Djokovic droht nun Verlust von Platz eins - und noch mehr...

2.000 von seinen 11.105 Weltranglisten-Punkten fallen für Novak Djokovic regulär aus der Wertung - für seinen Melbourne-Sieg vom Vorjahr. In Australien kommen keine hinzu, weil er bekanntermaßen nicht antreten darf. Er landet also bei 9.105 Punkten.

Das eröffnet für Daniil Medvedev und Alexander Zverev die große Chance, den Serben von Platz eins im ATP-Ranking zu verdrängen: Gewinnt einer der beiden das Turnier, wäre das der Fall. Medvedev käme im Falle des Finalerfolgs auf 9.735 Zähler, Zverev auf 9.610 - damit wäre Djokovic die Top-Position am 21. Februar los, wenn die letztes Jahr um ein Monat verschobenen Australian Open aus der Wertung fallen.

Seit fast genau zwei Jahren führt Djokovic die Liste ununterbrochen an. Dass er im Februar in Rotterdam und Marseille antritt, um mit zwei möglichen Turniersiegen bis 20. Februar Platz eins zu retten, ist kaum denkbar.

Auch Frankreich wird Djokovic aussperren

Zumal er in Marseille auch gar nicht antreten dürfte - auch Frankreich kündigte am Montag an, nur geimpfte Sportler auf seinem Hoheitsgebiet antreten zu lassen. Das betrifft etwa das Sandplatz-Masters von Monte Carlo im April (das geografisch knapp außerhalb von Monaco stattfindet). Vor allem aber betrifft das die French Open, die am 23. Mai starten und wo Djokovic ebenfalls 2.000 ATP-Punkte für den Turniersieg im letzten Jahr verteidigt.

"In Sportarenen wird für alle Zuschauer sowie in- und ausländische Athleten und Offiziellen eine Impfung Pflicht sein", verkündete Sportministerin Roxana Maracineanu, die auch an die Veranstalter appelliert, "bei den letzten Ungeimpften Überzeugungsarbeit zu leisten."

Wer wird die 27. Nummer eins?

Sowohl Medvedev als auch Zverev waren jedenfalls noch nie Nummer 1 in der Weltrangliste, die seit der Einführung 1973 bis heute 26 Spieler angeführt haben - darunter auch Thomas Muster. Mit der Ausnahme von einem halben Jahr standen seit Februar 2004 - also seit 18 Jahren! - nur Federer, Nadal und Djokovic ganz oben...

Die bisherigen Weltranglisten-Ersten: Ilie Nastase (erstmals 1973), John Newcombe (1974), Jimmy Connors (1974), Björn Borg (1977), John McEnroe (1980), Ivan Lendl (1983), Mats Wilander (1988), Stefan Edberg (1990), Boris Becker (1991), Jim Courier (1992), Pete Sampras (1993), Andre Agassi (1995), Thomas Muster (1996), Marcelo Rios (1998), Carlos Moyà (1999), Jevgeni Kafelnikov (1999), Patrick Rafter (1999), Marat Safin (2000), Gustavo Kuerten (2000), Lleyton Hewitt (2001), Juan-Carlos Ferrero (2003), Andy Roddick (2003), Roger Federer (2004), Rafael Nadal (2008), Novak Djokovic (2011), Andy Murray (2016).

Autor: Philipp Eitzinger, 17.01.2022