Direkt zum Inhalt
Oliver Glasner auf der Trainerbank von Crystal Palace während eines Premier-League-Spiels
Oliver Glasner kritisierte öffentlich die Transferpolitik von Crystal Palace.
Oliver Glasner kritisierte öffentlich die Transferpolitik von Crystal Palace.
APA-Images / REUTERS / Peter Cziborra

Glasner-Zoff: Jetzt greift Palace-Boss ein

19.01.2026 um 10:11, Yunus Emre Kurt
min read
Nach einer öffentlichen Wutrede gegen die Klubführung steht Oliver Glasner bei Crystal Palace unter Druck. Ein Krisengespräch bringt nun Klarheit.

Inhalt

Crystal-Palace-Trainer Oliver Glasner hat mit einer emotionalen Abrechnung gegen die eigene Klubführung für Schlagzeilen in England gesorgt. Nach der 1:2-Niederlage gegen Sunderland warf der Oberösterreicher dem Vorstand vor, seine Mannschaft im Stich gelassen zu haben, insbesondere im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Abgang von Kapitän Marc Guehi zu Manchester City.

„Unseren Kapitän einen Tag vor einem Spiel zu verkaufen – dafür habe ich überhaupt kein Verständnis“, wetterte Glasner. Es sei nicht das erste Mal, dass dem Team kurz vor einem wichtigen Match eine Schlüsselpersonalie entzogen werde. Bereits im Sommer habe der Wechsel von Eberechi Eze zu Arsenal ähnliche Spuren hinterlassen.

„Wir fühlen uns im Stich gelassen“

Der 51-Jährige fand nach dem Spiel deutliche Worte: „Wenn dir dein Herz zweimal in einem Jahr herausgerissen wird, dann kannst du das nicht einfach ignorieren. Wir fühlen uns im Stich gelassen. Keine Unterstützung.“

Glasner betonte, dass er in über 30 Jahren im Fußball Derartiges noch nie erlebt habe. Brisant: Die Aussagen folgten nur einen Tag nach seiner Ankündigung, Crystal Palace im Sommer nach Ablauf seines Vertrags verlassen zu wollen, eine Information, die Klubchef Steve Parish laut britischen Medienberichten völlig überraschend erreicht haben soll.

Krisentreffen mit Steve Parish

Die Reaktion der Klubführung ließ nicht lange auf sich warten. Wie unter anderem „The Guardian“ berichtet, kam es am Sonntag zu einem Krisengespräch zwischen Glasner und Palace-Boss Parish. Demnach war der Vorsitzende zunächst verärgert über die öffentlichen Aussagen seines Trainers und soll sogar eine sofortige Trennung in Erwägung gezogen haben.

Nach der Aussprache entschied sich der Klub jedoch für einen anderen Weg: Glasner soll seinen Vertrag bis zum Saisonende erfüllen. Eine vorzeitige Entlassung ist aktuell kein Thema mehr.

Sportliche Krise bleibt Herausforderung

Unabhängig vom verbalen Eklat ist die sportliche Situation bei Crystal Palace angespannt. Seit zehn Pflichtspielen wartet der Klub auf einen Sieg, die Euphorie der Vorsaison ist verflogen. Dabei hatte Glasner erst vor wenigen Monaten die erfolgreichste Phase der Vereinsgeschichte geprägt: FA-Cup-Sieg und Community-Shield-Triumph 2025.

Nun droht weiteres Ungemach. Topstürmer Jean-Philippe Mateta steht laut Medienberichten auf dem Wunschzettel von Juventus Turin. Ein weiterer Abgang eines Leistungsträgers würde die Lage zusätzlich verschärfen.

more