Große Trauer: Ski-Legende Walter Tresch ist tot
Die Schweizer Ski-Welt trauert um einen ihrer großen Namen der 1970er-Jahre. Der frühere Weltcupsieger Walter Tresch ist im Alter von 78 Jahren verstorben. Nach Angaben seiner Familie schlief der ehemalige Skirennläufer nach langer Krankheit zu Hause im Beisein seiner Angehörigen friedlich ein. Tresch zählte während seiner aktiven Karriere zu den vielseitigsten Schweizer Skifahrern und feierte sowohl in der Abfahrt als auch in der Kombination große Erfolge.
Walter Tresch mit 78 Jahren gestorben
Wie die Schweizer Zeitung „Blick“ unter Berufung auf seine Familie berichtet, verstarb Walter Tresch am vergangenen Samstag. Der frühere Skirennläufer hatte längere Zeit mit einer Krankheit zu kämpfen. Details dazu wurden nicht öffentlich gemacht.
Tresch hinterlässt seine Frau, vier Kinder und sechs Enkelkinder. Bis ins höhere Alter blieb der frühere Spitzenathlet mit dem Skisport verbunden und war noch vor wenigen Jahren regelmäßig als Zuschauer bei Weltcup-Rennen in seiner Schweizer Heimat zu sehen.
Mit Sieg gegen Russi schlagartig berühmt
Einen seiner berühmtesten Momente erlebte Tresch am 16. Jänner 1971. Bei der Weltcup-Abfahrt in St. Moritz setzte sich der damals 22-Jährige überraschend gegen seinen prominenten Landsmann Bernhard Russi durch.
Tresch gewann in 1:55,12 Minuten und lag im Ziel lediglich acht Hundertstelsekunden vor Russi. Das Rennen hatte eine besondere Geschichte: Wegen Schneemangels in Wengen war die Lauberhorn-Abfahrt damals nach St. Moritz verlegt worden. Dadurch ging Tresch als Sieger dieses außergewöhnlichen Lauberhorn-Rennens in die Geschichte ein.
Vier Weltcupsiege und WM-Silber
Der Erfolg in St. Moritz blieb nicht Treschs einziger großer Triumph. Insgesamt gewann der Schweizer vier Weltcup-Rennen und schaffte es 14-mal auf ein Weltcup-Podest. Seine Stärke lag vor allem in der Kombination, in der er zu den besten Fahrern seiner Generation gehörte.
1976 gewann er die Kombination in Kitzbühel vor dem Kanadier Jim Hunter und dem Italiener Gustav Thöni. Ein Jahr später triumphierte Tresch auch in der Kombination von Wengen. Ebenfalls 1976 gewann er den Kombinationsbewerb in Garmisch-Partenkirchen.
Seinen größten Erfolg bei einem Großereignis feierte Tresch 1972 in Japan. Bei den Weltmeisterschaften im Rahmen der Olympischen Winterspiele von Sapporo holte er in der Kombination die Silbermedaille.
Auch bei den Olympischen Spielen 1976 in Innsbruck zeigte Tresch seine Vielseitigkeit. Im Slalom verpasste er als Vierter nur knapp eine Medaille, in der Abfahrt wurde er Siebenter.
Auch nach Karriere dem Skisport verbunden
Seine Weltcup-Karriere beendete Walter Tresch 1977. Anschließend bestritt er noch zwei Jahre lang Parallelrennen in Nordamerika. Insgesamt absolvierte er während seiner Laufbahn mehr als 200 Rennen im Welt- und Europacup.
Nach seiner aktiven Karriere arbeitete Tresch unter anderem im Sportartikelgeschäft. Er war Teilhaber beim Skihersteller Völkl und mehrere Jahre auch im Management des Unternehmens tätig. Zudem beschäftigte er sich mit dem Handel von Wein.