Die größten Fußball-Peinlichkeiten von Deutschlands Kickern

Deutschland ist raus! Statt der großen Wiedergeburt unter Hansi Flick krachte Deutschland wieder in der WM-Vorrunde raus. Für ein Fußball-Land mit den Ansprüchen von Deutschland ist das eine Peinlichkeit - von denen gab es schon einige.
Autor: Philipp Eitzinger, 02.12.2022 um 10:30 Uhr

Sicher, verspielt wurde der Achtelfinal-Einzug nicht im letzten Spiel, einem 4:2 gegen Costa Rica. Zwar machte man härtere Arbeit daraus, als nötig gewesen wäre und lag zwischenzeitlich im Rückstand. Aber weil Spanien zeitgleich gegen Japan verlor, ging sich der nötige zweite Platz in der Gruppe nicht mehr aus für Deutschland. Der 1:2-Selbstfaller gegen Japan im ersten Spiel - als man 70 Minuten lang alles im Griff hatte und dann in fünf Minuten alles wegwarf - war letztlich der DFB-Sargnagel.

In der an Erfolgen so reichen deutschen Fußball-Geschichte gab es auch die eine oder andere Blamage. Hier die Highlights der Anlässe österreichischer Schadenfreude gegenüber dem großen Nachbarn:

1967 - EM-Aus in Albanien

Eine letzte, kleine Hürde sollte es sein: Deutschland brauchte im letzten Quali-Spiel für die EM 1968 einen Sieg in Albanien, um Sieger in der Quali-Gruppe zu werden. Die Albanier waren in der Gruppe Stockletzter, hatten nicht einmal ein Tor erzielt. Doch im kalten Tirana sollte es eine Woche vor Weihnachten 1967 eine böse Überraschung geben: Beckenbauer und Co., eineinhalb Jahre zuvor noch im WM-Finale, kamen nicht über ein 0:0 hinaus. Jugoslawien wurde stattdessen Gruppensieger und kam weiter.

1978 - WM-Aus gegen Österreich

Deutschland hat in Argentinien wahrlich keine gute WM gespielt - mit zwei 0:0 gegen Polen und Tunesien schlich man durch die Vorrunde, in der Zwischenrunde folgten ein 0:0 gegen Italien und ein 2:2 gegen Holland. Es brauchte einen Sieg mit fünf Toren Differenz im letzten Spiel gegen Österreich, um noch Gruppensieger zu werden und damit ins Finale einzuziehen. Aber Hans Krankl machte alle narrisch, Deutschland verlor 2:3 und durfte nicht einmal das Match um Platz drei bestreiten.

1984 - EM-Aus in der Vorrunde

Nach Córdoba war Deutschland 1980 Europameister und 1982 Vize-Weltmeister, fuhr als großer Favorit zur WM 1984. Nach einem 0:0 gegen Portugal und einem 2:1 gegen Rumänien brauchte man nur einen Punkt gegen Spanien, um weiterzukommen. Das torlose Remis hielt das DFB-Team bis kurz vor Schluss - ehe man in der 90. Minute den in seiner Verzweiflung nach vorne gestürmten Spanien-Verteidiger Maceda übersah. Er traf zum 1:0, Deutschland war völlig überraschend ausgeschieden.

1994 - WM-Aus gegen Bulgarien

Ein starkes Jahrzehnt (1x Weltmeister, 1x WM-Finalist, 1x EM-Finalist) später traf man im WM-Viertelfinale von New York auf das vermeintliche Leichtgewicht Bulgarien, programmgemäß gelang auch das 1:0 durch Matthäus. Doch Barcelona-Star Hristo Stoitchkov glich per Freistoß in der 75. Minute aus, zweieinhalb Minuten später versenkte HSV-Legionär Jordan Letchkov einen Hechtkopfball zum 2:1 - das peinliche Aus für Deutschland.

2000 - EM-Aus gegen Portugals B-Team

Das WM-Viertelfinal-Aus gegen Kroatien 1998 sorgte für eine schwere Sinnkrise, die sich bei der EM 2000 in ein Desaster auswuchs. Maues 1:1 gegen Rumänien, schwaches 0:1 gegen England - aber es gab ja noch das dritte Gruppenspiel. Portugal stand schon als Gruppensieger fest, lief mit der B-Truppe auf, aber die Reservisten wirbelten die deutschen "Rumpel-Kicker" durcheinander, gewannen 3:0. Der absolute Tiefpunkt der deutschen Fußball-Geschichte der letzten 70 Jahre.

Erneutes EM-Vorrunden-Aus 2004

Auch vier Jahre später blieb man in der EM-Vorrunde hängen - das Problem war nicht das 1:1 gegen Holland zum Auftakt, aber ein müdes 0:0 gegen Lettland brachte das DFB-Team in Zugzwang. Ein bärenstarkes tschechisches Team mit Nedved, Baros, Poborsky und Co. war dann einfach zu gut, gewann 2:1. Es folgte die Revolution unter Jürgen Klinsmann, die alten Zöpfe wurden abgeschnitten.

2018 - WM-Aus gegen Mexiko und Südkorea

Als Titelverteidiger kam Deutschland vor vier Jahren zur WM nach Russland. Schwache Leistungen vor dem Turnier lächelte man beiseite, man ist ja eine Turniermannschaft. Der Wirbel um die Fotos von Mesut Özil mit dem türkischen Präsidenten Erdogan sorgte aber für kräftig Unruhe und auf dem Platz lief ein behäbiges deutsches Team in ein 0:1 zum Auftakt gegen Mexiko. Ein glücklicher Sieg gegen Schweden bedeutete, dass man "nur noch" das letzte Gruppenmatch gegen Südkroea gewinnen musste. Man lief an und lief an, aber erzielte kein Tor. In der Nachspielzeit lief man in zwei Konter - Endstand 0:2. Das Aus.