Dürrnberg bei Hallein im Fokus: Das steckt dahinter
Inhalt
- Zentrum des Salzhandels
- Zehn Jahre Forschung geplant
- „Bedeutendster Fundort der Eisenzeit“
- Forschung mit Zukunft
Der Dürrnberg bei Hallein rückt erneut ins Zentrum der Forschung. Vier renommierte Institutionen haben eine umfassende Kooperation gestartet, um die Geschichte des prähistorischen Salzabbaus neu aufzuarbeiten. Ziel ist es, die zahlreichen Funde systematisch zu analysieren und für die Zukunft zugänglich zu machen.
Beteiligt sind die Ruhr-Universität Bochum, das Deutsche Bergbau-Museum Bochum, das Salzburg Museum sowie das Keltenmuseum Hallein. Gemeinsam wollen sie eines der bedeutendsten archäologischen Zentren der Eisenzeit in Mitteleuropa weiter entschlüsseln.
Zentrum des Salzhandels
Vor rund 2.600 Jahren war der Dürrnberg ein wichtiger Knotenpunkt des keltischen Salzabbaus. Über mehrere Jahrhunderte hinweg wurde hier Salz gewonnen und in weite Teile Europas gehandelt. Dadurch entwickelte sich die Region zu einem bedeutenden Wirtschafts- und Kommunikationsraum.
Die neue Kooperation soll helfen, diese Rolle noch genauer zu verstehen. Dabei geht es nicht nur um die lokale Geschichte, sondern auch um die Einordnung in größere europäische Zusammenhänge.
Zehn Jahre Forschung geplant
Die Partnerschaft ist langfristig angelegt und soll über einen Zeitraum von zehn Jahren laufen. In dieser Zeit werden die vorhandenen Funde detailliert untersucht, dokumentiert und wissenschaftlich ausgewertet.
Geplant ist auch der Aufbau eines digitalen Datenarchivs. Dadurch sollen die Ergebnisse nicht nur gesichert, sondern auch für andere Forschungsprojekte zugänglich gemacht werden. Ergänzend sind neue Grabungen vorgesehen, um bestehende Wissenslücken zu schließen.
Die wissenschaftliche Leitung übernimmt Prof. Dr. Thomas Stöllner, ein ausgewiesener Experte für prähistorischen Bergbau. Er beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit dem Dürrnberg.
„Bedeutendster Fundort der Eisenzeit“
Stöllner unterstreicht die besondere Rolle des Standorts: „Der Dürrnberg zählt zu den bedeutendsten Fundorten der keltischen Eisenzeit in Mitteleuropa.“ Besonders bemerkenswert sei die weitreichende Vernetzung der damaligen Bevölkerung durch den Salzhandel.
Auch die beteiligten Institutionen sehen großes Potenzial in der Zusammenarbeit. Florian Knopp, Leiter des Keltenmuseums Hallein, betont: „Wir bündeln unser Know-how und sichern die wissenschaftliche Bearbeitung der Bestände langfristig.“
Für das Salzburg Museum eröffnet das Projekt neue Möglichkeiten. Direktor Martin Hochleitner erklärt: „Die kontinuierliche Erforschung unserer Sammlungen schafft neue Perspektiven für Ausstellungen und stärkt die internationale Vernetzung.“
Forschung mit Zukunft
Die Kooperation baut auf eine langjährige Zusammenarbeit auf. Bereits seit mehr als 20 Jahren forschen Teams aus Bochum am Dürrnberg. Nun wird diese Arbeit erstmals strukturell und langfristig abgesichert.
Neben der wissenschaftlichen Bedeutung soll das Projekt auch für die Öffentlichkeit sichtbar werden. Neue Erkenntnisse könnten künftig direkt in Ausstellungen einfließen und den Besucherinnen und Besuchern einen noch tieferen Einblick in die Geschichte der Region geben.