WM-Held Kalajdzic: "Es ist surreal"
Inhalt
- "Ich konnte so vielen Menschen eine Freude machen"
- Der wichtigste Anruf kam von seiner Frau
- Jetzt wartet Spanien
- Das WM-Märchen soll weitergehen
Mit seinem Treffer in der 96. Minute wurde Sasa Kalajdzic über Nacht zum gefeierten Helden der österreichischen Nationalmannschaft. Sein Last-Minute-Ausgleich gegen Algerien rettete den ÖFB vor dem WM-Aus und sicherte das Ticket für das Sechzehntelfinale. Einen Tag nach dem dramatischen 3:3 spricht der 28-Jährige erstmals ausführlich über die emotionalsten Stunden seiner Karriere.
An Schlaf habe es ihm trotz der vielen Eindrücke nicht gefehlt, verriet Kalajdzic nach der Rückkehr ins Teamquartier in Santa Barbara. Was sich jedoch verändert habe, sei sein Handy: Unzählige Nachrichten von Freunden, Wegbegleitern und Fans warteten auf ihn.
"Ich konnte so vielen Menschen eine Freude machen"
Der Stürmer zeigte sich überwältigt von den Reaktionen auf seinen späten Treffer. "Am allermeisten bedeutet mir, dass ich so vielen Menschen eine Freude bereiten konnte."
Alle Glückwünsche persönlich zu beantworten, sei kaum möglich gewesen. Trotzdem freue er sich über jede einzelne Nachricht.
Bereits telefoniert hat Kalajdzic mit seinem ehemaligen Trainer Dietmar Kühbauer, mit dem er in der vergangenen Saison beim LASK Meisterschaft und Cup gewann. Noch emotionaler sei allerdings ein anderer Anruf gewesen.
Der wichtigste Anruf kam von seiner Frau
Besonders bewegt sprach der Angreifer über seine Ehefrau Lorena. "Sie ist die Einzige, die die ganze Zeit weiß, wie es mir ging."
Nach drei Kreuzbandrissen und zahlreichen Rückschlägen habe sie jede schwierige Phase miterlebt. Den Moment des größten Erfolgs nun mit ihr teilen zu können, bedeute ihm deshalb besonders viel. "Für mich gibt es nichts Schöneres, als diesen Moment mit jemandem zu teilen, den man so sehr liebt."
Jetzt wartet Spanien
Die Freude über den Aufstieg ist groß, dennoch richtet sich der Blick bereits nach vorne. Im Sechzehntelfinale wartet mit Europameister Spanien einer der Topfavoriten auf den WM-Titel. Kalajdzic sieht darin jedoch eher eine Chance als eine unlösbare Aufgabe. "Wenn du bei einer WM etwas Großes erreichen willst, musst du solche Gegner schlagen."
Vor allem gegen den Ball sieht der Stürmer die österreichische Mannschaft auf höchstem Niveau. Dazu komme eine enorme mentale Stärke, die das Team bereits gegen Algerien eindrucksvoll unter Beweis gestellt habe.
Das WM-Märchen soll weitergehen
Für Kalajdzic ist das Turnier noch lange nicht zu Ende. Im Gegenteil: Der Angreifer träumt von weiteren magischen Momenten. "Wir werden nicht hingehen, um zuzuschauen, sondern um weiterzukommen."
Nach den vielen Verletzungen genieße er es besonders, wieder eine wichtige Rolle innerhalb der Mannschaft einzunehmen. Wie seine Zukunft nach der Weltmeisterschaft aussieht, beschäftigt ihn derzeit kaum. Seine Leihe beim LASK ist beendet, bei Premier-League-Absteiger Wolverhampton Wanderers besitzt er noch einen Vertrag bis 2027.
Doch darüber will sich Kalajdzic erst nach der WM Gedanken machen. "Für mich zählt nur das Hier und Jetzt. Und das Hier und Jetzt ist im Moment das Schönste."