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Alessandro Hämmerle trägt Helm und Skibrille und jubelt laut nach seinem Gold-Sieg im Snowboard-Cross bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Livigno.
Alessandro Hämmerle ist krank. Eine Erkältung zur Aufgabe und vorzeitigen Heimreise von Olympia.
Alessandro Hämmerle ist krank. Eine Erkältung zur Aufgabe und vorzeitigen Heimreise von Olympia.
APA-Images / Keystone / PETER KLAUNZER

Olympiasieger reist krank ab: "Tut sehr weh"

14.02.2026 um 15:18, Anna Kirschbaum
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Alessandro Hämmerle ist krank und beendet die Olympischen Spiele 2026 vorzeitig. Nach Gold im Snowboard-Cross zwingt ihn eine starke Erkältung zur Heimreise.

Snowboard-Cross-Olympiasieger Alessandro Hämmerle reist vorzeitig von den Olympischen Winterspielen 2026 in Livigno ab. Der Vorarlberger ist stark verkühlt und steht für den Mixed-Teambewerb am Sonntag nicht zur Verfügung. Nach Rücksprache mit dem Team hat er entschieden, seine Gesundheit vorzuziehen und die Heimreise anzutreten.

Körperlich am Limit

Bereits am Donnerstag hat sich abgezeichnet, dass Hämmerle körperlich am Ende seiner Kräfte ist. Der 32-Jährige kämpft seit Tagen mit einer heftigen Verkühlung. „Es tut mir wirklich sehr weh, dass ich das Rennen nicht bestreiten kann“, erklärt er. „Ich habe alles versucht, aber mein Körper macht einfach nicht mehr mit.“ Der Doppel-Olympiasieger will sich nun vollständig auskurieren, um keine langfristigen Folgen zu riskieren.

Mixed-Teambewerb: Dusek und Zerkhold mit Chancen

An seiner Stelle starten Jakob Dusek, der im Einzel Bronze holte, und Pia Zerkhold, die Fünfte wurde. Das Duo hat gute Aussichten auf Edelmetall. Hämmerle selbst zeigt sich optimistisch: „Ich wünsche Jacky und Pia alles Gute. Ich glaube, wir haben super Chancen. Auch wenn ich nicht dabei sein kann, drücke ich fest die Daumen.“

Gold trotz Erkältung

Nur zwei Tage zuvor hat Hämmerle bewiesen, wozu er trotz Krankheit fähig ist. Im Einzelbewerb sichert er sich sein zweites Olympia-Gold und wiederholt damit seinen Triumph von 2022. Schon in den „Seeding Runs“ ist er erkältet gestartet, beendet sie als Siebter und zeigt im Finale Nervenstärke: Er setzt sich knapp vor Eliot Grondin (Kanada) und Jakob Dusek durch.

Hämmerle und die Snowboard-Cross-Serie

Mit seinem zweiten Olympiasieg reiht sich Hämmerle in eine besondere Serie ein: Jeder Snowboard-Cross-Olympiasieger der Geschichte hat den Titel zweimal gewonnen. Vor ihm waren es Seth Wescott (2006/2010) und Pierre Vaultier (2014/2018). Der Vorarlberger führt diese Tradition fort und schreibt erneut Sportgeschichte.

Krank zu Gold: Zwischen Adrenalin und Erschöpfung

„Die Nacht war nicht so einfach. Ich wünschte, es wäre besser“, erzählt Hämmerle über die Stunden vor seinem Goldlauf. „Ich habe probiert, ohne Mittel zu fahren, aber es ist nicht gegangen. Ich hab mir irgendetwas reingepfiffen, ich kann es nicht anders sagen.“ Am Ende habe das Adrenalin geholfen, über die Erschöpfung hinwegzukommen. „Gott sei Dank habe ich es durchgezogen. Heute Morgen hatte ich keine Energie, habe mir schon gedacht, wie das gut gehen soll.“

Blick auf Heim-WM und Karriere-Ende

Trotz der gesundheitlichen Probleme blickt Hämmerle bereits nach vorn. Eigentlich habe er über einen Rücktritt nachgedacht, nun aber konzentriert er sich auf die Heim-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr. „Eigentlich wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, das Handtuch zu werfen. Aber nächstes Jahr ist eine Heim-WM. Und da probieren wir es noch einmal“, kündigt der Doppel-Olympiasieger an.

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