Spielberg: „Ich wurde im Auto gekocht!“ – Fahrer lehnen Kühlwesten ab
- Kühlwesten gelten als unbequem und ineffizient
- Kritik von Verstappen an Kühlwesten
- Gewicht bleibt ein entscheidender Faktor
- Fahrer können Kühlwesten weiterhin ablehnen
Beim Österreich-Grand-Prix in Spielberg werden Temperaturen von bis zu 36 Grad erwartet. Im Cockpit kann die Belastung dabei auf über 50 Grad ansteigen. Die extreme Hitze bringt nicht nur die FIA zum Handeln – sie sorgt auch bei den Fahrern für Unmut.
Kühlwesten gelten als unbequem und ineffizient
Im Zentrum der Kritik stehen die sogenannten Kühlwesten, die mit gekühltem Wasser durchströmt werden. Sie sollen die Körpertemperatur der Fahrer stabil halten, stoßen in der Praxis jedoch auf Widerstand.
Zum einen gelten die Westen als unbequem unter dem ohnehin engen Rennanzug. Zum anderen kann das System über die Renndistanz an Wirkung verlieren, da sich das Wasser zunehmend erwärmt. Nach zehn Minuten Kühlung sei der Effekt beim Teufeln, moniert Red-Bull-Fahrer Isack Hadjar. Im Gegenteil: Es werde noch wärmer. Diese Meinung teilt auch der WM-Führende Kimi Antonelli. Der Mercedes-Fahrer hat mit dem Kühlsystem so seine eigenen Erfahrungen gemacht: "Jedes Mal, wenn ich die Kühlweste verwendet habe, hat das nicht gut geendet." Eine Erfahrung beim Training für den GP 2025 in den USA schildert er besonders drastisch: "Ich wurde im Auto gekocht!"
Kritik von Verstappen an Kühlwesten
Kritik kommt wenig verwunderlich auch von Vierfach-Weltmeister Max Verstappen, der ohnehin kein großer Fan der aktuellen Reglements der Saison ist. "Ich mag die ganzen Kabel im Auto nicht", erklärt er vor dem Red-Bull-Heimrennen. "Ja, es ist heiß. Aber diese Autos sind nicht besonders körperlich zu fahren."
Gewicht bleibt ein entscheidender Faktor
Ein weiterer Kritikpunkt ist das zusätzliche Gewicht. Die Kühlsysteme bringen mehrere Kilogramm auf die Waage und können damit die Performance beeinflussen.
Zwar wird das Mindestgewicht der Fahrzeuge im Falle eines Hitzealarms angehoben, dennoch bleibt die Entscheidung für oder gegen das System eine strategische Frage. Viele Teams und Fahrer scheuen weiterhin den möglichen Nachteil auf der Strecke.
Fahrer können Kühlwesten weiterhin ablehnen
Trotz der Hitzeregel bleibt die Nutzung der Kühlwesten freiwillig. Entscheidet sich ein Fahrer dagegen, muss er lediglich ein Zusatzgewicht von 0,5 Kilogramm im Cockpit mitführen. Gerade bei engen Abständen im Feld kann selbst dieses geringe Zusatzgewicht eine Rolle spielen.
Die Abwägung zwischen Komfort, Leistung und Strategie bleibt damit ein zentraler Punkt.