"Manipulation": Ägypten legt Beschwerde wegen geraubtem Sieg ein
- WM-Eklat nach Argentinien-Spiel
- Offizieller Protest gegen Letexier
- Elfmeter-Zoff sorgt für Wirbel
- Hassan erhebt schwere Vorwürfe
- FIFA unter Druck
Nach dem dramatischen 2:3 gegen Titelverteidiger Argentinien sorgt das WM-Achtelfinale weiter für heftige Diskussionen. Ägypten sieht sich um den Sieg gebracht und hat offiziell Protest bei der FIFA eingelegt. Im Fokus steht Schiedsrichter François Letexier, dessen Entscheidungen aus Sicht der Nordafrikaner maßgeblich zum Ausscheiden beigetragen haben.
WM-Eklat nach Argentinien-Spiel
Der Frust sitzt tief, nachdem Argentinien einen 0:2-Rückstand innerhalb von nur 13 Minuten gedreht hat und ins Viertelfinale eingezogen ist.
Offizieller Protest gegen Letexier
Der ägyptische Fußballverband fordert jetzt eine umfassende Untersuchung der Spielleitung. Verbandspräsident Hany Abo Rida hat nach der Niederlage eine formelle Beschwerde eingereicht. Der französische Schiedsrichter habe durch mehrere strittige Entscheidungen eine „entscheidende Rolle“ beim Sieg Argentiniens gespielt. Laut der spanischen Sportzeitung „Diario AS“, die sich auf offizielle Quellen beruft, erfolgte der Protest unmittelbar nach dem Spiel.
Neben einer Erklärung verlangt Ägypten auch Konsequenzen: Das gesamte Schiedsrichterteam soll wegen schwerwiegender Fehler vom weiteren Turnier ausgeschlossen werden.
Elfmeter-Zoff sorgt für Wirbel
Besonders brisant ist eine Szene kurz vor dem entscheidenden 3:2. Argentinien erzielt den Siegtreffer, nachdem zuvor ein mögliches Foul im Strafraum ungeahndet bleibt. Konkret geht es um ein Trikotziehen von Alexis Mac Allister an Hamdi Fathi im Strafraum, das nicht gepfiffen wurde.
„Für mich, und da bin ich relativ deutlich, ist das eigentlich ein Strafstoß“, bewertet Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich die Situation bei MagentaTV. Auch ARD-Experte Lutz Wagner spricht von „sehr uncleverem Verhalten“. Argentinien habe in dieser Situation „sehr viel Glück gehabt“.
Hassan erhebt schwere Vorwürfe
„Der Titelverteidiger ist auf allen Ebenen bevorteilt worden“, befindet Teamchef Hossam Hassan nach dem Spiel. Er spricht von einem „ganz klar manipulierten Spiel“.
Noch schärfer fällt seine Kritik an der FIFA aus: „Wenn sie unbedingt wollen, dass Argentinien gewinnt, warum lassen sie dann überhaupt alle anderen Mannschaften am Turnier teilnehmen?“ Zudem wirft er den Argentiniern vor, Druck auf den Schiedsrichter ausgeübt zu haben. Für Hassan steht fest: „Argentinien habe diesen Sieg nicht verdient“ – bei dieser WM gebe es „einfach keine Gerechtigkeit“.
FIFA unter Druck
Der Protest aus Ägypten setzt die FIFA nun unter Zugzwang. Eine offizielle Stellungnahme steht noch aus. Sollte der Weltverband tatsächlich Ermittlungen einleiten, könnte der Fall weitreichende Folgen für das Turnier haben.