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Alfred Tatar auf der Seitenlinie bei SV Ried
Alfred Tatar ist im Alter von 62 Jahren am Donnerstag verstorben.
Alfred Tatar ist im Alter von 62 Jahren am Donnerstag verstorben.
APA-Images / Pressefoto Scharinger / Daniel Scharinger

Große Trauer: Alfred Tatar mit 62 Jahren verstorben

14.05.2026 um 15:05, Marcel Toifl
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Fußball-Österreich trauert um Alfred Tatar. Der legendäre TV-Experte und Trainer verstarb im Alter von 62 Jahren nach einem Kampf gegen die Krankheit ALS.

Die heimische Sportwelt trägt Schwarz: Alfred Tatar, der als begnadeter Fußballer, "Philosoph" auf der Trainerbank und kultiger TV-Analytiker Generationen von Fans begeisterte, ist tot. Er verstarb am Donnerstag im Alter von 62 Jahren. Tatar erlag den Folgen der unheilbaren Nervenkrankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), gegen die er seit seiner Diagnose vor rund zwei Jahren tapfer gekämpft hatte.

Vom "Mexiko-Bua" zum TV-Analytiker

Alfred Tatar galt zeitlebens als außergewöhnliche Persönlichkeit im Fußball. Bereits 1983 war er Teil der legendären U20-Auswahl bei der Weltmeisterschaft in Mexiko, gemeinsam mit Weggefährten wie Toni Polster und Andi Ogris. Polster zeigte sich tief betroffen und verabschiedete sich via Social Media mit den Worten: „Mei Bua, ich bin unendlich traurig“.

In den vergangenen Jahren erlangte Tatar als Experte beim Pay-TV-Sender Sky absoluten Kultstatus. Seine Analysen waren geprägt von seinem Hintergrund als studierter Biologe und Mathematiker, was ihm den Ruf eines Fußball-Philosophen einbrachte. Aufgrund seiner schweren Erkrankung hatte er seine TV-Karriere im Sommer 2025 beendet und sich seither aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Erfolge als Trainer und Wegbegleiter

Nicht nur vor der Kamera, auch an der Seitenlinie hinterließ der gebürtige Niederösterreicher bleibende Spuren:

  • Aktiver Spieler: Er glänzte unter anderem bei der Vienna an der Seite von Weltstar Mario Kempes sowie beim Wiener Sport-Club und in St. Pölten.
  • Trainerstationen: Tatar leitete die Geschicke bei Vereinen wie Ried, der Admira, Mattersburg und der Vienna.
  • International: Er war als Co-Trainer unter Raschid Rachimow bei Lok Moskau tätig.

Abschied auf der Hohen Warte

Besonders eng war die Verbindung zum Traditionsverein First Vienna FC. Erst vor wenigen Tagen präsentierte der Klub ein Sondertrikot zur Unterstützung der ALS-Forschung in Zusammenarbeit mit Tatar. Die Nachricht, dass Alfred Tatar tot ist, traf den Verein hart.

Beim heutigen Spiel gegen SW Bregenz wird die Mannschaft mit Trauerflor auflaufen, zudem ist eine Trauerminute auf der Hohen Warte geplant. Der Verstorbene soll laut Berichten im engsten Familienkreis beigesetzt werden.

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