Direkt zum Inhalt
Versandpakete mit Logos von Amazon, Temu, Shein und AliExpress als Symbolbild für die neuen Paketgebühren 2026 in Österreich.
Neue Paketgebühr seit November 2026: Bei Onlinebestellungen über Amazon, Temu, Shein und AliExpress können zusätzliche Kosten entstehen.
Neue Paketgebühr seit November 2026: Bei Onlinebestellungen über Amazon, Temu, Shein und AliExpress können zusätzliche Kosten entstehen.
KI-generiert / ChatGPT / Stefanie Hermann

Online-Shopping: Dritte Paketgebühr macht Bestellungen noch teurer

02.11.2026 um 13:37, Stefanie Hermann
min read
Seit 1. November gilt die dritte Paketgebühr. Was Bestellungen bei Temu und Shein jetzt kosten, welche Abgaben anfallen und wer betroffen ist.

Seit 1. November gilt eine weitere EU-Paketgebühr für Onlinebestellungen aus Nicht-EU-Staaten. Damit können bei Einkäufen über Temu, Shein und AliExpress inzwischen drei verschiedene Abgaben zusammenkommen. Besonders bei günstigen Waren drohen erhebliche Preisaufschläge.

​Neue EU-Paketgebühr seit November

Die jüngste Abgabe beträgt zwei Euro pro relevanter Zollanmeldungsposition. Sie fällt bei direkten Importen aus Nicht-EU-Staaten an und kommt zu bereits bestehenden Belastungen hinzu. Entscheidend ist nicht allein, wie viele Artikel in einem Paket liegen, sondern wie die Waren bei der Zollanmeldung erfasst werden.

Die Gebühr wird zunächst im Rahmen der Zollabwicklung erhoben. Ob und in welcher Höhe sie an Kunden weitergegeben wird, hängt vom jeweiligen Händler und dessen Preisgestaltung ab.

​Drei Abgaben können gleichzeitig anfallen

Bereits seit 1. Juli 2026 gilt für entsprechende Kleinsendungen bis 150 Euro Warenwert ein EU-Pauschalzoll von drei Euro pro Zollposition. Seit 1. Oktober erhebt Österreich außerdem eine Paketsteuer von zwei Euro, die bestimmte große Versandhändler trifft. Wird diese an Konsumenten weiterverrechnet, kann der Aufschlag inklusive Umsatzsteuer 2,40 Euro betragen.

Mit der neuen EU-Bearbeitungsgebühr können bei einem direkten Drittlandsimport somit fünf Euro je relevanter Warenposition an EU-Abgaben zusammenkommen. Bei betroffenen Großhändlern kann zusätzlich die österreichische Paketsteuer anfallen.

Drei Abgaben auf einen Blick

3 Euro: EU-Pauschalzoll seit 1. Juli 2026

Pro relevanter Zollposition bei entsprechenden Kleinsendungen aus Nicht-EU-Staaten bis 150 Euro Warenwert.


2 Euro: Österreichische Paketsteuer seit 1. Oktober 2026

Für betroffene große Versandhändler. Bei Weiterverrechnung an Kunden können daraus 2,40 Euro inklusive Umsatzsteuer werden.


2 Euro: EU-Bearbeitungsgebühr seit 1. November 2026

Pro relevanter Zollanmeldungsposition bei direkten Drittlandsimporten.

 

Aus fünf Euro können 12,40 Euro werden

Wie stark sich die Abgaben auswirken können, zeigt eine Modellrechnung: Ein T-Shirt kostet bei einem ausländischen Onlinehändler fünf Euro. Dazu kommen drei Euro EU-Pauschalzoll, zwei Euro EU-Bearbeitungsgebühr und 2,40 Euro weiterverrechnete österreichische Paketsteuer.

Aus fünf Euro werden damit rechnerisch 12,40 Euro. Das entspricht einem Aufschlag von 148 Prozent. Zusätzliche umsatzsteuerliche Effekte bei der Einfuhr oder Gebühren des Zustellers sind in diesem Beispiel noch nicht berücksichtigt.

Preisbeispiel: Ein T-Shirt um 5 Euro

Ursprünglicher Warenpreis5,00 €
EU-Pauschalzoll+3,00 €
EU-Bearbeitungsgebühr+2,00 €
Weiterverrechnete Paketsteuer+2,40 €
Rechnerischer Gesamtpreis12,40 €

Preisaufschlag: 148 Prozent

Vereinfachte Modellrechnung bei vollständiger Weitergabe der drei Abgaben. Zusätzliche umsatzsteuerliche Effekte und mögliche Zustellgebühren sind nicht berücksichtigt. Der tatsächliche Endpreis kann abweichen.

​Warum fünf T-Shirts günstiger sein können

Die Berechnung hängt wesentlich von der Zollanmeldung ab. Fünf gleich eingereihte T-Shirts können eine gemeinsame Zollposition bilden. In diesem Fall fallen die beiden EU-Abgaben nur einmal an.

Enthält ein Paket dagegen beispielsweise ein T-Shirt, eine Sonnenbrille und ein Paar Schuhe, können drei unterschiedliche Positionen entstehen. Dann summieren sich allein der EU-Pauschalzoll und die neue Bearbeitungsgebühr auf 15 Euro.

​Temu, Shein und Amazon: Das Versandlager entscheidet mit

Ob die beiden EU-Importabgaben bei einer Bestellung anfallen, hängt auch davon ab, von wo die Ware verschickt wird. Erfolgt die Lieferung aus einem Lager innerhalb der EU, wird beim Versand an österreichische Kunden grundsätzlich kein neuer Drittlandsimport ausgelöst.

Die österreichische Paketsteuer ist davon zu unterscheiden. Sie kann auch bei Lieferungen aus EU-Lagern relevant sein, sofern der Versandhändler unter die gesetzlichen Voraussetzungen fällt.

Paketgebühr: Darauf kommt es an

Versand aus einem EU-Lager

Beim Versand innerhalb der EU fallen für die Zustellung grundsätzlich keine neuen EU-Importabgaben an. Die österreichische Paketsteuer kann trotzdem relevant sein.


Mehrere gleiche Artikel

Fünf gleich eingereihte T-Shirts können eine Zollposition bilden. Die EU-Abgaben fallen dann nicht automatisch fünfmal an.


Unterschiedliche Warenarten

Schuhe, T-Shirts und Sonnenbrillen können getrennte Zollpositionen bilden. Dadurch steigen die Importabgaben.

​Worauf Kunden jetzt achten sollten

Vor dem Kauf lohnt sich ein Blick auf den tatsächlichen Endpreis, das Versandland und mögliche zusätzliche Gebühren. Besonders bei sehr günstigen Artikeln können fixe Abgaben den ursprünglichen Warenwert deutlich übersteigen.

Entscheidend ist außerdem, ob der Händler die Belastungen bereits im angezeigten Preis berücksichtigt oder erst im Bestellprozess ausweist. Die drei Abgaben führen deshalb nicht bei jeder Bestellung automatisch zum gleichen Aufschlag.

more