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Ein Miniatur-Haus-Modell in einer Metallkette verpackt und ein Vorhängeschloss mit einem Gavel.
Der Iran geht erneut gegen Ex-Bayern-Star Ali Karimi vor. Mehrere Immobilien des früheren Nationalspielers wurden beschlagnahmt.
Der Iran geht erneut gegen Ex-Bayern-Star Ali Karimi vor. Mehrere Immobilien des früheren Nationalspielers wurden beschlagnahmt.
izzuanroslan/shutterstock.com

Politischer Streit eskaliert: Häuser von Ex-Bayern-Star weg

12.05.2026 um 07:50, Yunus Emre Kurt
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Die iranische Justiz geht erneut gegen Fußball-Legende Ali Karimi vor. Mehrere Immobilien des früheren Bayern-Spielers wurden beschlagnahmt.

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Die iranischen Behörden gehen erneut massiv gegen den ehemaligen Fußballstar Ali Karimi vor. Wie die Justiz des Landes bekanntgab, wurden mehrere Immobilien des Ex-Nationalspielers auf gerichtliche Anordnung beschlagnahmt. Betroffen sind laut offiziellen Angaben zwei Gewerbeobjekte sowie vier Wohnimmobilien. 

Karimi lebt seit mehreren Jahren im Exil und zählt inzwischen zu den bekanntesten Kritikern der politischen Führung in Teheran. Die Justiz wirft ihm vor, „gegen die nationale Sicherheit“ zu handeln und den „Feind zu unterstützen“. In staatlichen Medien wird der frühere Fußballprofi mittlerweile sogar offen als „Verräter des Heimatlandes“ bezeichnet.

Behörden werfen Karimi Gefährdung der Sicherheit vor

Die aktuellen Maßnahmen sind Teil eines schon länger andauernden Konflikts zwischen dem iranischen Staat und dem früheren Nationalteam-Kapitän. Bereits 2022 hatten die Behörden ein Haus Karimis konfisziert. Damals begründeten sie den Schritt unter anderem mit seiner angeblichen Unterstützung für eine Aussöhnung mit Israel.

Im selben Jahr erhob die iranische Justiz zudem Anklage gegen den ehemaligen Mittelfeldspieler – in Abwesenheit. Hintergrund war seine Unterstützung der landesweiten Proteste nach dem Tod der Kurdin Mahsa Amini. Die junge Frau war im September 2022 nach ihrer Festnahme durch die Sittenpolizei gestorben und wurde zum Symbol der regimekritischen Bewegung im Iran. 

„Ali Karimi gehört zu den prominentesten Stimmen der Opposition aus dem Sportbereich“, berichten iranische Medien immer wieder über den einstigen Publikumsliebling.

Unterstützung für Protestbewegung

Karimi hatte sich während der Proteste mehrfach öffentlich solidarisch mit Demonstrierenden gezeigt. Über soziale Medien kritisierte er die politische Führung scharf und sprach sich für mehr Freiheit und Reformen im Land aus. 

Sein Engagement brachte ihn endgültig auf Konfrontationskurs mit den Behörden. Seit 2022 lebt der frühere Fußballstar deshalb überwiegend in den USA. Dort setzt er seine regimekritischen Aussagen fort und unterstützt weiterhin oppositionelle Bewegungen. 

Die iranische Justiz verschärfte zuletzt generell ihren Kurs gegen Regierungskritiker. Besonders seit den Spannungen mit Israel und den USA drohen Behörden verstärkt mit Enteignungen und Beschlagnahmungen von Vermögen. Personen, die als Gefahr für die nationale Sicherheit eingestuft werden, geraten dabei zunehmend ins Visier.

Ali Karimi: Einer der größten Fußballstars des Iran

Das harte Vorgehen gegen Karimi sorgt auch deshalb international für Aufmerksamkeit, weil der ehemalige Mittelfeldspieler zu den bekanntesten Sportlern der iranischen Geschichte zählt. Für die Nationalmannschaft absolvierte er 126 Länderspiele und erzielte 38 Tore. 

Auch in Europa machte sich Karimi einen Namen. Zwischen 2005 und 2007 spielte er für den FC Bayern München. Für die Münchner absolvierte er 42 Pflichtspiele, erzielte vier Treffer und gewann 2006 das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal. Bis heute genießt Karimi bei vielen Fußballfans im Iran Kultstatus. 

Gerade deshalb haben die Maßnahmen der iranischen Justiz auch eine starke politische Symbolwirkung. Der ehemalige Nationalheld ist längst nicht mehr nur Ex-Fußballer – sondern eine der prominentesten Stimmen gegen das Regime in Teheran.

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