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Der BSK 1933 kämpft nach dem Sportplatz-Entzug um seine Zukunft.
Der BSK 1933 kämpft nach dem Sportplatz-Entzug um seine Zukunft.
Adi Aschauer

Sportplatz-Zoff in Bischofshofen: Jetzt eskaliert der Streit

06.05.2026 um 14:03, Yunus Emre Kurt
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Dem BSK 1933 droht der Verlust seiner Heimat. Vereinsboss Patrick Reiter erhebt in einer offiziellen PK nun schwere Vorwürfe gegen Politik und Stadt.

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Die Zukunft des BSK 1933 steht weiter auf der Kippe. Nach dem Verlust des Sportplatzes in Bischofshofen hat Vereinsmacher Patrick Reiter nun öffentlich schwere Vorwürfe gegen die lokale Politik erhoben. 

Im Rahmen einer emotionalen Pressekonferenz am Mittwoch sprach der Vorsitzende der verantwortlichen Polysport GmbH von politischen Vorfestlegungen und einem unfairen Verfahren. Der Regionalligist sieht sich nach der geheimen Abstimmung in der Gemeinde massiv benachteiligt. 

Bekanntlich setzte sich zuletzt das Konzept der Fraktion rund um Skiclub-Präsident Manfred Schützenhofer und ÖVP-Politiker Raimund Unger klar durch. Während der Skiclub bereits für die kommende Saison plant, steht der BSK ohne fixe Heimat da.

Verein prüft rechtliche Schritte

Der Klub will die Entscheidung nun juristisch bekämpfen. Laut Rechtsanwalt Robert Steinacher sei die Kündigung der Sportanlage nach dem Sportstättenschutzgesetz nicht zulässig. 

Demnach brauche es zunächst eine Räumungsklage seitens der Gemeinde. Zusätzlich bereitet der Verein derzeit die Prüfung einer einstweiligen Verfügung vor, um weiterhin auf dem bisherigen Sportplatz bleiben zu können. 

Für den BSK geht es dabei um weit mehr als nur einen Standort. Ohne geeignete Spielstätte könnte der gesamte Spielbetrieb gefährdet sein.

Reiter spricht von Intrige

Besonders deutlich wurde Patrick Reiter bei seinen Aussagen zur Rolle der Politik. Er sprach von langjährigen Konflikten hinter den Kulissen und warf Verantwortlichen mangelnde Sachlichkeit vor. 

Laut Reiter sei die Umwandlung des Vereins in eine GmbH intern sogar als „feindliche Übernahme“ bezeichnet worden. Zudem habe die Stadt gefordert, die leistungsorientierte Nachwuchsarbeit zurückzufahren und stattdessen nur noch ein „soziales“ Angebot anzubieten. 

Die Vorwürfe treffen vor allem die Stadtführung rund um Bürgermeister Hansjörg Obinger.

Streit um Nachwuchs-Zahlen

Auch die Diskussion um die Nachwuchsarbeit sorgt weiter für Spannungen. Während Bürgermeister Obinger im vergangenen Jahr von nur noch 74 Kindern im Nachwuchsbereich sprach, hält der Verein nun mit anderen Zahlen dagegen. 

Laut aktuellen Daten des Salzburger Fußballverbandes seien derzeit 185 Nachwuchsspieler aktiv gemeldet. Zusätzlich verweist der Klub auf verliehene Spieler sowie mehr als 30 Cheerleaderinnen und Cheerleader. 

Allerdings gibt es auch Kritik an diesen Zahlen. Nach Informationen aus dem Umfeld des Vereins soll nur ein Teil der gemeldeten Nachwuchsspieler tatsächlich regelmäßig im Einsatz gewesen sein.

Skurrile Vorwürfe und neue Fragen

Für zusätzliche Diskussionen sorgten Aussagen zu internen Regeln rund um die Sportanlage. Reiter präsentierte auf der Pressekonferenz eine angebliche Benützungsvereinbarung, die Strafzahlungen für das Betreten von Kabinen mit Fußballschuhen vorsieht. Die Echtheit des Dokuments konnte bislang allerdings nicht unabhängig bestätigt werden. 

Darüber hinaus kritisierte der Vereinschef mögliche Befangenheiten im Verfahren. Ein Experte habe zunächst Empfehlungen zum Sportplatz abgegeben und kurz darauf eine wichtige Rolle im neuen Fußballprojekt des Skiclubs übernommen.

Zukunft weiter offen

Sportlich zählt der BSK 1933 eigentlich zu den Erfolgsgeschichten der vergangenen Jahre. Seit 2015 schaffte der Klub den Aufstieg von der fünften Liga bis in die Regionalliga West. Doch trotz des sportlichen Höhenflugs droht nun die Existenzkrise. 

Laut Reiter muss der Verein bis spätestens 15. Mai eine alternative Spielstätte finden. Andernfalls könnte der Spielbetrieb in der bisherigen Form kaum fortgeführt werden.

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