Riesentorlauf Herren: Braathen holt historisches Gold
- Das Podium: Braathen vor Odermatt und Meillard
- Kein Edelmetall für den ÖSV
- Schwierige Bedingungen auf der Stelvio
- Braathen holt souverän Gold
- Schweizer Kurs – brasilianischer Sieg
- Österreichs Bilanz: Ohne Medaille neue Chance
Lucas Pinheiro Braathen schreibt in Bormio Sportgeschichte. Der 25-Jährige gewinnt den olympischen Riesentorlauf 2026 auf der Stelvio und holt damit die erste Winter-Olympiamedaille überhaupt für Brasilien – und das gleich Gold. Schon im ersten Lauf überzeugt Braathen mit einem perfekten Mix aus Risiko, Balance und Linienwahl. Mit einem Vorsprung von 0,95 Sekunden auf seinen ersten Verfolger Marco Odermatt geht er in den entscheidenden Durchgang – und bringt die Führung souverän ins Ziel. Österreich geht ohne Medaille aus.
Das Podium: Braathen vor Odermatt und Meillard
Hinter dem brasilianischen Sensationssieger landen zwei Schweizer auf dem Podium. Marco Odermatt fährt ein starkes Rennen, kann den Rückstand von 0,58 Sekunden auf Braathen aber nicht mehr aufholen. Loic Meillard sichert sich mit einem Rückstand von 1,17 Sekunden Rang drei und sorgt damit für ein Doppelergebnis für die Schweiz. Für Odermatt, der in Peking 2022 Gold gewonnen hat, bleibt die Titelverteidigung diesmal aus – er reist ohne Gold von Olympia ab.
Kein Edelmetall für den ÖSV
Das österreichische Team greift in Bormio nicht in den Kampf um die Medaillen ein. Stefan Brennsteiner wird als bester Österreicher Achter (+2,23), Marco Schwarz landet knapp dahinter auf Rang neun (+2,28). Patrick Feurstein und Raphael Haaser kommen außerhalb der Top 10 ins Ziel. Damit bleibt Österreich wie schon 2022 im Olympia-Riesentorlauf ohne Medaille. „Bei manchen Schwüngen war es leider ein bissl zu wenig, da fehlte mir das Vertrauen“, erklärt Brennsteiner nach dem Rennen. „Lucas hat einen brutal guten Lauf erwischt.“
Schwierige Bedingungen auf der Stelvio
Die warmen Temperaturen machen den Läufern auf der legendären Stelvio-Piste zu schaffen. Der Schnee wird weicher, die Piste unruhiger, Fehler sind kaum zu vermeiden. Das fordert Mut und Präzision zugleich. Patrick Feurstein beschreibt die Situation so: „Man muss es brutal sauber fahren. Es ist komisch. Es ist nicht beeindruckend, weniger als manchmal im Weltcup. Ich war nicht nervös.“ Trotz der schwierigen Bedingungen setzt sich am Ende der technisch überlegene Läufer durch.
Braathen holt souverän Gold
Braathen, der im Weltcup für Brasilien startet, aber in Norwegen geboren wurde, findet im ersten Lauf die perfekte Balance aus Kontrolle und Aggressivität. Sein Vater lobt das Konzept hinter dem Erfolg: „Lucas hatte den Plan, den ganzen Lauf clean zu bleiben. Es ist ihm gelungen.“ Das kleine Team um den Olympiasieger, so Braathen senior, arbeitet „wie ein Startup – aus dem Nichts etwas aufgebaut“. Die Strategie geht auf: Präzision, Vorbereitung und Selbstvertrauen führen zu Gold.
Schweizer Kurs – brasilianischer Sieg
Dass der Kurs von einem Schweizer, Helmut Krug, gesetzt wird, macht den Erfolg Braathens noch bemerkenswerter. Krugs Streckenführung liegt eigentlich den technisch starken Schweizern, doch Braathen lässt sich davon nicht beeindrucken. Odermatt bleibt ohne Gold, Meillard rettet zumindest Bronze. Für die Schweiz ist das Podium dennoch ein starkes Gesamtergebnis, auch wenn die Krönung ausbleibt.
Österreichs Bilanz: Ohne Medaille neue Chance
Aus österreichischer Sicht bleibt der erhoffte Medaillenjubel aus. Zwar zeigen Brennsteiner und Schwarz solide Läufe, doch zur absoluten Spitze fehlen an diesem Tag fast zwei Sekunden. Der Trend der letzten Jahre setzt sich fort: Im Riesentorlauf bei Olympia 2026 ist Österreich nicht in der Lage, um Edelmetall mitzufahren. Die nächste Chance bietet sich bei den Technikbewerben in den kommenden Tagen.