnen – heute mehr als noch vor Jahren? 

Nachhaltigkeit und Lebenszykluskosten haben heute sicherlich mehr Relevanz bei gewerblichen Objekten. Im privaten Bereich haben die Bauherren aufgrund Pinterest, Instagram & Co. heute vielfach genauere Vorstellungen als noch vor Jahren. Dadurch lassen sich auch Wünsche in Form von Beispielbildern einfacher transportieren. Im Kern geht es darum, diese als Antwort auf den jeweiligen Ort in einen schlüssigen und umsetzbaren Entwurf zu integrieren.

Was bleibt bei Ihren Projekten konstant – unabhängig von Stil oder Bauaufgabe? 

Jedes Vorhaben muss auf den jeweiligen Ort optimal reagieren und sich entsprechend in die umgebende Struktur integrieren. Eine möglichst zeitlose Eleganz zu kreieren, ist mir persönlich immer wichtig im Hinblick auf die verhältnismäßig hohe Lebensdauer von Gebäuden, sprich klare Linien in jeweils unterschiedlicher Ausformulierung abgestimmt auf die jeweilige Bauaufgabe.

Kontakt

Daniel Bindeus 
Lindengasse 56/2/20 
1070 Wien
Tel: +43 (1) 523 32 12 
Mail: office@nextroom.at  
Web: www.nextroom.at

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