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Polizei Wien
Laut Polizeisprecher Markus Dittrich hatten die Verbrecher ihr aufgetragen, immer Beträge knapp unter 10.000 Euro abzuheben.
Laut Polizeisprecher Markus Dittrich hatten die Verbrecher ihr aufgetragen, immer Beträge knapp unter 10.000 Euro abzuheben.
APA/ Themenbild

Erspartes weg: Betrüger ließen Wienerin in 13 Bankfilialen Geld abheben

07.12.2023 um 13:09, APA, Red
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Eine 73-jährige Frau wurde von Tätern gezwungen, in verschiedenen Wiener Banken Geld abzuheben. Dabei war das Opfer fast im gesamten Stadtgebiet unterwegs.

Betrüger haben eine 73-jährige Wienerin in 13 verschiedene Filialen einer Bank geschickt, um an das Ersparte ihres Opfers zu kommen. Dabei war die Frau beinahe im gesamten Stadtgebiet unterwegs. Laut Polizeisprecher Markus Dittrich hatten die Verbrecher ihr aufgetragen, immer Beträge knapp unter 10.000 Euro abzuheben - offenbar, damit die Transaktionen bei dem Geldinstitut nicht die Alarmglocken schrillen ließen. Am Ende stand ein Schaden im mittleren sechsstelligen Bereich.

Plünderte Safe mit Goldbarren

Am 25. Oktober rief ein angeblicher Bankangestellter bei der 73-Jährigen an und sagte ihr, dass jemand mit gefälschtem Ausweis versucht habe, Geld von ihrem Konto abzuheben. Dabei seien auch Bankangestellte in den Betrug involviert gewesen, deshalb solle die Frau ihre Wertsachen und das Bargeld von der Bank abholen und einem Polizisten übergeben. Ihr wurde auch eine Liste durchgegeben, welche Dependancen der Bank sie besuchen sollte. Bis 27. Oktober wurde sie immer wieder von angeblichen Mitarbeitern des Geldinstituts kontaktiert. Bei ihrer Filiale in Währing plünderte sie zunächst ihren Safe, in dem sich unter anderem auch Goldbarren befanden.

Erst Ende der Tour Verdacht

In weiterer Folge fuhr sie in andere Filialen ihrer Hausbank quer durch Wien - unter anderem auch über die Donau nach Floridsdorf und Donaustadt, wo sie weiteres Geld behob. Dabei dürfte ihr ein falscher Polizist gefolgt sein oder sie begleitet haben. Jedenfalls wurde sie jeweils nach einer Transaktion in eine diskrete Seitengasse gebeten, um die Wertgegenstände dem angeblichen Beamten zu übergeben. Erst am Ende ihrer Tour schöpfte die 73-Jährige Verdacht.

Phantombild

Sie erstellte mit echten Ermittlern der Polizei ein Phantombild des angeblichen Kollegen, das am Donnerstag veröffentlicht wurde. Der Betrüger wurde als etwa 45 Jahre at und breit gebaut beschrieben. Dazu war er unter anderem mit einer schwarzen Kappe bekleidet. Sachdienliche Hinweise (auch anonym) wurden an das Landeskriminalamt Wien, Ermittlungsdienst, unter der Telefonnummer 01-31310 DW 33800 erbeten.

Die Polizei gab einige Tipps für solche Fälle:

- Weder Polizei noch Banken gehen in der beschriebenen Art vor!

- Beenden Sie das Telefonat!

- Die Polizei übernimmt und bewahrt grundsätzlich kein Bargeld oder Wertgegenstände für Sie auf!

- Seien Sie vorsichtig, wenn ein Anrufer Sie nach Wertgegenständen, Bargeld oder Kontoguthaben anspricht. Beenden Sie in diesem Fall sofort das Gespräch!

- Klären Sie Ihre Verwandten über diese Betrugsform auf.

- Reden Sie in Ihrem engsten Verwandtenkreis über diese Vorgehensweise.

- Legen Sie für Ihre Angehörigen auch alternative Ansprechpartnerinnen und -partner für die Kontaktaufnahme fest, falls Sie einmal nicht sofort erreichbar sind.

- Sobald Sie merken, dass die oder der Anrufende Geld von Ihnen verlangt, brechen Sie das Gespräch ab!

- Notieren Sie sich die Nummer der Anruferin oder des Anrufers.

- Wenden Sie sich an die nächste Polizeidienststelle und erstatten Sie An-zeige.

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