Warum war BILD-Diekmann mit Nehammer bei Putin?

Der Bundeskanzler beim ukrainischen Staatschef Selenskyj und beim russischen Präsidenten: stets in Begleitung von Ex „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann.
Autor: Andrea Schröder, 13.04.2022 um 09:24 Uhr

NEOS stellte nun eine parlamentarische Anfrage an den Bundeskanzler. Die Oppositionspartei will etwa wissen, welche Leistungen von Diekmann „oder einem ihm wirtschaftlich zuzurechnendem Unternehmen“ in Anspruch genommen hat.

"Beim Freiheitskämpfer"

Diekmann hatte aus seiner Reise mit dem Nehammer-Tross kein Geheimnis gemacht und darüber getwittert.

NEOS-Parlamentarierin Henrike Brandstötter auf Twitter: "Eine umfassende parlamentarische Anfrage zu Diekmanns Tätigkeiten für das BKA und seiner Rolle im Russland-Tross wird von mir eingebracht."

Geld gab's keins dafür

Aus dem Bundeskanzleramt hieß es, der Ex-Bild-Chef habe den russischen Präsidenten in der Vergangenheit mehrmals getroffen. Dies sei sehr hilfreich in der Vorbereitung gewesen, wird das Kanzleramt zitiert. Diekmann  habe kein Honorar bekommen und auch seine Reisekosten selbst bezahlt, heißt es im Bericht weiter.

Umstrittener Journalismus

Diekmann war jahrelang Chefredakteur sowie Herausgeber der „Bild“-Zeitung. In dieser Zeit wurde ihm regelmäßig vorgeworfen, gegen grundlegende journalistische Prinzipien zu verstoßen. Er stand im Mittelpunkt zahlreicher Kontroversen bis hin zu Gerichtsprozessen 

Vertrag mit der ÖVP

Der 57-jährige verließ den Springer-Verlag 2017 und gründete die PR-Agentur Storymachine. Diese hat einen Vertrag mit der ÖVP und dem ÖVP-Klub im Parlament: So sollen über Storymachine seit Februar die Belange der ÖVP-Fraktion im ÖVP-Korruptionsuntersuchungsauschuss betreut werden.