Flugzeugabsturz am Attersee: Bergung wird zum Kraftakt
Nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs in den Attersee läuft am Donnerstag der Großeinsatz weiter. Einsatzkräfte konnten am Mittwochabend in großer Tiefe Wrackteile beziehungsweise die mutmaßliche Maschine orten. Das Flugzeug wird in rund 140 bis 160 Metern Tiefe vermutet. Von den möglichen Insassen fehlt weiterhin jede Spur. Nun stehen die Helfer vor einer besonders schwierigen Bergungsaktion.
Wrack tief im Attersee geortet
Die zweisitzige Maschine war am Mittwoch in Salzburg gestartet und stürzte wenig später im Bereich von Steinbach am Attersee im Bezirk Vöcklabruck ins Wasser. Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Absturz gegen 11.25 Uhr rund 300 Meter vom Ufer entfernt.
Augenzeugen berichteten, dass das Kleinflugzeug zuvor rasch an Höhe verloren habe. Nach dem Aufprall versank es unmittelbar im See. Noch am selben Tag begann die intensive Suche mit Sonargeräten, Unterwasserkameras und einem Tauchroboter.
Am Nachmittag wurden schließlich in rund 160 Metern Tiefe Wrackteile geortet. Am Donnerstag muss nun weiter festgestellt werden, wo genau die Maschine liegt und in welchem Zustand sie sich befindet.
Bergung könnte mehrere Tage dauern
Die enorme Tiefe macht den Einsatz besonders anspruchsvoll. Laut Bezirksfeuerwehrkommandant Wolfgang Hufnagl wird das Wrack in etwa 140 bis 160 Metern Tiefe vermutet. Bevor mit der eigentlichen Bergung begonnen werden kann, müssen die Einsatzkräfte die Lage des Flugzeugs genau beurteilen.
Entscheidend ist dabei vor allem, ob die Maschine noch weitgehend zusammenhängend am Seegrund liegt oder beim Absturz stark beschädigt wurde. Sollte das Wrack in mehrere Teile zerbrochen sein, könnte die Bergung deutlich komplizierter werden und mehrere Tage dauern.
Gewöhnliche Taucheinsätze sind in einer solchen Tiefe kaum möglich. Deshalb spielen technische Hilfsmittel wie Sonar, Unterwasserkameras und ferngesteuerte Geräte eine zentrale Rolle.
Von möglichen Insassen fehlt jede Spur
Weiterhin unklar ist offiziell auch, wie viele Personen sich zum Zeitpunkt des Absturzes tatsächlich an Bord befanden. Bei dem Flugzeug handelt es sich um eine zweisitzige Maschine. Medienberichte gehen von zwei Personen aus, behördlich bestätigt wurde diese Zahl zunächst jedoch nicht.
Von möglichen Insassen fehlt weiterhin jede Spur. Die Polizei geht laut bisherigen Berichten allerdings nicht davon aus, dass Personen an Bord den Absturz überlebt haben. Gewissheit dürfte möglicherweise erst die Bergung des Wracks bringen.
Hinweise auf weitere Beteiligte, etwa Personen auf Stand-up-Paddle-Boards im Bereich der Absturzstelle, gibt es laut den bisherigen Ermittlungen nicht.
Ermittlungen zur Absturzursache laufen
Warum das Kleinflugzeug plötzlich an Höhe verlor und in den Attersee stürzte, ist weiterhin völlig offen. Das Landeskriminalamt hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Erst eine Untersuchung des geborgenen Wracks könnte Hinweise auf einen technischen Defekt oder andere mögliche Ursachen liefern.
Parallel zur Suche errichtete die Feuerwehr Ölsperren auf dem See. Nach dem Absturz waren Betriebsmittel ausgetreten, die damit möglichst rasch gebunden werden sollen. Auch am Donnerstag bleiben zahlreiche Einsatzkräfte mit der Suche und den Vorbereitungen für die Bergung beschäftigt.
Wann das Flugzeug tatsächlich aus dem rund 170 Meter tiefen Attersee gehoben werden kann, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Zunächst müssen Position und Zustand des Wracks vollständig geklärt werden.