Natürlicher Schutz vor Lawinen: Die Kraft der Schutzwälder
Die zahlreichen Lawinenabgänge der vergangenen Wochen zeigen einmal mehr, wie schnell Naturgewalten in den Alpen zur Gefahr werden können.
Nach starken Schneefällen und wechselhaften Temperaturen steigt in vielen Regionen das Risiko von Lawinenabgängen und anderen alpinen Naturgefahren. Diese bedrohen nicht nur Straßen, Siedlungen und Infrastruktur, sondern auch oft das Leben der Menschen in der Region.
Natürliche Versicherung
Was viele dabei übersehen: Schutzwälder wirken wie eine natürliche Versicherung. Sie bremsen Schneemassen, stabilisieren Hänge und verhindern, dass Lawinen ungehindert ins Tal rasen. Gerade in alpinen Regionen tragen sie maßgeblich zur Sicherheit bei.
Diese drei Funktionen machen den Schutzwald so wertvoll:
- Lawinenschutz im Winter
Bäume bremsen den Wind und verhindern starke Schneeverwehungen. So bleibt die Schneedecke stabiler. Löst sich dennoch eine Lawine, bremsen Stämme und dichtes Gehölz die Schneemassen. - Schutz vor Regen und Muren
Bei starkem Regen wirken Baumkronen wie ein natürlicher Schirm. Ein Teil des Niederschlags wird abgefangen, der durchwurzelte Waldboden nimmt Wasser auf und gibt es nur langsam wieder ab. So sinkt das Risiko von Hangrutschungen und Muren. - Stabilität durch starke Wurzeln
Die Wurzeln der Bäume halten den Boden fest zusammen. Sie verhindern, dass Erde ins Rutschen gerät oder Steine ungebremst talwärts stürzen.
Geduld gehört allerdings auch dazu: Erst nach 20 bis 30 Jahren ist ein junger Schutzwald voll funktionsfähig. Dann schützt er seine Umgebung über Generationen hinweg.
Rund 20 Prozent der österreichischen Waldfläche sind Schutzwälder. In steilen Hanglagen wirken sie wie eine natürliche Schutzbarriere, die Lawinen, Muren und Steinschlag von Siedlungen und Verkehrswegen fernhält.
Aufforstung und Pflege
Um diese wichtige Schutzfunktion langfristig zu sichern, engagiert sich Helvetia seit 2013 gemeinsam mit den Österreichischen Bundesforsten für die Aufforstung und Pflege heimischer Schutzwälder. In den vergangenen Jahren wurden dabei rund 165.000 Jungbäume gepflanzt.
"Ein Schutzwald bildet eine grüne Lebensversicherung, die Hab und Gut vor Lawinen, Murenabgängen und Steinschlägen bewahren kann", erklärt Werner Panhauser, Vorstandsmitglied der Helvetia Versicherung Österreich.
Was heute gepflanzt wird, sorgt morgen für mehr Sicherheit – nachhaltig und über Generationen hinweg.
