Rangnick-Vertrag: ÖFB-Boss spricht Klartext
Die Zukunft der österreichischen Nationalmannschaft ist das zentrale Thema vor der kommenden WM-Endrunde. Nun hat sich Josef Pröll, Aufsichtsratsvorsitzender des ÖFB, im ORF-Interview detailliert zum Stand der Verlängerung mit Teamchef Ralf Rangnick geäußert. Die Zeichen stehen klar auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit, auch wenn der finale Vollzug noch aussteht.
Pröll: Kein Zeitdruck bei Verhandlungen
Obwohl der aktuelle Vertrag des 67-jährigen Deutschen nach der Weltmeisterschaft im Sommer ausläuft, mahnt Josef Pröll zur Sachlichkeit. „Wir sind schon seit längerer Zeit in sehr positiven und guten Gesprächen. Wir wollen als ÖFB den Teamchef halten. Aber nichts ist fix, bevor nicht alles fix ist“, stellt Pröll im ORF klar. Man befinde sich in einem konstruktiven Austausch, wolle jedoch nichts überstürzen: „Es gibt Themen, die wir noch besprechen müssen. Wir lassen uns da auch nicht unter Druck setzen, beide nicht.“
Vertrauensvolle Gespräche ohne Wasserstandsmeldungen
Besonders die Diskretion spielt in den Verhandlungen zwischen der Verbandsspitze und Ralf Rangnick eine entscheidende Rolle. Pröll betont die vereinbarte Vorgehensweise: „Ich habe mit ihm auch ausgemacht, dass wir keine Wasserstandsmeldungen abgeben. Sondern dass wir sehr offen und ehrlich Dinge abhandeln, die abzuhandeln sind, um einen guten Deal für die Zukunft zu gestalten.“ Sobald der richtige Zeitpunkt gekommen sei, werde die Öffentlichkeit informiert. Laut Pröll gibt es aktuell „keinen Zeitdruck, aber positive Gespräche“.
Warum der ÖFB Rangnick binden will
Die Wertschätzung für die Arbeit des Teamchefs ist innerhalb des Verbandes enorm. Pröll hob die Bedeutung Rangnicks für den gesamten Standort hervor: „Er ist einer, der mit seinen Ideen und Philosophien den europäischen und den österreichischen Fußball geprägt hat. Der mit der Mannschaft gute Erfolge erzielt hat. Seine Professionalität tut dem ÖFB insgesamt gut. Deswegen haben wir ein Interesse, mit ihm den Vertrag zu verlängern.“ Ein Verbleib über die kommende Weltmeisterschaft hinaus gilt daher als Ziel des Verbandes.
Finanzieller Rahmen und offene Punkte
Während die finanzielle Seite – inklusive einer möglichen Verdoppelung des Gehalts auf zwei Millionen Euro mit Sponsorenhilfe – weitgehend geklärt scheint, geht es nun um die Detailabstimmung. Insbesondere die künftigen Vereinbarungen für Rangnicks Trainer- und Betreuerstab gelten als einer der letzten Punkte, die noch gemeinsam besprochen werden müssen. Pröll bleibt jedoch optimistisch, dass zeitnah eine Lösung gefunden wird, die die Ära Rangnick langfristig absichert.