Zahlen auf Raten: Klarna und Co. stellen System um
- Strengere Kreditregeln ab 20. November: Was die EU-Richtlinie verändert
- Amazon stellt Monatsabrechnung ein: Umstellung auf Einzelrechnungen
- Klarna und „in 30 Tagen zahlen“: Was Konsumenten jetzt beachten müssen
- Verschärfte Bonitätsprüfung: Höhere Hürden für Käufer und kleine Händler
Umfassende Umstellung im Online-Handel: Ab dem 20. November 2026 gelten in Österreich strengere gesetzliche Vorgaben für jeden Konsum-Kredit sowie für beliebte „Buy now, pay later“-Angebote. Die neuen Bestimmungen führen zu spürbaren Anpassungen bei großen Online-Plattformen: Während Amazon seine gewohnte Monatsabrechnung streicht, stellt sich auch der Zahlungsdienstleister Klarna auf die geänderten Rahmenbedingungen ein. Für Konsumenten bedeuten die neuen Regeln vor allem mehr Transparenz, aber auch strengere Prüfungen bei Bezahloptionen wie „in 30 Tagen zahlen“.
Strengere Kreditregeln ab 20. November: Was die EU-Richtlinie verändert
Mit dem neuen Verbraucherkreditrechts-Änderungsgesetz wird eine umfassende EU-Richtlinie in österreichisches Recht umgesetzt. Ab dem 20. November fallen künftig auch Kleinkredite unter 200 Euro sowie zinslose Zahlungsaufschübe grundsätzlich unter das Verbraucherkreditgesetz.
Ziel der Reform ist es, Konsumenten vor ungeplanten Überschuldungsfallen zu schützen. Händler und Zahlungsanbieter wie Klarna werden verpflichtet, vor jedem Abschluss klar und kostenlos über alle Bedingungen, Zinsen und Rücktrittsrechte zu informieren. Zudem ist ein deutlicher Warnhinweis vorgeschrieben, der Kunden explizit darauf aufmerksam macht, dass jede Kreditaufnahme Geld kostet.
Amazon stellt Monatsabrechnung ein: Umstellung auf Einzelrechnungen
Der Online-Riese Amazon hat seine Kunden bereits über das bevorstehende Aus der Monatsabrechnung informiert. Die bisherige Praxis, sämtliche Monatskäufe gesammelt am Monatsende zu begleichen, wird durch den klassischen Kauf auf Rechnung mit einem 14-tägigen Zahlungsziel pro Bestellung ersetzt.
Amazon begründet den Schritt mit den neuen Regularien: Die Beibehaltung der Sammelabrechnung hätte durch die erweiterten Kreditauflagen einen enormen bürokratischen und technischen Aufwand verursacht. Das Bezahlen nach Erhalt der Ware bleibt somit möglich, allerdings entfällt die gebündelte Monatsrechnung.
Klarna und „in 30 Tagen zahlen“: Was Konsumenten jetzt beachten müssen
Auch der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna, dessen Services bei zahlreichen Online-Shops integriert sind, ist von den Vorgaben betroffen. Beliebte Zahlungsoptionen wie „in 30 Tagen zahlen“ oder flexible Ratenkäufe werden künftig noch transparenter ausgewiesen und an strengere Vorgaben gekoppelt.
Klarna betont, viele der geforderten Standards bei der Aufklärung und Bonitätsprüfung bereits proaktiv umgesetzt zu haben. Berichte über vereinzelte Ausfälle der 30-Tage-Zahlungsoption bei Händlern führte das Unternehmen auf ein behobenes internes technisches Problem zurück und nicht auf die Gesetzesänderung.
Verschärfte Bonitätsprüfung: Höhere Hürden für Käufer und kleine Händler
Eine zentrale Säule der Gesetzebene betrifft die Überprüfung der Kreditwürdigkeit. Fällt eine Bonitätsprüfung negativ aus oder deutet alles darauf hin, dass der Käufer die Raten nicht fristgerecht begleichen kann, gilt ein striktes Kreditvergabeverbot. Händler dürfen in diesem Fall keinen Zahlungsaufschub gewähren.
Während Konsumentenschützer wie die Arbeiterkammer (AK) und der Verein für Konsumenteninformation (VKI) die Maßnahmen als Schutz vor Verschuldung begrüßen, bedeutet die Reform für den Handel spürbare Mehrkosten. Insbesondere kleinere Online-Shops könnten durch den bürokratischen Prüfungsaufwand belastet werden und vermehrt auf Sofortzahlungen wie Kreditkarte, PayPal oder Apple Pay setzen.