Olympia-Hammer: Nordische Kombination gestrichen – Katastrophe fürÖsterreich
- Nordische Kombination ist Geschichte bei Olympia
- „Hiobsbotschaft“: Österreich reagiert schockiert
- Frauen verlieren Olympia-Chance
- IOC sieht Sportart als unattraktiv
- Neue Bewerbe kommen statt Nordischer Kombination
- Angst um Nachwuchs und Infrastruktur
- Hoffnung auf Comeback bleibt
Die Nordische Kombination ist Geschichte bei Olympia. Nach mehr als einem Jahrhundert streicht das Internationale Olympische Komitee die traditionsreiche Sportart aus dem Programm der Winterspiele 2030. Damit endet eine Ära, die seit 1924 ununterbrochen Teil der Spiele ist.
„Hiobsbotschaft“: Österreich reagiert schockiert
„Die heutige Entscheidung des IOC ist eine Hiobsbotschaft für den österreichischen Wintersport und ein schwerer Schlag für die Nordische Kombination“, so ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher in einer ersten Stellungnahme.
Für ihn sei die Entscheidung kaum nachvollziehbar. „Wir sind zutiefst enttäuscht, dass die sichtbare Weiterentwicklung dieser Sportart nicht ausreichend berücksichtigt wurde."
Frauen verlieren Olympia-Chance
Die Entscheidung trifft auch die Frauen besonders hart. Sie standen kurz vor ihrer Olympia-Premiere, nachdem jahrelang für die Aufnahme gekämpft wurde. Statt eines historischen ersten Auftritts fällt die Nordische Kombination nun komplett aus dem Programm.
IOC sieht Sportart als unattraktiv
Das IOC argumentiert mit Zahlen. Die Nordische Kombination sei laut Studien über mehrere Winterspiele hinweg die unbeliebteste Disziplin gewesen. Bei den letzten Winterspielen lag sie laut IOC sogar in 11 von 14 Beliebtheitsindikatoren auf dem letzten Platz. Ein weiterer Faktor sei die geringe internationale Breite. Nur wenige Nationen dominieren das Geschehen – ein Problem für die olympische Vielfalt.
Neue Bewerbe kommen statt Nordischer Kombination
Gleichzeitig setzt das IOC auf neue Formate. Mit Freeride im Ski- und Snowboardbereich sowie Synchro im Eiskunstlauf kommen gleich mehrere neue Bewerbe ins Programm. Bestehende Disziplinen wie der Parallel-Riesentorlauf im Snowboard bleiben hingegen erhalten.
Angst um Nachwuchs und Infrastruktur
Österreich zählt zu den erfolgreichsten Nationen der Nordischen Kombination. Insgesamt holten die rot-weiß-roten Athleten 19 Medaillen bei Olympischen Spielen.
In Österreich dürfte die Entscheidung nicht nur in punkto Medaillenspiegel weitreichende Folgen haben. Ohne olympische Perspektive werde es schwieriger, Anlagen zu erhalten und Nachwuchs zu fördern. „Auch das Skispringen ist unmittelbar betroffen“, warnt Stecher.
Besonders schwer wiegt aber ein anderer Punkt: „Vielen Talenten wird mit einem Schlag eine Zukunftsperspektive genommen.“ Der olympische Traum fällt für ganze Generationen weg.
Hoffnung auf Comeback bleibt
„Wir wissen und können vollkommen nachvollziehen, dass das eine Enttäuschung sein mag“, sagt IOC-Präsidentin Kirsty Coventry zur Streichung der Nordischen Kombination. Ganz abgeschlossen ist das Kapitel aber nicht. Die Möglichkeit für 2034 sei immer noch offen.
Die Entscheidung steht auch im größeren Umbau der Spiele. 2030 soll erstmals vollständige Geschlechterparität herrschen, mit gleich vielen Startplätzen für Männer und Frauen. Die Programmstruktur wird dafür gezielt angepasst.