ZIB ist jetzt auf TikTok: Das Interview mit den Machern

Die Online-Auftritte der ZIB sind in Österreich zur wichtigsten Social Media-Informationsquelle geworden: Auf Facebook folgen rund 940.000 Menschen der „Zeit im Bild“, auf Instagram  knapp 800.000 Abonnenten. Mit ihrem TikTok-Auftritt geht die ZIB-Redaktion jetzt den nächsten Schritt – was Moderator Armin Wolf in seiner Sendung so ankündigte:

Die beiden neuen TikTok-Hosts, Ambra Schuster (26) und Idan Hanin (19) wollen das Publikum "überall dorthin mitnehmen, wo es spannend wird – etwa ins Parlament, auf Demonstrationen und auch hinter die Kulissen der ZIB". Komplett wird die Redaktion durch Patrick Swanson, Leiter des Social-Media-Teams.  Weekend wollte wissen: Warum TikTok? Und müssen Jugendlichen die Nachrichten wirklich vorgetanzt werden? 

Auch was zum Schmunzeln

Die kritische Frage zuerst: Was haben Dancemoves wie jene von Armin Wolf mit Nachrichten zu tun?

ZIB auf TikTok: Das erste Video ist als Auftakt für unseren TikTok-Account gedacht, und da darf auch ein Augenzwinkern dabei sein. Grundsätzlich ist unser Job ganz klar: Wir machen die Nachrichten. Daher wird der allergrößte Teil unserer Videos auch aus News bestehen – und hin und wieder vielleicht auch was zum Schmunzeln, wenn es einen Anlass gibt.

Besteht nicht die Gefahr, dass das seriöse Image der ZIB Kratzer bekommt? Wenn etwa TikTok-Beiträge die Runde machen, die vom ZIB-TV Publikum falsch verstanden werden, nämlich als Unterhaltung?

ZIB auf TikTok: Nein, diese Gefahr sehen wir nicht. Und zwar deswegen, weil unser Fokus auch auf TikTok ganz klar auf Nachrichten liegt. Wir haben hier den gleichen Anspruch wie bei der ZIB im TV und auch bei der ZIB auf Facebook und Instagram:  Wo ein ZIB-Logo drauf ist, da ist seriöse Info drin.

In der Ankündigung ist von „ganz neuen Erzählweisen“ und von direktem Austausch mit den NutzerInnen die Rede. Was heißt das konkret?

ZIB auf TikTok: Unser Ziel ist es, die ZIB-Nachrichten für das junge Publikum auf TikTok zu übersetzen. Wir haben dafür spannende Formate entwickelt, die auf die Plattform passen: Breaking News-Videos, Reportagen, auch kurze Interviewformate gibt es. Das sind alles klassische journalistische Formate  – sie müssen aber für TikTok in gewisser Weise neu erfunden werden. Und auch der Austausch mit den Nutzerinnen und Nutzern ist uns sehr wichtig, weil wir vom Feedback unseres Publikums lernen wollen.

 

Screenshot des Zeit im Bild-Accounts auf TikTok

 

Junge finden zuwenig Gehör

Warum muss man die Jungen eigentlich anders ansprechen – als könnten sie Nachrichten nicht mehr folgen. Hält man sie für dümmer als den Rest der Bevölkerung?

ZIB auf TikTok: Das Gegenteil ist der Fall: Viele junge Menschen interessieren sich für Politik. Sie können und wollen mitreden, das haben die letzten Jahre sehr deutlich gezeigt. Das Problem ist aber, dass junge Menschen manchmal nicht ernst genommen werden, dass sie nicht genug Gehör finden. Wir wollen das ändern und auf Augenhöhe mit unserem Publikum sein.

Wie oft wird die ZIB auf TikTok aktualisiert?

ZIB auf TikTok:  Wir planen, täglich mindestens ein Video zu einem aktuellen Thema zu veröffentlichen. Es kann auch gut sein, dass es manchmal mehr werden – je nach Nachrichtenlage.

Habt Ihr Ziele, was die ZIB auf TikTok betrifft – bei welcher Userzahl kann man von einem Erfolg sprechen?

 ZIB auf TikTok: Wir hatten nach nur 15 Stunden bereits mehr als 50.000 Follower:innen auf TikTok. Das freut uns sehr und ist jedenfalls einmal ein schöner Erfolg zum Start.

Gibt es international Vorbilder?

 ZIB auf TikTok:  Ja, durchaus. Die „Tagesschau“ in Deutschland ist etwa schon seit einiger Zeit auf TikTok und macht spannende Videos. Wir haben uns auch angeschaut, was internationale Journalistinnen und Journalisten auf der Plattform so machen, etwa von CNN – und auch da gibt es ganz großartige und kreative Ideen.

Autor: Andrea Schröder, 21.10.2021