Norbert Hofer raus gekicklt

Eine Partei, die wie ein betrunkener Halbstarker auf Krawall gebürstet ist, verträgt halt keine Reflexion. Immer hat sich am Ende das Laute, das Rohe, das Phrasen dreschende gegenüber den Zwischentönen durchgesetzt. Zunächst putschte sich Jörg Haider an die Macht, dann übernahm HC Strache von einigen Übergangschefs und jetzt - in konsequenter Linie – darf Herbert Kickl den obersten Hassprediger spielen. Allesamt starke Männer, allesamt das Zerstörerische in sich tragend, meist gottlob bloß sich selbst zerstörend. Die FPÖ hasst das Konstruktive, sie verabscheut das Verbindende und ist auf das Spaltende ausgerichtet. Natürlich ist Herbert Kickl der legitime Nachfolger Straches. Und natürlich konnte Norbert Hofer nur eine Zwischenlösung sein.

Der ewige Kreislauf der Zerstörung

Kickl tritt nun endgültig aus dem Schatten der Überväter Haider und Strache, wagt selbst den Weg ins Licht und darf die Parolen, die er früher für andere schrieb, nun selbst in die Welt schreien. Zukünftig fehlt mit Hofers Rücktritt freilich jegliches Korrektiv. Niemand wird mehr zu ihm sagen: Geh Herbert, das geht aber jetzt doch a bisserl zu weit. Kickl wird die Partei zur härtesten FPÖ aller Zeiten machen. Er wird auf Teufel komm raus gegen alles hetzen, was nicht den hehren Grundsätzen der freiheitlichen Deutschtümelei entspricht. Die Bierzelte werden erzittern, wenn er den kleinen Männern und Frauen seine Parolen entgegen schleudert. Und die Menge wird mit enthemmtem Gegröle zurückzahlen. Am Ende freilich sprengt auch Kickl irgendwann die Partei in die Luft. Und dann kommt ein neuer Norbert Hofer, der den Scherbenhaufen aufräumen muss - ehe der nächste starke Mann in den Ring steigt. Fortsetzung folgt.

Autor: Robert Eichenauer, 01.06.2021