Corona wütet in Portugal, in Österreich steigen die Zahlen

In Portugal steigen nicht nur die die Infektionen, sondern auch die Zahl der Krankenhauspatienten und der Toten. Die Inzidenz liegt aktuell bei 2000. Ist Österreich auf dem gleichen Weg?
Autor: Andrea Schröder, 09.06.2022 um 10:52 Uhr

In den vergangenen 24 Stunden (Stand: Donnerstag, 9.30 Uhr) wurden in Österreich 5144 Corona-Neuinfektionen registriert. Das entspricht einer Steigerung von knapp 70 Prozent im Vergleich zu vergangener Woche (3035 neue Fälle).

Österreich-Kurve

Im Vergleichszeitraum starben fünf  Menschen, die mit dem Virus infiziert waren. Bei den absoluten Infektions-Zahlen ist die Corona-Situation zwar noch nicht besorgniserregend. Die Kurve weist aber eindeutig nach oben:

Verdopplung jede Woche 

Es ist vor allem die Omikron-Variante BA.5, die in Portugal die Corona-Fallzahlen derart steigen lässt. Auch in Deutschland wird der Zuwachs immer deutlicher, der BA.5 Anteil in Stichproben verdoppelte sich dort zuletzt im Wochentakt. Und in Österreich?Die BA.5-Variante grassiert auch hierzulande. Rund zehn Prozent der Neuinfektionen – unterschiedlich je nach Bundesland – gehen auf diese Variante zurück.Und wie in Deutschland gibt es auch in Österreich jede Woche eine knappe Verdoppelung der BA.5-Fälle.

Was ist BA.5?

Die Omikron-Subtypen BA.4 und BA.5 wurden im Januar 2022 in Südafrika entdeckt und von der WHO als "besorgniserregend" eingestuft.  Laut dem Berliner Virologen Christian Drosten stammen BA.4 und 5 nicht von BA.1 bis 3 ab. Sie sind vielmehr Varianten des gemeinsamen Omikron-Vorläufers. "Diese Varianten haben zusätzlich zu Omikron (...) eine Mutation, die man  aus Delta kannte und die (...) die Virulenz erhöht. Außerdem ist Immunflucht wahrscheinlich". 

Immunflucht

Antikörper, die gegen das Ursprungsvirus wirksam waren, können eine neue Variante schlechter bekämpfen. Dieses Phänomen nennt man Immunflucht. Immunflucht ermöglicht häufigere Reinfektionen: Auch Geimpfte oder bereits Genesene haben dann keinen Schutz mehr. Experten raten dennoch bereits zu einem vierten Stich, um eine riesige Covid-Welle im Herbst zu verhindern.