Ercan Kara emotional: „Es tut einfach weh“
Rapid Wien ist im Play-off zur UEFA Conference League dramatisch gescheitert. Nach dem 2:2 im Hinspiel endete auch das Rückspiel gegen Heart of Midlothian nach 120 Minuten mit 2:2. Im anschließenden Elfmeterschießen behielten die Schotten mit 4:3 die Oberhand. Besonders bitter: Rapid spielte lange in Überzahl, rettete sich erst in der 119. Minute in das Shootout und vergab dort gleich zwei Elfmeter.
Rapid startet stark in die Partie
Vor 23.975 Zuschauern in Wien-Hütteldorf begann Rapid mit viel Tempo und Selbstvertrauen. Die Grün-Weißen erspielten sich in der ersten Hälfte mehrere gute Möglichkeiten und belohnten sich schließlich durch Ercan Kara.
Der Stürmer traf in der 34. Minute zum verdienten 1:0 und brachte seine Mannschaft damit auf Kurs Richtung Ligaphase. Auch Kara selbst war mit dem Auftritt vor der Pause zufrieden. Rapid habe den Ball gut laufen lassen und viele richtige Lösungen gefunden.
Matthias Seidl sah ebenfalls eine gute erste Hälfte, wenngleich nicht alles souverän gewesen sei. Zu diesem Zeitpunkt schien Rapid die Partie weitgehend unter Kontrolle zu haben.
Nach der Pause kippt das Spiel
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild jedoch deutlich. Die Hearts wurden aggressiver, kamen häufiger zu Standardsituationen und drängten Rapid zunehmend zurück.
Seidl kritisierte nach dem Spiel vor allem die zahlreichen unnötigen Fouls rund um den eigenen Strafraum. Dadurch habe man den Gegner aufgebaut und selbst den Rhythmus verloren.
In der 76. Minute sah Hearts-Spieler Tomas Magnusson Gelb-Rot. Eigentlich schien Rapid damit einen entscheidenden Vorteil zu haben. Doch nur wenige Minuten später erzielte Landry Kaboré den Ausgleich. In der Verlängerung traf Calvin Miller sogar zum 2:1 für die Gäste.
Seidl zeigte sich darüber besonders enttäuscht: Wenn der Gegner bereits in Unterzahl spiele und Rapid zuhause führe, müsse man eine solche Partie eigentlich gewinnen.
Elfmeterschießen bringt die Entscheidung
Rapid gab sich dennoch nicht geschlagen. In der 119. Minute erzielte Nenad Cvetkovic nach Vorarbeit von Moulaye Haidara das 2:2 und rettete die Hütteldorfer damit ins Elfmeterschießen.
Dort wurde Hearts-Torhüter Beau Reus zum Matchwinner. Ercan Kara, Louis Schaub und Yusuf Demir verwandelten ihre Versuche, Moulaye Haidara scheiterte jedoch am Keeper. Nachdem Niklas Hedl einen Elfmeter der Schotten parierte, hatte Rapid noch einmal Hoffnung.
Marco Tilio musste schließlich treffen, um Rapid im Bewerb zu halten. Doch auch seinen Versuch parierte Reus. Damit war das Europacup-Aus besiegelt. Hearts gewann das Elfmeterschießen mit 4:3.
Kara und Seidl tief enttäuscht
Nach der Partie herrschte bei Rapid tiefe Enttäuschung. Kara konnte das Ausscheiden zunächst kaum begreifen. „Unglaublich, Rapid gehört europäisch und das haben wir nicht geschafft. Es tut einfach weh“, sagte der Stürmer.
Auch Seidl verwies auf die starken Leistungen der vergangenen Wochen. Gerade deshalb sei das Ausscheiden besonders bitter. Nach zwei Unentschieden im Play-off über 210 Minuten inklusive Verlängerung entscheidet letztlich das Elfmeterschießen über Rapids Europacup-Saison.
Kara stellte sich nach dem Schlusspfiff ausdrücklich vor Haidara und Tilio. Jeder, der selbst einmal einen Elfmeter verschossen habe, wisse, wie hart sich dieser Moment anfühle. Nun müsse die Mannschaft die beiden Spieler auffangen und gemeinsam weitermachen.