In diesen Mega-Arenen steigt die Fußball-WM 2026

Wer sich nicht mit der Advent-WM in Katar auseinander setzen will, kann sich schon auf Endrunde von 2026 in Nordamerika freuen. Nun wurde bekannt gegeben, in welchen Mega-Arenen die erste WM mit 48 Teilnehmern steigen wird.
Autor: Philipp Eitzinger, 21.06.2022 um 08:00 Uhr

Einiges wird anders sein, wenn die Fußball-WM in vier Jahren erstmals seit 1994 nach Nordamerika zurückkehrt. Es wird 48 statt 32 Teilnehmer geben, 16 Gruppen zu je drei Teams und eine zusätzliche K.o.-Runde - aber sie wird wie gewohnt vier Wochen lang dauern und wer Weltmeister werden will, hat sieben Matches zu absolvieren.

Wo? Organisatoren und FIFA haben nun bekannt gegeben, welche der Bewerberstädte den Zuschlag bekommen haben - es sind elf in den USA, drei in Mexiko und zwei in Kanada. Wo das Eröffungsspiel und wo das Finale stattfinden werden, ist noch unklar - es gilt aber als sicher, dass Los Angeles und New York die beiden prestigeträchtigsten Spiele erhalten werden.

Los Angeles

4,7 Millarden Euro hat die brandneue Mega-Arena in Los Angeles gekostet - das "SoFi Stadium" ist damit die teuerste Sport-Arena der Welt. Hier haben zwar im Normalbetrieb "nur" 70.000 Menschen Platz, man behält sich aber die Möglichkeit vor, im Falle des Falles auf 100.000 Plätze auszubauen. Hier spielen die Rams und die Chargers in der NFL, hier spielte die K-Pop-Group BTS an vier Nächten vor insgesamt 220.000 Fans, hier fand im Februar 2022 die Super Bowl statt - und 2026 das WM-Finale? Gut möglich. Andererseits: In der Rose Bowl von L.A., eine halbe Autostunde nördlich des hypermodernen neuen Stadions, wurde schon 1994 der Weltmeister gekürt.

New York

Darum ist auch ein Finale im Big Apple denkbar. Im "MetLife Stadium" von East Rutherford, eigentlich in New Jersey am rechten Hudson-Ufer gelegen, spielen in der NFL die New York Giants und die New York Jets. Über 80.000 Menschen passen hier rein, im längst abgerissenen Vorgängerstadion direkt daneben besiegte Bulgarien 1994 im WM-Viertelfinale sensationell Deutschland.

Atlanta

Extrem futuristisch ist das erst vor fünf Jahren eröffnete "Mercedes-Benz Stadium" von Atlanta ausgefallen. Neben den Atlanta Falcons spielt auch der Fußball-Klub Atlanta United vor bis zu 75.000 Zusehern in der sehr dichten und lauten Arena der Olympia-Stadt von 1996.

Miami

Von September bis Jänner ackern hier die Miami Dolphins in der NFL den Rasen um, im März entsteht jedes Jahr ein temporäres Tennis-Stadion für das Masters-Turnier, im Mai rasen die Formel-1-Boliden um das "Hard Rock Stadium" herum – und im Sommer 2026 dürfen jeweils 67.500 Menschen hier Spiele der Fußball-WM erleben.

San Francisco

Schlanke 80 Kilometer südlich der Golden Gate Bridge befindet sich das "Levi's Stadium" – kein Wunder, dass man zum Standort offiziell die Bezeichnung "Bay Area" hinzugefügt hat, jene Metropolregion rund um die Bucht, die auch die Städte Oakland, San Jose und Santa Clara umfasst. In letzterer steht die 68.500 Zuseher fassende Arena der San Francisco 49ers.

Seattle

Der Nordwesten der USA ist jene Region, in der der Fußball besonders pulsiert. In Portland – und in Seattle, wo im "Lumen Field" der Seahawks gespielt wird, und wo auch der amtierende nordamerikanische Champions-League-Sieger im Fußball daheim ist, die Seattle Sounders. Bis zu 70.000 Fans sorgen hier für Gänsehaut-Stimmung.

Vancouver

Gleich auf der anderen Seite der US-Kanadischen Grenze liegt Vancouver, einer der beiden kanadischen Spielorte. Der "BC Place" hat 2015 schon ein WM-Finale gesehen, jenes der Frauen nämlich. Im regulären Betrieb ist hier der Fußball-Klub der Vancouver Whitecaps sowie das Football-Team der British Columbia Lions daheim. Etwa 54.000 Zuseher haben hier Platz.

Toronto

Der zweite kanadische WM-Standort ist Toronto. In der größten Stadt Kanadas wird das bestehende "BMO Field" (wo die Fußballer des Toronto FC und die Footballer der Argonauts beheimatet sind) von 30.000 auf 45.500 Sitzplätze ausgebaut. Österreich hat hier mit Prödl, Harnik, Junuzovic und Co. bei der U-20-WM 2007 den legendären Viertelfinal-Sieg gegen die USA geschafft.

Boston

Wie bei San Francisco ist auch beim "Gillette Stadium" der New England Patriots – und des MLS-Klubs New England Revolution – die Bezeichnung "Boston" eher ein Etikettenschwindel. Man muss sich 50 Kilometer von Boston wegbewegen, um in das im Städtchen Foxborough gelegene 65.000-Plätze-Stadion zu kommen.

Philadelphia

Man muss keinen Vogel haben, um ins "Lincoln Financial Field" zu kommen. Aber es empfielt sich, wenn man ein Fan der Vögel ist, der Birds, der Philadelphia Eagles. Rund 69.000 Personen finden hier Platz. Das ist *etwas* weniger als bei Konzerten. Taylor Swift, die aus der Gegend stammt, hat hier schon FÜNFMAL vor einer sechsstelligen Zuschauerzahl gesungen.

Kansas City

Die Betonschüssel der Kansas City Chiefs ist ein Schmelztiegel im wörtlichen Sinn: Im Sommer knallt die Sonne mit bis zu 40 Grad im Schatten auf die 76.000 Zuseher – wenn es denn einen Schatten im "Arrowhead Stadium" gäbe. Ein Dach hat das sportliche Zentrum des diesbezüglich sehr kahlen Mittleren Westens nämlich nicht.

Dallas

"Everything is bigger in Texas" heißt es, von den Portionen bei Fast-Food-Ketten bis zu den Autos und das gilt natürlich auch für die Sportstätten. Im "AT&T Stadium" der Dallas Cowboys waren schon 105.000 Menschen beim Football, 101.000 Fans bei WrestleMania und sogar 108.000 beim Finale der Basketball-College-Meisterschaft. Bei der WM in vier Jahren sollen dort 93.000 Personen Platz finden.

Houston

Houston, wir haben ein Problem? Zumindest im Fußball-Kontext stimmt das nicht mehr, seit der hier ansässige Fußball-Klub 2006 und 2007 den Titel der Major League Soccer geholt haben. Die Dynamo spielen aber im eigenen Schmuckkästchen im Stadtzentrum, bei der WM in vier Jahren wird im "NRG Stadium" gekickt, etwas außerhalb der Stadt, wo normalerweise die Houston Texans in der NFL auf Punktejagd gehen. Mit seiner Kapaität von 72.000 Plätzen wäre es für den täglichen Fußball-Betrieb doch ein wenig zu groß.

Monterrey

Besonders landschaftlich malerisch liegt das 2015 eröffnete neue Stadion von Monterrey im Norden Mexikos. Hier spielt der Spitzenklub CF Monterrey, der in den letzten drei Jahren einmal Meister war und zweimal die Champions League gewonnen hat. Rund 53.000 Zuseher werden bei den Spielen der WM 2026 hier Platz finden.

Guadalajara

Das "Estádio Akron" in Guadalajara, die Heimat von Traditionsclub Chivas, fasst 48.000 Zuseher. Diese haben es gut: Sie können sitzen und zuschauen. Die armen Teufeln auf dem Platz müssen sich mit der Höhenlage von über 1.500 Metern herumplagen – ein Hammerschlag für die Kondition.

Mexico City

Verglichen mit den 2.200 Metern Seehöhe, auf denen das Aztekenstadion in der mexikanischen Hauptstadt steht, ist Guadalajara aber Pipifax. Das WM-Finalstadion von 1970 (Brasilien-Italien 4:1) und 1986 (Argentinien-Deutschland 3:2) ist das erste Stadion, die bei einer dritten Endrunde zum Einsatz kommt. Im Alltag spielen hier die Großklubs Cruz Azul und Club América und wenn die Arena mit 87.500 Menschen vollgefüllt ist, sieht man auch den "Corona"-Sponsoren-Schriftzug auf der Tribüne nicht mehr.