So geht's nach dem Lockdown in Oberösterreich weiter

Bei der Pressekonferenz heute Nachmittag überließ Landeshauptmann Thomas Stelzer das Mikro zuallererst Dr. Franz Harnoncourt, Geschäftsführungs-Vorsitzender der OÖ. Gesundheitsholding. „Vor vier Wochen hatten wir 180 Patienten auf den Intensivstationen, das war an der Oberkante dessen, was wir schaffen können. Heute sind es 111 – damit ist die Lage noch immer nicht entspannt“, betont Harnoncourt. Nach wie vor müssen andere Dinge zurückgestellt werden – Operationen verschoben, Therapien pausiert werden. „Wir haben in Oberösterreich etwa 250 Intensivbetten. Wenn nur zehn Prozent, also 25 Betten mit Covid-19-Erkrankten belegt wären, können wir eine weitgehende Normalversorgung der Patienten in allen Bereichen sicherstellen.“

Wenn wir die Versorgung von uns allen sicherstellen wollen, müssen wir alles dafür tun, die Krankheitslast in Oberösterreich zu senken. – Dr. Franz Harnouncourt

Aufgrund dieser Belastung auf den Intensivstationen bleibt Landeshauptmann Stelzer beim angekündigten vierwöchigen Lockdown. Im Hinblick auf die Wirtschaft sagt Stelzer, er verstehe die Ängste und Sorgen, aber „ich kann und werde in dieser Situation sicher nicht zulassen, dass wir Wirtschaft und Gesundheit gegeneinander ausspielen. Es gibt einfach nur eine Entscheidung, die FÜR die Gesundheit – für die Menschen in unserem Land.“ Der Landeshauptmann stellt auch klar, dass es eine fünfte Welle geben wird und 2022 ein „schwieriges Jahr sein wird, soweit es Corona betrifft.“

„In Oberösterreich kommt noch eines hinzu, das sehr offen angesprochen werden muss: Unser Sicherheitspolster, nämlich die Impfquote, ist einfach zu klein. Es ist der kleinste Polster in ganz Österreich.“ – LH Thomas Stelzer

Alles öffnet zeitgleich, Sperrstunde vorverlegt

Den heutigen Tag hat Thomas Stelzer dazu genutzt, sich mit vielen Experten auszutauschen. Das Ergebnis: Der Lockdown gilt bis einschließlich 16. Dezember. „Ab 17. Dezember finden Öffnungsschritte statt – und zwar alle, die der Bund definiert“, erklärt der Landeshauptmann. Laut Prognosen von Simulationsforscher Niki Popper mache eine schrittweise Öffnung kaum bis gar keinen Unterschied hinsichtlich Neuinfektionen. Sprich: Gastronomie, Handel, körpernahe Dienstleister, Hotellerie, Tourismus, Kultur und Sport werden in Oberösterreich zeitgleich öffnen – allerdings immer begleitet von 2G und FFP2-Maskenpflicht in allen geschlossenen Räumen. Die Sperrstunde soll voerst auf 23 Uhr vorverlegt werden.

Im jetzigen Lockdown sind keine Einkaufsfahrten in andere Bundesländer erlaubt. Es ist nicht nur verboten, sondern auch sehr unpatriotisch und unsolidarisch. – LH Thomas Stelzer

Wie die anderen Bundesländer nach Lockdown-Ende vorgehen, finden Sie hier.

Autor: Conny Engl, 09.12.2021