Strasse von Hormus: USA und Iran erhöhen militärischen Druck
Inhalt
- Militärische Lage und Manöver
- Aufrüstung und Kriegsdrohungen
- Proteste im Iran und innenpolitischer Druck
- Verhandlungen, Forderungen und diplomatische Initiativen
- Regionale und internationale Reaktionen
Die iranischen Revolutionsgarden beginnen ein Seemanöver in der Straße von Hormus, während die USA ihre militärische Präsenz im Nahen Osten weiter ausbauen. Beide Seiten warnen vor einer Eskalation, die den internationalen Ölhandel belastet und die Sorge vor einem regionalen Krieg wachsen lässt.
Militärische Lage und Manöver
Parallel zu dem Manöver in der Straße von Hormus plant die Marine der iranischen Revolutionsgarden eine weitere Übung im Golf von Oman. Zunächst bleibt unklar, ob diese wie angekündigt stattfindet. Iranische Medien berichten zeitweise von einer Beteiligung Russlands und Chinas, später heißt es jedoch, ein gemeinsames Manöver sei erst in den kommenden Wochen vorgesehen.
Die aktuelle Zuspitzung steht im Zusammenhang mit einem militärischen Konflikt im Juni, als Israel iranische Atom- und Regierungseinrichtungen angreift und sich die USA in der Endphase der Kämpfe beteiligen. Mehrere Explosionen erschüttern seither den Iran, darunter auch eine schwere Detonation in der Hafenstadt Bandar Abbas am Persischen Golf.
Aufrüstung und Kriegsdrohungen
Die USA verstärken seit Anfang Januar ihre militärische Präsenz in der Region deutlich. Zum Einsatz kommen unter anderem der Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ und mehrere Begleitschiffe. US-Präsident Donald Trump verweist auf eine starke Flottenpräsenz in der Nähe des Iran. Aus Washington heißt es zugleich, ein unmittelbarer Angriff stehe nicht bevor, da zunächst die Luftverteidigung ausgebaut und Verbündete wie Israel geschützt werden müssten.
Iran versetzt seine Streitkräfte angesichts möglicher Angriffe in höchste Alarmbereitschaft. Armeechef Amir Hatami spricht von voller Verteidigungs- und Kampfbereitschaft und warnt vor weitreichenden Folgen eines militärischen Fehlers. Zwar gilt die iranische Flugabwehr als geschwächt, zugleich verfügt das Land über ein umfangreiches Raketenarsenal, das Ziele in Israel, den Golfstaaten und an US-Stützpunkten erreichen kann. Die Nukleartechnologie des Landes sei, so Hatami, nicht eliminierbar.
Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei warnt, ein US-Angriff würde die gesamte Region in einen Krieg ziehen. Außenminister Abbas Araghtschi verweist auf die Vielzahl amerikanischer Militärbasen im Nahen Osten und erklärt, Iran sei auf einen Ernstfall vorbereitet, strebe jedoch keinen Krieg an.
Proteste im Iran und innenpolitischer Druck
Dem außenpolitischen Konflikt gehen wochenlange Proteste im Iran voraus. Tausende Menschen demonstrieren gegen die Führung, die Regierung reagiert mit Internetsperren und einem harten Vorgehen der Sicherheitskräfte. Schätzungen zufolge kommen dabei mehr als 30.000 Menschen ums Leben.
Trump begründet seine Drohungen gegen Teheran unter anderem mit dem Vorgehen gegen die Proteste. Irans Präsident Massud Peseschkian weist die Vorwürfe zurück und erklärt, westliche Staaten hätten wirtschaftliche Probleme ausgenutzt, um Unruhen zu schüren und das Land zu destabilisieren.
Verhandlungen, Forderungen und diplomatische Initiativen
Trotz der scharfen Rhetorik halten beide Seiten Gesprächskanäle offen. Trump betont sein Interesse an einer Verhandlungslösung, verknüpft diese jedoch mit klaren Forderungen. Dazu zählen strikte Einschränkungen des iranischen Atomprogramms, Begrenzungen bei ballistischen Raketen sowie ein Ende der Unterstützung für Milizen wie Hisbollah und die Huthis.
Teheran signalisiert in Teilen Gesprächsbereitschaft, lehnt jedoch Verhandlungen über sein Raketenprogramm ab. Die Nukleartechnologie wird als unverzichtbar bezeichnet. Beide Seiten bestätigen laufende Kontakte über Vermittlerstaaten, konkrete Termine für neue Gespräche gibt es bislang nicht.
Auf internationaler Ebene fordern westliche Staaten deutliche Zugeständnisse von Teheran. Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot spricht von einer notwendigen grundlegenden Kursänderung, um eine militärische Eskalation zu verhindern.
Regionale und internationale Reaktionen
Die Spannungen führen zu verstärkter sicherheitspolitischer Abstimmung. Die Generalstabschefs der USA und Israels beraten im Pentagon über mögliche Szenarien. Saudi-Arabien warnt vor den Folgen einer zu zurückhaltenden US-Politik gegenüber Teheran.
Zwischen dem Iran und der Europäischen Union verschärft sich der Konflikt zusätzlich. Die EU stuft die iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation ein, Teheran reagiert mit einer Gegenmaßnahme und erklärt die Streitkräfte der EU-Mitgliedsstaaten ebenfalls zu Terrorgruppen. Die Bundesregierung weist diese Einstufung scharf zurück.