Melbourne-Finale ist für Djokovic ein Albtraum

In einer hitzigen Partie voller persönlicher Abneigung zog Medvedev seinem Gegner Stefanos Tsitsipas am Ende des dritten Satzes den Zahn, holte sich den Sieg in vier Sätzen. Zuvor hatte Rafael Nadal mit einer starken kämpferischen Leistung, ebenfalls in vier Sätzen, Matteo Berrettini bezwingen können.

Damit steht fest: Am Sonntag (9.15 Uhr unserer Zeit) spielen Rafal Nadal und Daniil Medvedev um den Titel. Aus Sicht von Novak Djokovic stellt das das schlechtestmögliche Final-Duell dar: Für den Serben, dessen Visum vom australischen Bundesgericht nach einer wochenlangen Posse annulliert worden war, ist es eine klare Lose-Lose-Situation.

Platz eins ist weg - oder Rekord ist weg

Wenn Daniil Medvedev seinen zweiten Grand-Slam-Titel holt, übernimmt er Platz eins in der Weltrangliste von Djokovic. Diese hat der Serbe seit fast genau zwei Jahren inne. Die Basis dafür waren Medvedevs Final-Erfolg über Djokovic bei den US Open, mit dem er schon dessen Traum von vier Grand-Slam-Turniersiegen in einem Jahr zunichte gemacht hatte.

Wenn Rafael Nadal gewinnt, übernimmt der Spanier wieder den alleinigen Rekord, was die Anzahl von Grand-Slam-Turniersiegen angeht. Es wäre Major-Titel Nummer 21 für den Mann aus Mallorca. Derzeit stehen Djokovic, Nadal und Federer allesamt auf jeweils 20 Triumphen.

Harter Gegner für Djokovic

Medvedev ist zweifellos der Spieler der letzten Monate: Vor den US Open triumphierte er beim Masters in Toronto, danach erreichte er beim Hallen-Masters in Paris sowie bei den ATP-Finals in Turin das Endspiel. Zudem führte er Russland zum Sieg im Davis Cup.

Djokovic, der ab 21. Februar beim ATP-Event in Dubai wieder ins Turniergeschehen eingreifen will, wird also einen harten Konkurrenten haben, wenn er die Top-Position für sich beansprucht. Vor allem, da zahlreiche Länder - wie Frankreich - dem australischen Vorbild folgen und eine Impfpflicht für Athleten einführen. Damit ist Djokovic' Start bei den French Open aus heutiger Sicht unmöglich...

Autor: Philipp Eitzinger, 28.01.2022