Es reicht: Rendi-Wagner spricht Chef-Wort

Skandal-Umfrage: SPÖ-Chefin Rendi-Wagner bricht ihr Schweigen. In gleich mehreren Interviews nimmt sie Stellung zu Doskozils strittiger Aktion.
Autor: Stefanie Hermann, 24.11.2022 um 07:15 Uhr
Die von der SPÖ Burgenland in Auftrag gegebene Umfrage hat hohe Wellen geschlagen. Anlässlich seiner Rückkehr nach einer gesundheitlichen Auszeit, hat Landeshauptmann Hans Peter Doskozil mehrere Themen abfragen lassen. Dabei hat er es sich nicht nehmen lassen, abzufragen, wie die aktuell im Aufwind befindliche SPÖ mit ihm statt Parteichefin Rendi-Wagner als Kanzlerkandidat abschneiden würde. Kurz gefasst: Das bei Meinungsforscher Peter Hajek in Auftrag gegebene Werk attestiert ihm, der bessere Spitzenkandidat zu sein.

Umfrage ist offener Affront

Inner- und außerhalb der Partei hat die in Kurz-Manier gekleidete Umfrage für ordentlich Wirbel gesorgt. Nur eine hat nicht einmal mit der Wimper gezuckt: Rendi-Wagner hat den Quertreiber trotz hitziger Debatte konsequent  eiskalt ignoriert. Jetzt aber hat sie Schweigen gebrochen und gegenüber mehreren Privatsendern Stellung genommen.

Rendi-Wagners kalte Schulter

Diese Woche Donnerstag ist Rendi-Wagner seit genau vier Jahren Parteivorsitzende. Ein Jubiläum, das sie wohl zum Anlass genommen haben dürfte, durch diverse Privatsender zu tingeln. In ihrer Zeit als Vorsitzende habe sie viele Umfragen gesehen, betont sie dort. Bei ATV-Moderator Benedikt Gmeiner (das volle Interview wird am Samstag augestrahlt) zeigt sie sich gelassen. "Lassen wir mal die Kirche im Dorf. Ja, er hat diese Umfrage selbst in Auftrag gegeben, selbst bezahlt, sich selbst abgefragt. Ja, das ist ihm unbenommen. Aber ich glaube, die Welt ist heute noch genauso wie gestern."

"Nervt mich nicht"

Daran, dass sie nicht nur Parteichefin, sondern auch Spitzenkandidatin zu bleiben gedenkt, lässt sie keinen Zweifel. "Der Parteivorsitzende der SPÖ war immer schon auch der Spitzendkandidat. Bei "Milborn" auf Pulf24 (Donnerstag, 20:15 Uhr) betont sie, dass man Umfragen nicht "hinterhergaloppieren" dürfe. "Nein, es nervt und ärgert mich nicht und es ist kein Überraschungseffekt dabei. Das war so, es ist so", so Rendi-Wagner.

Bundesland-Granden wenig amused

Teils offen genervt zeigen sich hingegen die Landesfürsten der SPÖ. Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig hat sich nach längerer Stille zu Wort gemeldet und sdezidiert hinter seine Chefin gestellt. Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser zeigt sich zurückhaltender und verweist auf die Entscheide der Parteigremien. Der oberösterreichische SPÖ-Chef Michael Lindner findet zwar Gefallen an Doskos Kurs im Burgenland, kann den seinen öffentlichen Querschüssen gegen die Parteichefin aber wenig abgewinnen. "So etwas diskutiert man nicht am Balkon", so Lindner.