Wolfgang Schüssel will Lukolil-Posten nicht räumen

Der ehemalige ÖVP-Kanzler soll für seinen Aufsichtsratsjob 100.000 Euro pro Jahr kassieren.
Autor: Gert Damberger, 01.03.2022 um 09:50 Uhr

„Während Europa immer enger zusammenrückt, um dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine mit harten Sanktionen zu begegnen, bleibt Ex-Kanzler Schüssel eiskalt im hochdotierten Aufsichtsratssessel des russischen Öl-Giganten Lukoil sitzen“, kritisiert Christian Deutsch, Bundesgeschäftsführer der SPÖ, in einer aktuellen Aussendung. Es gehe um nichts weniger als um die Reputation der Republik Österreich.

Lukoil-Boss gilt als Putins Vertrauter

Laut Christian Deutsch verdient Wolfgang Schüssel 100.000 Euro im Jahr, eine Summe, die dem Geschäftsbericht des Konzerns zu entnehmen sei. Während Ex-Kanzler Christian Kern seinen Aufsichtsratsposten bei der russischen Staatsbahn noch am Donnerstag vergangener Woche räumte, ließ Wolfgang Schüssel über seine Sprecherin ausrichten, dass Lukoil ja keine Staatsfirma, sondern ein börsennotiertes Unternehmen sei und er deshalb keine Veranlassung habe, dessen "Board of Directors" zu verlassen. Die SPÖ weist in ihrer Aussendung darauf hin, dass Gründer, Großaktionär und Lukoil-Vorstandsvorsitzender Vagit Alekperov als enger Vertrauter des russischen Präsidenten Putin gilt.

 

Lukoil-Zentrale im Bau