Sonnenfinsternis-Brille selber basteln? So funktioniert die sichere Alternative mit Lochkamera
- Sonnenfinsternis-Brille selber basteln? Keine gute Idee
- Lochkamera statt Sonnenfinsternisbrille
- Lochkamera bauen: Das wird benötigt
- So wird die Sonnenfinsternis mit der Lochkamera sichtbar
- Lochkamera ist kein Schutzfilter
- Vorsicht bei Fernglas, Kamera und Teleskop
Am Mittwochabend wird es ernst: Die partielle Sonnenfinsternis beginnt in Österreich um 19.22 Uhr. Wer sie direkt sehen will, braucht dazu zwingend eine geeignete Schutzbrille. Wer noch keine hat, dürfte heute Schwierigkeiten haben, noch eine zu bekommen. Vielerorts sind die Solar Viewer bereits ausverkauft.
Schnell selbst eine Sonnenfinsternis-Brille basteln? Davon ist dringend abzuraten. Eine sichere Alternative lässt sich dagegen tatsächlich mit wenigen Mitteln bauen.
Achtung: Keine improvisierten Sonnenfilter verwenden
Normale Sonnenbrillen, CDs, geschwärztes Glas oder selbst gebastelte Filter sind keine sichere Sonnenfinsternis-Brille. Eine Lochkamera ist kein Schutzfilter, sondern ermöglicht ausschließlich die indirekte Beobachtung des projizierten Sonnenbildes.
Sonnenfinsternis-Brille selber basteln? Keine gute Idee
Wer keine Sonnenfinsternisbrille mehr bekommen hat, sollte keinesfalls zu improvisierten Filtern greifen. Normale Sonnenbrillen, CDs, geschwärztes Glas oder andere selbst gebastelte Lösungen schützen die Augen nicht zuverlässig vor der Sonnenstrahlung.
Auch besonders dunkle Materialien sind nicht automatisch sicher. Entscheidend ist nicht, wie dunkel ein Filter für das menschliche Auge erscheint, sondern welche Strahlung tatsächlich hindurchgelangt. Eine Schweißerbrille ist zwar extrem dunkel, lässt aber trotzdem schädliches Infrarotlicht durch.
Deshalb gilt: Keine Sonnenfinsternis-Brille selber basteln und damit direkt in die Sonne schauen.
Sonnenfinsternis sicher beobachten: Das Wichtigste auf einen Blick
- Keine Sonnenfinsternis-Brille selber basteln: Improvisierte Filter schützen die Augen nicht zuverlässig.
- Lochkamera als Alternative: Damit wird die Sonne indirekt auf eine Fläche projiziert.
- Einfach zu bauen: Benötigt werden Karton, Alufolie, weißes Papier, Klebeband und eine Nadel.
- Niemals durch das Loch schauen: Beobachtet wird ausschließlich das projizierte Sonnenbild.
- Kinder nur unter Aufsicht: Auch beim Ausrichten der Lochkamera darf niemand direkt in die Sonne blicken.
Lochkamera statt Sonnenfinsternisbrille
Es gibt allerdings eine einfache Alternative zur Sonnenfinsternisbrille, die sich selbst basteln lässt und die auch für die Beobachtung mit Kindern geeignet ist. Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt für die indirekte Beobachtung die Projektionsmethode mit einer Lochkamera, auch Camera obscura genannt.
Bei einer Lochkamera schaut man nicht durch ein selbst gebautes Gerät in die Sonne. Stattdessen fällt das Sonnenlicht durch eine kleine Öffnung und erzeugt auf einer Projektionsfläche ein Abbild der Sonne. Während der partiellen Sonnenfinsternis lässt sich auf dieser Fläche beobachten, wie sich der Mond zunehmend vor die Sonnenscheibe schiebt.
Lochkamera bauen: Das wird benötigt
Für eine einfache Lochkamera braucht es nur wenige Dinge. Geeignet sind etwa ein längerer Karton oder zwei miteinander verbundene Kartons, ein Stück Alufolie, weißes Papier, Klebeband und eine Nadel.
An einem Ende des Kartons wird eine kleine Öffnung ausgeschnitten und mit Alufolie abgedeckt. Anschließend wird mit einer Nadel ein möglichst kleines, sauberes Loch in die Folie gestochen. Auf der gegenüberliegenden Innenseite dient weißes Papier als Projektionsfläche.
Zusätzlich braucht es eine seitliche Öffnung, durch die das projizierte Sonnenbild betrachtet werden kann.
So wird die Sonnenfinsternis mit der Lochkamera sichtbar
Zur Beobachtung wird die Lochkamera mit dem kleinen Loch in Richtung Sonne gehalten. Dabei bleibt der Blick von der Sonne abgewendet.
Das Sonnenlicht fällt durch die winzige Öffnung und wird auf das weiße Papier im Inneren projiziert. Die richtige Position lässt sich finden, indem der Karton langsam bewegt wird, bis das helle Abbild der Sonne auf der Projektionsfläche erscheint.
Je weiter die Sonnenfinsternis fortschreitet, desto deutlicher zeigt sich dort die charakteristische Sichelform.
Wichtig: Niemals durch das Loch in Richtung Sonne blicken! Die Öffnung dient ausschließlich dazu, das Sonnenbild auf die gegenüberliegende Fläche zu projizieren. Kinder sollten die Lochkamera nur unter Aufsicht eines Erwachsenen verwenden. Die Lochkamera niemals wie ein Fernglas vor die Augen halten. Nicht durch das Loch schauen und auch beim Ausrichten niemals direkt in die Sonne blicken.
Lochkamera ist kein Schutzfilter
Eine zertifizierte Sonnenfinsternisbrille filtert das Sonnenlicht für den direkten Blick. Bei der Lochkamera wird der direkte Blick dagegen vollständig vermieden. Beobachtet wird ausschließlich das projizierte Bild.
Die Lochkamera ersetzt eine Sonnenfinsternisbrille damit zwar nicht, wenn man direkt zur Sonne schauen möchte. Dafür ermöglicht sie als Alternative immerhin eine andere Form der Beobachtung.
Vorsicht bei Fernglas, Kamera und Teleskop
Eine Lochkamera darf nicht mit einem Fernglas oder Teleskop verwechselt werden. Optische Geräte bündeln die Sonnenstrahlung und können ohne dafür geeignete Sonnenfilter besonders gefährlich für die Augen sein.
Auch eine selbst gebastelte Folie vor einem Fernglas oder Teleskop ist keine sichere Lösung. Wer solche Geräte zur Sonnenbeobachtung einsetzen möchte, benötigt dafür ausdrücklich geeignete Filter.
FAQ: Sonnenfinsternis-Brille selber basteln und Lochkamera
Kann man eine Sonnenfinsternis-Brille selber basteln?
Von einer selbst gebastelten Sonnenfinsternis-Brille ist abzuraten. Improvisierte Filter schützen die Augen nicht zuverlässig vor der Sonnenstrahlung. Für die indirekte Beobachtung lässt sich stattdessen eine Lochkamera bauen.
Wie funktioniert eine Lochkamera bei einer Sonnenfinsternis?
Das Sonnenlicht fällt durch eine kleine Öffnung und erzeugt auf einer gegenüberliegenden Fläche ein Abbild der Sonne. Während der partiellen Sonnenfinsternis lässt sich dort beobachten, wie der Mond die Sonnenscheibe verdeckt.
Darf man durch das Loch der Lochkamera schauen?
Nein. Niemals durch das Loch oder direkt in die Sonne blicken. Die Lochkamera dient ausschließlich dazu, das Sonnenbild auf eine Fläche zu projizieren.