Folgen der Pandemie: Jede dritte Person von weniger Einkommen betroffen

Vierteljährlich erhebt die Statistik Austria die soziale Lage in Österreich. Durch die Pandemie ist jeder Dritte von einer Verringerung des Haushaltseinkommen betroffen.
Autor: Patrick Deutsch, 12.04.2022 um 09:33 Uhr

Der Erhebung zu Folge hatte Ende 2021  rund ein Drittel der 16- bis 69-Jährigen ein geringeres Haushaltseinkommen als zwölf Monate zuvor. Als häufigste Gründe werden reduzierte Arbeitszeit, gesunkenes Erwerbseinkommen und Arbeitsplatzverlust genannt. Im Gegensatz dazu berichtet jede sechste Person von einem Anstieg.

Trotz einer massiven Ausweitung der Sozialleistungen und Subventionen hat die Corona-Krise deutliche soziale Folgen mit sich gebracht. Jede dritte Person im erwerbsfähigen Alter hatte im Jahr 2021 Einkommensverluste zu verdauen – mit teils spürbaren Auswirkungen auf Konsummöglichkeiten und Lebenszufriedenheit. Bei jeder sechsten Person hat sich die Einkommenssituation im selben Zeitraum hingegen verbessert – Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Berufsgruppe entscheidend

Ob man während der Corona-Pandemie von Einkommensverlusten oder -gewinnen betroffen war, hing häufig von der Berufsgruppe und der Beschäftigungssituation ab. So waren etwa Arbeitslose (53%) sowie Erwerbstätige in den Bereichen Dienstleistungen und Verkauf (37%), Landwirtschaft (41%), Handwerk (36%), Bedienung oder Montage von Anlagen und Maschinen (45%) und Hilfsarbeitstätigkeiten (40%) überdurchschnittlich häufig von Einkommensverlusten betroffen. Einkommensgewinner waren bei r Personen in akademischen (28%), technischen oder gleichrangigen Berufen (19%) sowie bei Führungskräften (25%) zu finden.

Geringerer Konsum und Lebenszufriedenheit

Mehr als 46 Prozent, der von Einkommensverlsuten betroffenen Personen konnten auf Ersparnisse zurückgreifen, Geld leihen oder das gesunkene Einkommen auf andere Weise kompensieren. 39 Prozent mussten ihren Konsum einschränken und ihre Ausgaben bei Essen, Kleidung und anderen Waren reduzieren. Ein reduziertes Haushaltseinkommen wirkte sich auch überproportional auf die Lebenszufriedenheit der Betroffenen aus: So war der Anteil der Menschen, die sich in den vier Wochen vor der Befragung nie oder selten glücklich gefühlt hatten, mit 17 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei jenen mit Einkommensgewinnen (8%).