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Menschen protestieren mit einem Schild, auf dem „Free Iran“ und eine Taube in den iranischen Nationalfarben zu sehen sind.
Demonstrierende in ganz Europa fordern das Ende des Mullah-Regimes.
Demonstrierende in ganz Europa fordern das Ende des Mullah-Regimes.
APA-Images / Action Press / Panama Pictures

Iran: EU erklärt Revolutionsgarde zur Terrororganisation

29.01.2026 um 17:22, Stefanie Hermann
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Die Situation im Iran eskaliert weiter. Nach jahrelanger Debatte stuft die EU die iranische Revolutionsgarde jetzt als Terrororganisation ein.

Die Europäische Union stuft die iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation ein. Die Entscheidung ist heute nach jahrelangen Diskussionen unter den Mitgliedsstaaten endgültig gefallen. Außenbeauftragte Kaja Kallas spricht in Brüssel von einem „entscheidenden Schritt“, um auf die brutale Niederschlagung der Proteste im Iran zu reagieren. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen sind bei den Unruhen Tausende Menschen ums Leben gekommen.

Menschenrechtsverletzungen im Iran

Die Einstufung erfolgt wegen „offenkundiger und schwerwiegender Menschenrechtsverletzungen“. Laut Kallas könne die Repression gegen die eigene Bevölkerung nicht unbeantwortet bleiben. Die Revolutionsgarden werden damit auf eine Stufe mit Organisationen wie dem sogenannten Islamischen Staat oder al-Kaida gestellt. Zugleich verschärft die EU ihre Sanktionen gegen hochrangige iranische Vertreter und Institutionen.

Neue Sanktionen gegen Teheran

Unter den neu Sanktionierten befinden sich Innenminister Eskandar Momeni, Generalstaatsanwalt Mohammed Mowahedi-Asad und der Chef der Sicherheitspolizei, Madschid Feis Dschafari. Sie gelten als verantwortlich für die gewaltsame Verfolgung von Demonstrierenden. Insgesamt verhängt die EU Maßnahmen gegen 20 weitere Personen, Unternehmen und Organisationen aus dem Iran.

Reaktionen aus Europa

Mehrere Außenminister begrüßen die Entscheidung als überfällig. Deutschlands Außenminister Johann Wadephul spricht von einem „starken politischen Signal“, das den Tätern klarmache, „dass sie mit Blut an den Händen nicht unbehelligt bleiben“. Frankreich und Italien, die sich lange gegen den Schritt ausgesprochen hatten, haben kurz vor dem Beschluss ihre Position geändert.

Revolutionsgarde: Machtinstrument der Führung

Die 1979 gegründeten Revolutionsgarden gelten als Elitetruppe des Regimes. Sie unterstehen direkt dem obersten geistlichen Führer Ali Chamenei und kontrollieren große Teile der iranischen Wirtschaft. Zudem spielen sie eine zentrale Rolle im iranischen Raketen- und Atomprogramm. Menschenrechtsgruppen werfen ihnen vor, bei der Niederschlagung der Proteste gezielt gegen Zivilisten vorzugehen.

SA droht mit Angriff

Die USA drohen dem Iran erneut mit Konsequenzen. Außenminister Marco Rubio erklärt, Washington werde militärisch reagieren, falls Angriffe auf US-Stützpunkte in der Region geplant seien. Nach Medienberichten bereitet die US-Regierung Konsultationen mit Israel und Saudi-Arabien über die weitere Lage vor. Saudi-Arabien betont, sein Territorium nicht für Angriffe auf den Iran zur Verfügung zu stellen.

Symbolischer, aber deutlicher Schritt

Die Listung der Revolutionsgarde hat vor allem symbolische Bedeutung. Wegen bestehender Sanktionen darf der Organisation schon seit Jahren kein Geld oder wirtschaftlicher Vorteil gewährt werden. Dennoch markiert der EU-Beschluss einen politischen Wendepunkt – und signalisiert, dass Europas Geduld mit dem iranischen Regime endet.

Quellen und weiterführende Informationen

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