Rassismus-Eklat: Chaos-Spiel in Muhr sorgt für Wirbel
Inhalt
- Jede Menge Emotionen
- Eskalation in der Schlussphase
- Muhr weist Vorwürfe zurück
- Lend-Kapitän kontert öffentlich
- Augenzeuge spricht Klartext
Was als sportlicher Auftakt ins obere Play-off der 2. Klasse Süd geplant war, endete in einem handfesten Skandal. Beim Spiel zwischen USK Muhr und SV Lend ging es nicht nur am Platz zur Sache, auch danach überschlugen sich die Ereignisse. Am Ende stand ein 2:2, doch die Partie wird vor allem wegen der zahlreichen Tumulte in Erinnerung bleiben.
Jede Menge Emotionen
Schon während des Spiels war klar, dass es ein hitziger Nachmittag werden würde. Insgesamt gab es vier Platzverweise, mehrere Rudelbildungen sowie zahlreiche harte Zweikämpfe. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, die Emotionen kochten immer wieder hoch. Besonders brisant: In einer tumultartigen Szene soll ein Spieler des SV Lend nur knapp davon abgehalten worden sein, den Schiedsrichter zu attackieren.
Eskalation in der Schlussphase
Der Höhepunkt der Eskalation folgte kurz vor Spielende. In der 90. Minute kam es zu einer handfesten Auseinandersetzung. Laut Darstellung des USK Muhr wurde ein Spieler des SV Lend körperlich aggressiv und löste damit eine Schlägerei aus. Eine Szene, die das ohnehin aufgeheizte Spiel endgültig kippen ließ.
Muhr weist Vorwürfe zurück
Der USK Muhr reagierte mit einer offiziellen Stellungnahme. Darin distanziert sich der Verein klar von jeglicher Form von Rassismus und betont, dass Respekt und Fairness zentrale Werte seien. Gleichzeitig werden aber auch Vorwürfe gegen den Gegner erhoben. Demnach sei es im Spielverlauf zu verbalen Entgleisungen gekommen. Aussagen wie „Schei* Österreicher“ oder „Bauernschweine“ sollen gefallen sein. „Respekt darf keine Einbahnstraße sein“, heißt es dazu von Seiten des Vereins.
Zudem verweist Muhr auf die Kartenstatistik. Demnach wurden gegen den SV Lend mehrere Gelbe Karten, zwei Gelb-Rote sowie eine Rote Karte ausgesprochen. Auf Seiten von Muhr habe es lediglich eine Rote Karte wegen einer Notbremse gegeben.
Lend-Kapitän kontert öffentlich
Die Vorwürfe ließ der SV Lend nicht unbeantwortet. Kapitän Stephan Mayer äußerte sich auf Social Media und stellte die Darstellung des Gegners in Frage. Er könne sich kaum vorstellen, dass seine Mitspieler derartige Aussagen getätigt hätten, vor allem nicht, da er selbst Österreicher und Landwirt sei.
Gleichzeitig erhob Mayer selbst schwere Vorwürfe. Er berichtete davon, im Spielverlauf beleidigt worden zu sein und bezeichnete die Partie als eines der härtesten Spiele seiner Karriere. Dennoch räumte er auch Fehler auf Seiten seines Teams ein.
Die Aktion eines Spielers sei „nicht in Ordnung“ gewesen und werde intern aufgearbeitet. Konsequenzen seien angekündigt, ein solches Verhalten werde nicht toleriert.
Augenzeuge spricht Klartext
Ein neutraler Beobachter zeichnet ein klares Bild. Jürgen Obermayr, der gemeinsam mit seiner Frau vor Ort war, um Aufnahmen für Fussball-Impressionen vom Salzburger Unterhaus zu machen, schilderte gegenüber weekend.at seine Eindrücke. „Beide Teams haben sich nicht mit Ruhm bekleckert“, erklärte er.
Besonders schockierend sei für ihn der Ausraster eines Spielers gewesen. „So ein Verhalten hat absolut nichts mit Fußball zu tun“, so Obermayr deutlich. Für ihn sei klar: Solche Szenen hätten auf einem Fußballplatz nichts verloren.