Aussprache: Strache und Hofer endlich versöhnt!

Norbert Hofer und HC Strache haben sich zur Aussprache getroffen und versöhnt.
Autor: Stefanie Hermann, 29.01.2022 um 08:19 Uhr

Jahrelang sind zwischen ihnen die Fetzen geflogen. Jetzt haben sich die beiden Ex-Chefs der FPÖ zur versöhnlichen Aussprache getroffen. Politik sei wichtig, Freundschaft aber wichtiger, kommentierte Norbert Hofer das Treffen mit seinem Ex-Parteikollegen HC Strache. Die Versöhnung gleicht einem kleinen Weinachtswunder.

2019 musste Heinz Christian Strache im Zuge der Ibiza-Affäre erst sein Amt als Vizekanzler, dann den Chefsessel der Partei räumen. Strache stellte seine Mitgliedschaft ruhend. Das war der FPÖ nicht genug. Strache wurde noch am gleichen Tag aus der Partei gekickt. Das Ruder übernahm Norbert Hofer.

Sticheleien und Rosenkrieg

Seitdem steht man in offenem Konflikt. Über die Medien wurden die beiden Blauen nicht müde, sich gegenseitig Gemeinheiten auszurichten. So habe Strache "einen Scherbenhaufen hinterlassen", attestierte Hofer den Zustand der Partei. Dass die FPÖ in die Irrelvanz steuere, befand dafür Strache nach der Burgenlandwahl 2020. Und auch gegen Hofer direkt zu schießen, war sich Strache nicht zu schade. Seinen Rücktritt 2021 kommentierte er als Triumph Kickls. Er sei "der Einzige, der in den letzten Monaten Politik gemacht habe".

Wiedergefundene Freunde

Auch zu tagesaktuellen Themen (Stichwort Impfung) scheinen die Gräben tief zu laufen. Nichtdestotrotz hat man sich nun zur Aussprache getroffen. Mit Erfolg, wie es scheint. Das belegt ein Foto vom Treffen, das Hofer auf Social Media gepostet hat. Tenor: demonstrative Harmonie und Einigkeit. Hofer schreibt: "Politik ist wichtig. Aber Freundschaft ist noch wichtiger. Wir haben uns heute getroffen und ein gutes, menschliches Gespräch gehabt. Danke dafür"

Der genaue Gesprächsinhalt ist nicht überliefert.

Weg frei für Strache-Comeback?

Wer nun vermutet, dass damit der Weg für ein blaues Comeback Straches geebnet sei, irrt. In der FPÖ scheint man mit dem Treffen unterdessen nämlich wenig Freude zu haben. So wenig Freude, dass Generalsekretär Michael Schnedlitz noch in der Nacht via Aussendung überdeutliche Worte findet. Das Treffen sei eine reine Privatsache.

"Auch abseits dieser Vorwürfe sei das Band zwischen der FPÖ und ihrem ehemaligen Obmann von Strache längst zerschnitten worden.

Vor allem, dass Strache in Graz und Wien mit einer eigenen Partei angetretenen sei, nehme man dem Ex-Chef weiterhin übel. "Auch abseits dieser Vorwürfe sei das Band zwischen der FPÖ und ihrem ehemaligen Obmann von Strache längst zerschnitten worden, indem er in Wien und in Graz gegen seine ehemalige Partei erfolglos in Wahlen gezogen sei", heißt es in der Aussendung. Zudem würde gegen Strache auch weiterhin in der Spesen Affäre ermittelt werden, " denen sich die FPÖ unter dem damaligen Obmann Norbert Hofer als Privatbeteiligte angeschlossen hat, weil die FPÖ sich als Opfer der mutmaßlichen Malversationen Straches betrachtet“, so Schnedlitz weiter.