SOS: Impfgegner nahezu führerlos

Die Impfgegnerei durchlebt gerade schwere Zeiten und muss sich an Strohhalme klammern.
Autor: Robert Eichenauer, 13.08.2022 um 12:10 Uhr

Nicht nur, dass dieser rücksichtslose Gesundheitsminister praktisch alle Maßnahmen abgeschafft hat und es daher schon ein bisserl schwierig ist, Maßnahmengegner für eine Demo gegen nicht vorhandene Maßnahmen zu begeistern, muss man sich auch noch mit Studien wie jener der Uni Salzburg herumschlagen, die der Impfung eine hohe Wirksamkeit attestiert. Die wievielte Studie mit dem immer gleichen Ergebnis war das eigentlich schon? Wurscht, weiter geht's. Jetzt gilt es, kühlen Kopf zu bewahren und konzertiert auszurücken, um die Foren mit alternativen und persönlichen Fakten zu überschwemmen. Das geneigte Fußvolk zieht Gott sei Dank weiterhin mit.

Gefährliche Community

Währenddessen ist der Rest des Landes ob der vielen Impfschäden im Umfeld von Impfgegnern ratlos und verblüfft. Da kennt jeder mindestens zwei Impftote, zig Arbeitsunfähige und hat Nachbarn, die sich nach der Impfung kaum noch an ihren eigenen Namen erinnern können. Und ob du's glaubst oder nicht. Manche von ihnen haben sogar Impfschäden, obwohl sie sich gar nicht impfen ließen. Man ist direkt froh, nicht Teil dieser Community zu sein. Da müsste einem sonst angst und bange werden. Aber das wird alles totgeschwiegen. Und überhaupt: Was sind dagegen fast 20.000 Corona-Tote?

Kickl und Wegscheider fehlen

Dazu kommt, dass zwei wesentliche Proponenten der Impfgegnerschaft momentan recht zurückhaltend agieren. Der eine, Ferdinand Wegscheider, ist Servus TV-Intendant, Verschwörungsgläubiger und für den Narrensaum Spaßvogel der Nation. Der andere, Herbert Kickl, versteht sich als Politrabauke und wortgewaltiger Geist, der stets verneint. Nun, während Wegscheider nach der Sommerpause seinen Schäfchen den Rücken wieder stärken und dem Rest der Nation die Wadeln nach vorne richten wird, muss man sich um die Zukunft des FPÖ-Chefs ernsthaft Sorgen machen. Wird er jemals wieder bei lustigen Demos von der Bühne herunter "Nehammer muss weg“ skandieren? Wird er je wieder lustige Reime wie "Pummerin statt Muezzin" reimen? Wird er seine Zuhörer je wieder mit dem Jörg Haider-Gedächtnis-Slang im Hintertupfinger Bierzelt verzücken? Nun, ich will ja nicht unken, aber nach den im Zusammenhang mit dem tragischen Suizidversuch Jeneweins aufgepoppten internen Querelen müssen berechtigte Zweifel angemeldet werden. Österreich hält selbstredend weiterhin den Atem an.

Ein Lichtblick

Der einzige Lichtblick ist eine Wiener Ureinwohnerin und begeisterte Maskengegnerin. Die adrette Dame hat in der Straßenbahn einen Amoklauf á la Mundl Sackbauer hingelegt, an dem sich die Telegram-Community regelrecht aufgeilt. Man fackelte nicht lange und erhob die Dame kurzerhand zur Jeanne d´Arc der Impfgegnerei. In Zeiten wie diesen, wo man wegen blöder Studien derart unter Druck steht, darf man sich schon mal an einen etwas vertrockneten Strohhalm klammen. Weil sonst müsste man sich am Ende ausschließlich der Putinversteherei widmen.